Erdbeben: Ferhat (13) nach vier Tagen gerettet

+
Ferhat (13) ist nach über vier Tagen lebend aus den Trümmern gerettet worden

Ecris - Mehr als vier Tage nach dem verheerenden Erdbeben im Osten der Türkei ist ein 13-jähriger Junge lebend aus den Trümmern geborgen worden. Unterdessen stieg die Zahl der Todesopfer auf 550 an.

Lesen Sie dazu auch:

Erdbebenopfer in Türkei nach 91 Stunden gerettet

Nach Erdbeben: Baby, Mutter und Oma gerettet

Ein 13 Jahre alter Junge ist nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolou fast 108 Stunden nach dem verheerenden Erdbeben in Ercis im Osten der Türkei lebend aus den Trümmern gerettet worden. Wie die Agentur am Freitagmorgen berichtete, wurde der 13-Jährige verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Wenige Stunden zuvor waren zwei verschüttete junge Männer gerettet worden. Die 18 und 19 Jahre alten Opfer des Bebens vom Sonntag seien von Suchmannschaften aus der Türkei und aus Aserbaidschan aus Trümmern befreit worden, berichteten türkische Fernsehsender.

Die Zahl der entdeckten Toten erhöhte sich auf 550, berichtete Anadolou am späten Donnerstagabend unter Berufung auf die Behörden. Bisher haben die Retter etwa 2300 Verletzte registriert.

Einsetzender Schneeregen erschwerte in der Provinz Van die Bedingungen für Überlebende des Bebens, von denen einige noch immer auf Zelte warteten. Das Beben mit einer Stärke von 7,2 hatte am Sonntag in der Provinz Van fast 2300 Häuser zerstört. Die Provinz Van liegt im Südosten des Landes und grenzt an den Iran. Sie wird mehrheitlich von Kurden bewohnt. Die Türkei wird immer wieder von heftigen Erdbeben heimgesucht.

Erdbeben in Türkei: Hunderte Tote

Erdbeben in Türkei: Hunderte Tote

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte Baufirmen und Aufsichtsbehörden am Vortag schwere Versäumnisse vorgeworfen. Bei der Katastrophe sei der Beton einiger Gebäude wie Sand zerbröselt. Die Nachlässigkeit von Kommunen, Bauunternehmen und Kontrolleuren sei als ein Verbrechen zu betrachten.

Die international bekannte Kurdenpolitikerin Leyla Zana kritisierte die türkische Regierung wegen der Ablehnung ausländischer Hilfe in den ersten Tagen nach dem Erdbeben scharf. “Wäre die Türkei ein entwickeltes Land, hätte sie internationale Hilfe angenommen. Die Rettungsarbeiten hätten viel schneller vorankommen können“, sagte Zana am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in dem vom Erdbeben schwer zerstörten Dorf Güvecli.

Sie kritisierte zudem, dass die Regierung die Hilfe in der Provinz Van nicht mit der Kurdenpartei BDP koordiniere. Nach dem Beben am Sonntag waren Regierungsstellen auf Angebote internationale Unterstützung zunächst nicht eingegangen.

Aus dem Ausland traf unterdessen Hilfe für die Erdbebenopfer ein. Israel lieferte am Donnerstag in einem Flugzeug Wohncontainer nach Ankara, die mit Lastwagen in die Provinz Van gefahren werden sollen. Zudem wurden Hilfslieferungen der Vereinten Nationen erwartet, die Tausende Zelte sowie Decken und Matratzen einfliegen wollten. Am Freitag wollte das Deutsche Rote Kreuz von Berlin aus 500 Familienzelte sowie Decken und Heizöfen in die Türkei fliegen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.