Nutzer können aufatmen

Einstweilige Verfügung: Pornoplattform Redtube schlägt zurück

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Hamburg. Ärger um Abmahnungen - jetzt hat sich die Pornoplattform Redtube durchgesetzt. Das Unternehmen hat inzwischen eine einstweilige Verfügung gegen den Rechteinhaber The Archive AG erwirkt. Das hat auch Auswirkungen auf Nutzer der Sexseite im Internet.

Was ist eine einstweilige Verfügung?

Demnach ist nun erst einmal Schluss mit der Abmahnwelle. Laut eines Berichtes der Frankfurter Rundschau dürfen die Porno-Nutzer nun nicht mehr von Anwälten mit Geldstrafen abgemahnt werden. "Diese Entscheidung ist nicht nur ein Sieg für die Nutzer von Redtube, sondern für jede Person, die Streaming-Webseiten besucht. Es ist eine klare Botschaft, dass die Ausnutzung von persönlichen Informationen und die Verletzung der Privatsphäre aus rein finanziellen Interessen nicht toleriert wird", wird Alex Taylor, Vizepräsident von Redtube, am Wochenende vom Nachrichtensender N24 zitiert.

Betroffen waren mehr als 10.000 Internetnutzer - auch in der Region gab es zahlreiche Opfer. Zudem hatten sich auch Trittbrettfahrer breitgemacht - sie forderten teils horrende Summen von 3000 Euro pro Abmahnung.

Den mutmaßlichen Nutzern der Porno-Clips wirft eine Regensburger Kanzlei im Namen des Rechteinhabers, der Schweizer Firma The Archive AG, Urheberrechtsverletzung vor, da sie Sexvideos auf Redtube angesehen hätten. Sie fordert von den Abgemahnten eine Zahlung in Höhe von 250 Euro und eine Unterlassungserklärung.

Das rechtliche Problem: Bislang ist nicht eindeutig geklärt, wie der Rechteinhaber die Internet-Adressen der Nutzer ermittelt hat. Also woher wussten die Anwälte, wem sie eine Abmahnung schicken mussten? Redtube, das zur Firma Manwin mit Sitz in Luxemburg gehört, hatte Mitte Dezember versichert, die Daten seiner Nutzer nie an Behörden oder andere Dritte weitergegeben zu haben. Einige Kammern räumten bereits ein, dass durch die verfügte Auskunftserteilung des Gerichts das Recht der Betroffenen möglicherweise verletzt worden sei, teilte das Landgericht Köln vergangene Woche mit.

Die Kölner Staatsanwaltschaft teilte außerdem mit, dass ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet wurde. Es soll damit geklärt werden, ob jemand gegenüber dem Landgericht falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben habe, um die Herausgabe der Nutzerdaten zu den zuvor ermittelten IP-Adressen zu beantragen. (dob)

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