Entführte deutsche Seeleute wieder frei

Lagos - Zwei Deutsche, die mit weiteren Seeleuten vor der Küste Nigerias verschleppt worden waren, sind wieder frei. Doch damit hat sich die Gefahr von der Ostküste Afrikas auf die Westküste ausgedehnt.

Zwei bei einem Piratenangriff vor der Küste Nigerias verschleppte Deutsche sind wieder frei. Die zwölfköpfige Besatzung des Handelsschiffes “BBC Polonia“ sei von den Entführern freigelassen worden, teilte David Nabaida, Sprecher der nigerianischen Marine, am Sonntag mit. Ob Lösegeld gezahlt wurde, war nicht klar. Nigerianische Sicherheitskräfte versuchten weiterhin, die Piraten festzunehmen.

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Bei dem Überfall in den Gewässern vor dem ölreichen Nigerdelta war ein Crewmitglied verletzt worden. Das Auswärtige Amt in Berlin hatte nach Angaben einer Sprecherin vom Sonntag einen Krisenstab eingerichtet. Die freigelassenen Deutschen seien wohlauf und befänden sich in der Obhut der nigerianischen Behörden.

Nabaida sagte, der Überfall habe sich am Freitagabend in den Gewässern des Bundesstaates River State ereignet. An Bord der “BBC Polonia“ seien außer den beiden Deutschen unter anderen sieben Russen gewesen, berichtete die Zeitung “Daily Independent“.

Zahlung von Lösegeld bewirkt oft Freilassung 

Marinesoldaten hätten das verlassene Schiff gesichert. Es liege mittlerweile in dem Hafen Bonny vor Anker, nicht weit von Port Harcourt im Nigerdelta entfernt.

Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu der Entführung der Seeleute. Der Ort des Überfalls legt aber nahe, dass es sich um einen Angriff der Nigerdelta-Rebellen handeln könnte, die vor einigen Monaten den Waffenstillstand mit der Regierung erneut aufgekündigt hatten.

Im ölreichen Nigerdelta sind immer wieder Ausländer entführt worden. Zumeist kamen sie gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder frei. Zuletzt waren im April zwei Deutsche am Ufer eines Flusses im Nigerdelta gekidnappt worden. Die Entführer verlangten damals nach Berichten aus Nigeria umgerechnet 150 000 Euro Lösegeld. Nach fünf Tagen waren die beiden Deutschen wieder frei.

Wenige Tage vor dem Angriff auf das Handelsschiff hatten Piraten in den Grenzgewässern zwischen Kamerun und Nigeria ein Passagierschiff angegriffen und eine Frau getötet, vier Reisende wurden schwer verletzt. Überlebende berichteten am Freitag, zwölf Piraten hätten das Schiff am Dienstag geentert und das Feuer eröffnet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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