Zahlreiche Schäden an Gebäuden gemeldet

Erdbeben in Südhessen: "Die Stärke ist schon beachtlich"

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Erdbeben in Südhessen

Darmstadt. Nach dem Erdbeben in Südhessen mit zahlreichen Schäden im Ort Nieder-Beerbach haben in der Nacht zum Sonntag bis auf eine Familie alle Betroffenen in ihre Häuser zurückkehren können. Bei der einen Familie seien die Decken des Hauses zu stark beschädigt gewesen, sagte Ortsvorsteher Willi Georg Muth am Sonntag.

Sie sei bei Nachbarn untergekommen.

Nach dem Erdbeben ist die Stimmung in Nieder-Beerbach gedrückt. Dort waren Schäden an 35 Häusern festgestellt worden - vom Riss in der Wand bis zum wackligen Kamin. Die Menschen seien erschrocken, sagte Ortsvorsteher Willi Georg Muth. "Wer rechnet mit sowas?" Und er wies darauf hin, dass das letzte Beben erst Ende März in der Region registriert worden war. Damals allerdings war der Ort weitgehend verschont geblieben.

Die Feuerwehr hat unterdessen die größten Schäden beseitigt. "Aus unserer Sicht ist erstmal alles getan", sagte Feuerwehrsprecher Marcus Bauer. Alles Weitere müssten die betroffenen Anwohner mit Bausachverständigen klären. "Wir bauen nach und nach unsere Zelte ab", sagte Bauer. Verletzt wurde bei dem Beben niemand.

Die gegen 18.46 Uhr registrierte Erschütterung war nach Angaben eines Polizeisprechers in Darmstadt in einem relativ großen Gebiet zu spüren. Es habe "massenhaft Anrufe" gegeben, von der Bergstraße bis in den Odenwald hinein sei das Beben bemerkt worden, unter anderem in Erbach und Griesheim. "Hier im Präsidium hat es auch gerumpelt." In der Einsatzzentrale seien schätzungsweise 100 Anrufe eingegangen.

Artikel aktualisiert um 11.55 Uhr

Eine automatische Messung des Landesamtes für Umwelt und Geologie ergab eine Stärke von 4,2. Allerdings wird der Wert nun noch einmal genau berechnet. "Die Stärke ist für unser Gebiet schon beachtlich", sagte der Leiter des Erdbebendienstes beim Landesamt, Matthias Kracht, am Sonntag. Erbeben an sich seien in der Region aber nicht ungewöhnlich. "Das ist der Spannungsabbau im Oberrheingraben, auch an dessen Rändern."

Bereits Ende März war ein leichtes Beben von der Stärke 3,2 in Südhessen registriert worden. Hinweise auf größere Sach- oder Personenschäden gab es damals nicht. (lhe)

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