Arktis

„Pizzly-Bären“: Forscher sichten immer mehr Hybride aus Eisbären und Grizzlys  

Ein sogenannter „Pizzly Bear“ - eine Kreuzung aus Polarbär und Grizzlybär - im Osnabrücker Zoo.
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Ein sogenannter „Pizzly-Bär“ - eine Kreuzung aus Polarbär und Grizzlybär - im Osnabrücker Zoo.

Braunes Fell, flacher Rücken: Diese Kombination kommt für gewöhnlich weder bei Eis-, noch bei Grizzlybären vor. Außer, die beiden Spezies paaren sich.

Wenn sich Polarbären mit Grizzlybären fortpflanzen, kommt dabei eine Kreuzung mit dem Namen „Pizzly-Bär“ oder auch „Grolar-Bär“ heraus. Diese Mischlinge könnte es künftig in der Arktis vermehrt geben. Schuld ist laut Business Insider der Klimawandel. „Wir wissen schon seit einiger Zeit von Pizzlies, aber ihr Vorkommen könnte mit der anhaltenden Erwärmung der Arktis häufiger werden“, sagte die Biologin Larisa DeSantis dem Portal.

Der erste Pizzly wurde dem Bericht zufolge im Jahr 2006 entdeckt, als ein Jäger im Norden Kanadas einen Bären erlegte, der Merkmale beider Arten aufwies: einerseits weißes Fell wie das eines Eisbären, andererseits braune Flecken, einen buckligen Rücken und lange Krallen, was charakteristisch für Grizzlybären ist. Ein DNA-Test bestätigte laut der Nachrichtenagentur Associated Press: Es handelte sich um eine Kreuzung.

Eisbären und Grizzlybären können Mischform „Pizzly-Bären“ zeugen

Seitdem werden Pizzlybären häufiger gesichtet. 2017 dokumentierte etwa eine Studie im Fachmagazin Arctic acht Pizzlies, die aus den Paarungen einer Eisbärin mit zwei unterschiedlichen Grizzly-Männchen hervorgingen. Dass die beiden Bärenarten aufeinandertreffen ist deshalb möglich, weil Grizzlybären sich aufgrund des stetigen Temperaturanstiegs gen Norden orientieren, sagte die Biologin DeSantis.

Gleichzeitig erschließen auch Eisbären andere Gebiete: „Eisbären müssen verstärkt nach anderen Nahrungsquellen suchen, wenn Robben vom Meereis zu jagen unhaltbar wird“, zitiert Business Insider die Biologin. Robben machen einen Großteil des Speiseplans von Eisbären aus. Doch da das Eis in der Arktis zurückgeht, wird das Jagen von dort aus schwieriger. „Eisbären erleben wahrscheinlich zunehmend aufreibende Bedingungen und höhere Sterblichkeitsraten“, schrieben Forscher zu dem Thema 2018 im Fachmagazin Science.

Mischformen wie „Pizzly-Bären“ sind oft schwächer

Larisa DeSantis berichtete gegenüber Business Insider von Eis- und Grizzlybären, die zusammen nahe Walkadavern gesichtet worden seien, was sie zum „opportunistischen Paaren“ veranlasse. Da sich die beiden Arten erst vor 500.000 bis 600.000 Jahren auseinanderentwickelt hätten, seien ihre Nachkommen in der Lage, ebenfalls Nachkommen zu zeugen. Allerdings sei noch nicht klar, wie gut die Mischlinge überlebten.

„Meistens sind die Mischlinge nicht stärker als eine der beiden Spezies“, sagte DeSantis. Denn individuelle Spezies seien besser an die Bedingungen in ihrem jeweiligen Lebensraum angepasst. Dennoch gebe es Fälle, in denen Mischlinge stärker sind, „besonders, wenn die Umgebung von dem abkommt, was sie einmal war.“ (ial)

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