Um "Traumprojekt" zu verfolgen

Snowdens Enthüllungspartner verlässt "Guardian"

+
Glenn Greenwald verlässt den "Guardian"

Washington - Der prominenteste Enthüllungspartner des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden, Glenn Greenwald, verlässt die britische Tageszeitung The Guardian - mit unbekanntem Ziel.

Er werde künftig für ein "journalistisches Traumprojekt" arbeiten, "wie man es nur einmal in seiner Karriere angeboten bekommt", sagte der US-Journalist Glenn Greenwald am Dienstag der Internetseite Buzzfeed. Laut der Washington Post soll eBay-Gründer Pierre Omidyar hinter dem Vorhaben stehen.

Greenwald und die Dokumentarfilmerin Laura Poitras hatten Snowden federführend geholfen, seine Insiderkenntnisse über Überwachungsprogramme des US-Geheimdiensts NSA publik zu machen.

Greenwald zufolge soll das "sehr gut finanzierte", "breit aufgestellte" Medienunternehmen in New York, Washington und San Francisco sitzen. "Es wird über Sport berichten und auch Unterhaltung und Reportagen bieten", sagte der Investigativjournalist. Seine Rolle, abgesehen vom Reporterjob und Schreiben, werde der Aufbau eines komplett neuen Journalistenteams sein. Dabei werde er - mit Schwerpunkt auf politische Berichterstattung - für die Einstellung von Journalisten und Redakteuren zuständig sein, die denselben Berufsethos hätten wie er.

Weitere Details zu dem künftigen Projekt würden "in Kürze enthüllt", fügte der studierte Anwalt hinzu. Die US-Zeitung Washington Post berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass eBay-Gründer Omidyar das Projekt als Mäzen unterstützen werde. Außerdem sei versucht worden, auch Poitras und den Sicherheitsexperten der "Washington Post", Barton Gellman, als Mitarbeiter zu gewinnen.

Der Guardian würdigte Greenwald in einer Mitteilung als "bemerkenswerten Journalisten", mit dem es eine "fantastische Zusammenarbeit" gegeben habe. Die Zeitung sei "natürlich enttäuscht von Glenns Entscheidung", könne aber "die Anziehungskraft des neuen Angebots für ihn nachvollziehen", sagte eine Sprecherin. Greenwald äußerte sich "unglaublich stolz über das, was wir erreicht haben".

Fünf Fakten rund um Skandal-Enthüller Snowden

Fünf Fakten rund um Skandal-Enthüller Snowden

Die Berichterstattung über umfangreiche Spähprogramme, mit denen die NSA und andere Geheimdienste weltweit massenhaft E-Mails und Telefonate überwachen, hatte dem "Guardian" weltweite Aufmerksamkeit beschert. Allerdings bekam die Zeitung auch massiven Druck von Behörden, die sich mit heftiger Kritik von Bürgerrechtlern und Datenschützern konfrontiert sahen. Unter anderem wurde "Guardian"-Chefredakteur Alan Rusbridger von der britischen Regierung gezwungen, Festplatten mit Informationen von Snowden zu zerstören.

dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.