Schauspieler-Aktion

Elyas M‘Barek kritisiert Schauspielkollegen für „Alles dicht machen“: „Das ist doch Blödsinn“

Elyas M‘Barek distanziert sich von der Aktion „Alles dicht machen“ seiner Schauspielkollegen. (Archivbild)
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Elyas M‘Barek distanziert sich von der Aktion „Alles dicht machen“ seiner Schauspielkollegen. (Archivbild)

Die Aktion #allesdichtmachen zahlreicher Schauspieler gegen die Corona-Maßnahmen schlägt hohe Wellen. Kollegen aus dem eigenen Lager kritisieren sie.

Frankfurt - Eigentlich sitzen sie im selben Boot - Schauspieler wie Jan Josef Liefers, Elyas M‘Barek, Heike Makatsch und Nora Tschirner. Durch die Coronakrise dürften sie ähnliche Probleme haben, denn die Kulturbranche ist hart getroffen von den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Und doch greifen die einen zu anderen Mitteln als die anderen: Während zahlreiche Schauspieler Videos unter dem Hashtag #allesdichtmachen veröffentlicht haben, in denen sie auf zynische Art und Weise die Corona-Politik der Regierung bemängeln, üben andere Schauspieler massive Kritik an der Aktion.

Elyas M‘Barek („Fack ju Göthe“) kommentierte etwa das Instagram-Video seines Schauspielkollegen Volker Bruch („Babylon Berlin“) mit den Worten: „Come on, das ist doch Blödsinn. Was unterstellst du denn da unserer Regierung? Kann ich null nachvollziehen. Jeder will wieder zur Normalität zurückkehren und das wird auch passieren. Wenn alle dafür sorgen, dass eine weltweite PANDEMIE bekämpft wird. Mit Zynismus ist doch keinem geholfen“. Versöhnlich schob er einen Knutsch-Smiley hinterher.

Aktion „Alles dicht machen“: Schauspieler kritisieren eigene Kollegen

M‘Barek teilte auf Twitter außerdem einen Tweet des Umweltministers aus Schleswig-Holstein, Jan Philipp Albrecht, der schrieb: „Dass bekannte Schauspieler*innen tatsächlich glauben, in Deutschland seien die Medien gleichgeschaltet, die Pandemie nur Angstmache, Menschen alle manipuliert und die Bundesregierung entscheide allein über Corona-Regeln, DAS ist ein schrillendes Alarmsignal für unsere Demokratie.“

Auch Nora Tschirner und Christian Ulmen (beide „Tatort“) stiegen in die Kritik an der Aktion ein. Tschirner kommentierte das Instagram-Video ihres Kollegen Jan Josef Liefers: „Echt ja, Leude? Was‘ los da? ‚Make cynicism great again‘? Oder wie? Wird‘s schon boring im Loft und im Brandenburger Landhaus? Jetzt doch mal raus wagen und n büschn kokeln, weil man sich sonst um die eigene Gefühlsverwaltung kümmern müsste? Joah, kann man machen. Kann halt sein, dass man sich in ein büschn schämen wird in nen paar Jahren (Wochen?) Unfuckingfassbar.“ Auch ihr ehemaliger Tatort-Kollege Christian Ulmen meldete sich zu Wort und verglich die Aktion mit einem Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner: „Ken Jebsen hätte es nicht schöner sagen können.“

„Alles dicht machen“: Schauspieler erklären sich

Von der Kritik, Corona-Leugnern in die Hände zu spielen, distanzieren sich einige Schauspieler bereits. Etwa Jan Josef Liefers schrieb auf Twitter: „Eine da hinein orakelte, aufkeimende Nähe zu Querdenkern u.ä. weise ich glasklar zurück“, schrieb der 56-Jährige auf Twitter. „Es gibt im aktuellen Spektrum des Bundestages auch keine Partei, der ich ferner stehe, als der AfD. Weil wir gerade dabei sind, das gilt auch für Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker, Corona-Ignoranten und Aluhüte. Punkt.“ Heike Makatsch entschuldigte sich auf Instagram, an der Aktion teilgenommen zu haben und nahm ihr Video zurück. (ial)

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