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Zahlreiche Erdbeben erschüttern Griechenland: Experten beunruhigt – Hauptbeben könnte noch ausstehen

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Von: Patrick Huljina

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Ruinen auf der Akropolis, Blick über Athen.
Die Erdbeben in Mittelgriechenland waren auch in der Haupstadt Athen zu spüren. (Symbolbild) © IMAGO/imageBROKER/Mara Brandl

Seit Dienstagmorgen erschüttern zahlreiche Erdbeben Griechenland. Experten schließen nicht aus, dass noch ein stärkeres Hauptbeben bevorstehen könnte. 

Athen - Am frühen Dienstagmorgen (29. November) rissen starke Erdbeben in Griechenland Tausende Menschen aus dem Schlaf. Seitdem bebt die Erde im Südosten der Insel Euböa immer wieder und bereits mehrfach mit einer Stärke zwischen 4,4 und 5 auf der Richterskala. Die Erdstöße waren in ganz Mittelgriechenland und auch in der rund 60 Kilometer entfernten Hauptstadt Athen zu spüren. Anwohner und Experten sind beunruhigt, denn: Es ist unklar, ob das Hauptbeben noch aussteht.

Erdbeben in Griechenland: Experten überrascht – „Gebiet galt viele Jahre als eines der sichersten“

Griechische Seismologen zeigten sich überrascht, dass die Erdplatten in dieser Region so stark in Bewegung gerieten, wie merkur.de berichtet. „Dieses Gebiet galt viele Jahre als eines der sichersten in Griechenland“, sagte Vassilis Karastathis, stellvertretender Direktor des Geodynamischen Instituts in Athen, der Zeitung To Proto Thema.

Allein in der Nacht zum Mittwoch wurden rund 80 kleinere und größere Beben in der Region gezählt. Viele Menschen schliefen aus Angst vor neuen starken Erdbeben in ihren Autos. Bereits im September dieses Jahres erschütterte ein starkes Erdbeben Griechenland – ein weltberühmter Strand musste nach einem Erdrutsch gesperrt werden. Im Oktober 2021 traf es die Urlaubsinsel Kreta mit einem Erdbeben der Stärke 6,4 auf der Richterskala.

Die Richterskala zur Veranschaulichung der Erdbeben-Stärke:

Stärke 3 bis 4: sehr leichte Erdbeben; oft spürbar, Schäden jedoch sehr selten

Stärke 4 bis 5: leichte Erdbeben; sichtbares Bewegen von Zimmergegenständen, Erschütterungsgeräusche; meist keine Schäden

Stärke 5 bis 6: mittlere Erdbeben; bei anfälligen Gebäuden ernste Schäden, bei robusten Gebäuden leichte oder keine Schäden

Stärke 6 bis 7: starke Erdbeben; Zerstörung im Umkreis bis zu 70 Kilometern

Stärke 7 bis 8: große Erdbeben; Zerstörung über weite Gebiete

Stärke 8 bis 9: sehr große Erdbeben; Zerstörung in Bereichen von einigen hundert Kilometern

Stärke 9 bis 10: extrem große Erdbeben; Zerstörung in Bereichen von tausend Kilometern

Stärke ≥ 10: globale Katastrophe; wurde noch nie registriert

Quelle: Bundesverband Geothermie

Erdbeben auch in Athen spürbar – steht Hauptbeben noch aus?

Bei den aktuellen Erdbeben in Griechenland handele es sich „um eine horizontale Verwerfung Richtung Athen“, erklärte Akis Tselentis, Direktor des Geodynamischen Instituts, am Mittwoch dem Sender Skai. „Deshalb war das Beben (am Dienstagabend) in der Hauptstadt so stark zu spüren.“ Experten zufolge sei aktuell unklar, ob ein stärkeres Hauptbeben noch ausstehe.

Am Mittwochmorgen wurde begonnen, die durch die Erdbeben entstandenen Schäden zu begutachten. Bilder zeigten Risse an Wänden von Häusern. Bislang wurden allerdings keine Verletzten oder größere Schäden gemeldet. Die Menschen in der Gegend sind angehalten, alte Bauernhäuser aus Stein zu meiden. Schulen blieben geschlossen. (ph/dpa)

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