Ende der Sommerzeit: Uhren um eine Stunde zurückgedreht

Sie ist altbekannt und doch immer wieder neu: die Zeitumstellung. Die Sommerzeit ist zu Ende, die Uhren werden zurückgedreht. Mittlerweile eine vertraute Übung? Es gibt Kritiker - und die wollen so lange nerven, bis sich etwas ändert.

In Deutschland und weiten Teilen Europas ist in der Nacht zum Sonntag die Sommerzeit zu Ende gegangen. Die Uhren wurden um 3 Uhr um eine Stunde zurückgestellt. Damit gilt für die nächsten fünf Monate die normale Mitteleuropäische Zeit (MEZ), die im Volksmund einfach Winterzeit heißt. Während der Wintermonate ist es nun morgens eine Stunde früher hell und nachmittags entsprechend eher dunkel. Am 29. März kommenden Jahres wird dann wieder auf die Sommerzeit umgestellt. Immer wieder gibt es in Deutschland Kritik an der Zeitumstellung.

Bei der Bahn verursachte die Zeitumstellung keinerlei Schwierigkeiten. "Das ist bei uns mittlerweile reine Routine", sagte ein Bahnsprecher am Sonntag in Berlin. Die Fernzüge seien für eine Stunde auf einem vorher festgelegten Bahnhof stehen geblieben und danach planmäßig weitergefahren - schließlich käme ein Zug, der vor der Zeitumstellung losfährt, am Sonntagmorgen laut Fahrplan eine Stunde zu früh an. Ein Zustieg bei den Nachtzügen sei wegen der Nachtruhe ohnehin nicht möglich, erklärte der Sprecher.

Verantwortlich für die Zeitumstellung ist in Deutschland die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig. Die Braunschweiger Physiker sorgen dafür, dass über einen Zeitsender in Mainflingen bei Frankfurt ein Signal gesendet wird, das rund 100 Millionen Uhren in Europa vom Wecker bis zur Bahnhofsuhr um eine Stunde zurückspringen lässt.

Nach Angaben von Dirk Piester, Mitarbeiter der Bundesanstalt, ist alles normal verlaufen, es habe keine Probleme gegeben. "Seit 1980 wird in Deutschland zweimal im Jahr die Zeit umgestellt, und noch nie ist etwas schief gegangen."

Mit Hilfe der Sommerzeit - die Uhr wird um eine Stunde vorgestellt - sollte nach der Ölkrise von 1973 das Tageslicht im Sommer eine Stunde länger genutzt und Energie gespart werden. Richtig geholfen hat das laut Umweltbundesamt aber nicht. Zwar knipsen die Menschen im Sommer weniger oft das Licht an. Aber wegen der Sommerzeit wird es morgens später hell - und die Leute heizen daher im Frühjahr und Herbst mehr.

Viele Deutsche könnten auf die Zeitumstellung ohnehin verzichten. Einer Umfrage zufolge halten 71 Prozent der Befragten sie für überflüssig und wollen sie am liebsten abschaffen. Für die Bundesregierung ist das laut Regierungssprecher Steffen Seibert aber derzeit kein Thema.

Ganz anders sieht das der CDU-Europapolitiker Herbert Reul: Dieser fordert immer wieder die Abschaffung der Sommerzeit und besteht darauf, dass sich seine Partei nachdrücklich dafür einsetzt. "Ich erwarte, dass unser Parteitagsbeschluss umgesetzt wird", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus". Er werde "so lange nerven, bis etwas passiert ist". Auch die Bundesregierung sei gefordert: "Wenn die Politik etwas entschieden hat, was sich als unsinnig erweist, dann muss sie auch die Kraft haben, das zu korrigieren", betonte er.

Doch solange es bei der Zeitumstellung bleibt, sollten Autofahrer im Herbst besonders aufmerksam sein: In der Dämmerung ist die Gefahr groß, einem Reh oder Wildschwein zu begegnen - besonders an Straßen, die durch Wälder führen oder entlang von Feldern verlaufen. In rund 30.000 Fällen kam es 2013 allein in Niedersachsen zu Wildunfällen, wie das Innenministerium mitteilte.

Kein Interesse an Europas Winterzeit haben die prorussischen Separatisten in den ostukrainischen Gebieten Lugansk und Donezk - dort richtet man sich nun offiziell nach Moskauer Zeit. Die Regionen, in denen die Aufständischen das Sagen haben, machten die Zeitumstellung in der Ukraine in der Nacht zum Sonntag nicht mit. Damit ticken die Uhren in den Gebieten nun wie in Moskau - plus eine Stunde im Vergleich zur ukrainischen Hauptstadt Kiew und plus zwei Stunden im Vergleich zur Mitteleuropäischen Zeit. Russland selbst stellte erstmals seit mehr als drei Jahren die Uhren um eine Stunde zurück. Künftig gilt in dem Riesenreich dauerhaft die Winterzeit. (dpa)

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