Ein Park voller Engel - Der Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf

Der Ohlsdorfer Friedhof ist eher ein weitläufiger Landschaftspark - der Blick auf manches Mausoleum reicht über viel Grün. Foto: Hamburger Friedhöfe/Lutz Rehkopf
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Der Ohlsdorfer Friedhof ist eher ein weitläufiger Landschaftspark - der Blick auf manches Mausoleum reicht über viel Grün. Foto: Hamburger Friedhöfe/Lutz Rehkopf
Viele Gräber in Ohlsdorf sind individuell gestaltet - Uniformität ist auf dem Friedhof ausdrücklich nicht erwünscht. Foto: Andreas Heimann
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Viele Gräber in Ohlsdorf sind individuell gestaltet - Uniformität ist auf dem Friedhof ausdrücklich nicht erwünscht. Foto: Andreas Heimann
Manche Gräber auf dem Ohlsdorfer Friedhof haben nur ein einzelnes Holzkreuz - aber es gibt auch aufwendig gestaltete Mausoleen und Familiengrabstätten. Foto: Andreas Heimann
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Manche Gräber auf dem Ohlsdorfer Friedhof haben nur ein einzelnes Holzkreuz - aber es gibt auch aufwendig gestaltete Mausoleen und Familiengrabstätten. Foto: Andreas Heimann
Der Ohlsdorfer Friedhof gilt als Kulturdenkmal - das liegt auch an den vielen Engelsfiguren, die auf oder neben den Gräbern stehen. Foto: Andreas Heimann
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Der Ohlsdorfer Friedhof gilt als Kulturdenkmal - das liegt auch an den vielen Engelsfiguren, die auf oder neben den Gräbern stehen. Foto: Andreas Heimann
Es geht schlicht, muss es aber nicht - wie dieses Mausoleum beweist. Foto: Hamburger Friedhöfe/Lutz Rehkopf
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Es geht schlicht, muss es aber nicht - wie dieses Mausoleum beweist. Foto: Hamburger Friedhöfe/Lutz Rehkopf
Zum Ohlsdorfer Friedhof gehören auch Gräberfelder mit Gefallenen britischen Soldaten, sowohl aus dem Ersten wie aus dem Zweiten Weltkrieg. Foto: Andreas Heimann
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Zum Ohlsdorfer Friedhof gehören auch Gräberfelder mit Gefallenen britischen Soldaten, sowohl aus dem Ersten wie aus dem Zweiten Weltkrieg. Foto: Andreas Heimann
Der Friedhof ist wie ein Geschichtsbuch - in einer großen Grabanlage wurden mehr als 39 000 Opfer der Bombenangriffe auf Hamburg 1943 beigesetzt. Foto: Andreas Heimann
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Der Friedhof ist wie ein Geschichtsbuch - in einer großen Grabanlage wurden mehr als 39 000 Opfer der Bombenangriffe auf Hamburg 1943 beigesetzt. Foto: Andreas Heimann
Auf dem Ohlsdorfer Friedhof gibt es etwa 235 000 Grabstellen, 35 000 Bäume, 800 Skulpturen - und viele Engel. Foto: Andreas Heimann
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Auf dem Ohlsdorfer Friedhof gibt es etwa 235 000 Grabstellen, 35 000 Bäume, 800 Skulpturen - und viele Engel. Foto: Andreas Heimann
Sonnenstrahlen, die durch das dichte Laubdach fallen - auf dem Ohlsdorfer Friedhof gibt es viele Orte für besinnliche Momente. Foto: Hamburger Friedhöfe/Lutz Rehkopf
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Sonnenstrahlen, die durch das dichte Laubdach fallen - auf dem Ohlsdorfer Friedhof gibt es viele Orte für besinnliche Momente. Foto: Hamburger Friedhöfe/Lutz Rehkopf

Hamburg (dpa/tmn) - Der Ohlsdorfer Friedhof ist riesig. Er gilt als der größte Europas. Und viele Hamburger halten ihn für den schönsten der Welt. Zu entdecken gibt es dort eine Menge. Man muss nur etwas Zeit mitbringen - ein Schnelldurchlauf bringt nichts.

Wer durch den Haupteingang geht, steht kurz danach an einer Bushaltestelle. In Ohlsdorf ist eben vieles ein bisschen anders und manches ein bisschen merkwürdig - jedenfalls für einen Friedhof. Die Straßen hier sind so breit wie anderswo in Hamburg auch. Die Busse der Linien 170 und 270 fahren insgesamt 22 Haltestellen an. Autos sind ebenfalls oft zu sehen, kein Wunder: Die Entfernungen auf dem Friedhof sind im Zweifelsfall weit. Ohlsdorf gilt als der größte Friedhof Europas und steht als der größte Parkfriedhof der Welt im "Guinness Buch der Rekorde". Für viele Hamburger ist er auch der schönste.

Rund 1,4 Millionen Beisetzungen gab es seit der Eröffnung 1877, etwa 235 000 Grabstellen existieren heute. Genau weiß das natürlich keiner, aber geschätzt um die 1,2 Millionen Besucher kommen jährlich. Und das Straßennetz ist 17 Kilometer lang. Aber das ist eine sehr theoretische Größe. Die vielen kleinen nicht asphaltierten Wege mitgerechnet, kann man ein Vielfaches davon zurücklegen, wenn man den Ohlsdorfer Friedhof besucht.

Friedhof ist eigentlich gar kein ganz passender Begriff, um zu beschreiben, was einen dort im Hamburger Norden erwartet: Es gibt mehrere sogenannte Freilichtmuseen, ein Museum für Bestattungskultur, einen Naturlehrpfad und das alles auf einem riesigen, fast 400 Hektar großen Gelände. Dort stehen allein rund 35 000 Bäume, erzählt Helmut Schoenfeld, Gründungsmitglied des Förderkreises Ohlsdorfer Friedhof.

Kiefern, Birken und Eichen gehören dazu, meterhohe, Jahrzehnte alte Kastanienbäume oder mächtige Blutbuchen. Bei einer Zählung Mitte des 20. Jahrhunderts kamen mehr als 300 verschiedene Laubgehölze zusammen. "Dieser Artenreichtum ist schon eine Besonderheit", sagt Schoenfeld.

Uniforme Gräberfelder, bei denen die Toten in Reih und Glied nebeneinander in die Erde kommen, waren in Ohlsdorf nie gefragt: Manchmal ragt ein einzelnes Holzkreuz zwischen den Zweigen eines Baumes hervor, manchmal steht ein riesiger Findling auf dem Grab, manche Grabplatten sind heute fast vollständig mit Moos überzogen. Aber es gibt auch aufwendig gestaltete Mausoleen oder Familiengrabstätten mit steinernen Urnen.

Die Anlage sollte von Anfang an mehr sein als ein Friedhof. Dem Gartenarchitekten Wilhelm Cordes, dem ersten Ohlsdorfer Friedhofsdirektor, ging es auch darum, einen öffentlich zugänglichen Park zu schaffen und entsprechend zu gestalten. Den Hamburger Stadtpark gab es damals noch nicht. "Der Friedhof soll nicht eine Stätte der Toten und der Verwesung sein. Freundlich und lieblich soll alles dem Besucher entgegentreten", hat er sein Ziel einmal formuliert. Und so ist der Friedhof auch angelegt wie ein Landschaftspark.

Ohlsdorf ist auch die erste Adresse für Hamburger Prominenz. "Deren Gräber zu besuchen, ist für viele ein wichtiger Grund, auf den Friedhof zu kommen", sagt Helmut Schoenfeld. Hans Albers liegt hier begraben, der Schauspieler, Sänger und Sohn eines Hamburger Schlachtermeisters, der mit Gassenhauern wie "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" berühmt wurde. Oder der Schriftsteller Wolfgang Borchert, dessen Drama "Draußen vor der Tür" den Kriegsheimkehrern eine Stimme gab.

Aber auch der Schauspielhaus-Regisseur Gustaf Gründgens, der "Reeder des Kaisers" Albert Ballin, der Verleger John Jahr, die Schauspielerin Inge Meysel oder der Gründer des Hamburger Zoos Carl Hagenbeck sind in Ohlsdorf begraben. Die Prominenten lägen allerdings nicht an einer Stelle des Friedhofs, sagt Schoenfeld.

Was moderne Bestattungsarten angeht, gibt es in Ohlsdorf ebenfalls kaum etwas, das es nicht gibt: Eine große Rasenfläche beispielsweise, mit Bänken an zwei Seiten, ist den Baumgräbern vorbehalten. Dort sind die Urnen unter Eichen und Birken beigesetzt worden. Vasen stehen dort, mit frischen Nelken oder auch nur einer einzelnen Rose. Ungewöhnlich sind auch die Grabstätten mit Variationen des Schmetterlingsmotivs. Mit dem Symbol des Falters, der aus der Raupe entsteht, soll der Tod nicht als Ende, sondern als Übergang dargestellt werden. Und siehe da: Über dem Staudenbeet flattert tatsächlich ein Kohlweißling in der Nachmittagssonne.

Webseite des Ohlsdorfer Friedhofs

Museum Ohlsdorfer Friedhof

Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof

Führungen auf dem Friedhof

Infos zum Garten der Frauen

Anreise: Mit der S-Bahn der Linie S1/S11 Richtung Ohlsdorf oder die U1, zum Beispiel ab Hauptbahnhof. Von dort dauert die Fahrt in den Norden Hamburgs etwa 25 Minuten. Vom Bahnhof Ohlsdorf sind es drei Minuten zum Haupteingang des Friedhofs an der Fuhlsbüttler Straße.

Öffnungszeiten: Der Friedhof Ohlsdorf ist von November bis März täglich von 8.00 bis 18.00 Uhr und von April bis Oktober von 8.00 bis 21.00 Uhr geöffnet, das Museum montags, donnerstags und sonntags von 10.00 bis 14.00 Uhr.

Broschüren: Informationen für Friedhofsbesucher gibt es im Bestattungsforum unweit des Eingangs an der Fuhlsbütteler Straße. Dort sind etwa Info-Materialien wie "Informationen - Der weltgrößte Parkfriedhof stellt sich vor", "Ausgesuchte Prominentengräber" oder "Reizvolle Spaziergänge über den Ohlsdorfer Friedhof" erhältlich, mit denen sich der Besuch gut organisieren lässt.

Führungen: Wer nicht alleine über den Friedhof schlendern will, hat bei den Führungen viel Auswahl. Der Förderkreis zum Beispiel bietet viele Führungen an. Es gibt vogelkundliche Touren mit dem Nabu, daneben Gruppenführungen zu Fuß oder per Rad oder Tagestouren mit dem Hamburger Wanderverein. Spezielle Touren stellen den "Garten der Frauen" vor, daneben gibt es "Führungen für Pflanzenjäger", "Fotospaziergänge" oder literarische Rundgänge.

Weitere Informationen: Friedhof Ohlsdorf, Fuhlsbütteler Straße 756, Telefon: 040/593 880, E-Mail: information@friedhof-hamburg.de.

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