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Schon die alten Griechen bewiesen vor über 2000 Jahren, dass die Erde rund ist

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Von: Fee Halberstadt

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Bereits vor über 2000 Jahren erkannte Aristoteles aufgrund einer Mondfinsternis, dass die Erde rund ist.
Bereits vor über 2000 Jahren erkannte Aristoteles aufgrund einer Mondfinsternis, dass die Erde rund ist. (Symbolbild) © Fernando Cortes/Imago

Bereits vor 2000 Jahren gab es die These, die Erde sei eine Kugel. Nicht nur Aristoteles beobachtete Phänomene, die diesen Gedanken unterstützten.

Kassel – Dass die Erde eine Kugel und keine Scheibe ist, ist bereits seit Jahrhunderten bekannt. Bereits im vierten Jahrhundert vor Christus beobachtete der bekannte Philosoph Aristoteles eine Mondfinsternis, bei der die Erde einen kreisförmigen Schatten auf den Mond warf. Auf Basis dieser Beobachtung stellte er die Behauptung auf, dass die Erde eine Kugel sein müsse, wie Planet Wissen erklärt. Eratosthenes, ein griechischer Mathematiker, kam auf die gleiche These wie Aristoteles, allerdings aus einem anderen Grund.

Eratosthenes hörte, dass in Syene, dem heutigen Assuan in Südägypten, sich die Sonne im Wasser eines Brunnens spiegelte. Dies geschieht allerdings nur an einem einzigen Tag im Jahr, am Tag der Sommersonnenwende am 21. Juni. Diese Beobachtung bedeutete für den Wissenschaftler, dass die Sonne senkrecht über dem Brunnen stehen musste. Um zu überprüfen, ob die Sonne am selben Tag zur selben Uhrzeit auch in Alexandria, im Norden Ägyptens, senkrecht über dem Boden steht, steckte Eratosthenes lediglich einen Stock in die Erde – und der warf tatsächlich einen Schatten. Die Erdoberfläche musste demnach gewölbt sein, schlussfolgerte der Mathematiker, und die Erde eine Kugel.

Griechischer Mathematiker wusste, dass die Erde rund ist – und berechnete ihren Umfang

Außerdem war es Eratosthenes mithilfe seiner Beobachtung nun möglich, den Umfang der Erde zu berechnen. Anhand der Schattenlänge und des Einfallswinkels der Sonne auf der Erde (sieben Grad) in Alexandria errechnete er einen Umfang von knapp 40.000 Kilometern. Da der tatsächliche Umfang der Erde nach heutigem Wissensstand tatsächlich 40.077 Kilometer beträgt, lag der Mathematiker gar nicht weit entfernt.

Eratosthenes gelang es auf diese Zahl zu kommen, indem er zuerst den Abstand zwischen den zwei Städten Syene und Alexandria ausmessen ließ. „Man ist sich nicht ganz sicher, wie Eratosthenes das wirklich gemacht hat. Die naheliegendste Methode zur damaligen Zeit waren Schrittzähler“, erklärt Benjamin Männel vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam im Deutschlandfunk. Schrittzähler sind Menschen, die besonders gleichmäßig laufen. Das Ergebnis: 5000 Stadien. Dieses Ergebnis entspricht in etwa 800 Kilometern.

Die Erde ist rund: Ein griechischer Mathematiker errechnete den Erdumfang mithilfe eines Stockes

Schon damals wurden Kreise in 360 Einheiten geteilt. Auf dem „Erdkreis“ liegen Syene und Alexandria den Erkenntnissen zufolge sieben Grad auseinander, das ist ein Fünfzigstel des gesamten Umfangs. Da die Entfernung zwischen den beiden Städten bei 5000 Stadien lag, musste der Mathematiker diese Strecke nur noch mit 50 multiplizieren und kam so auf einen Erdumfang von 250.000 Stadien.

Zu der damaligen Zeit waren verschiedene Werte für Stadien in Gebrauch. Da die Originalaufzeichnungen von Eratosthenes nicht mehr existieren, ist nicht genau bekannt, mit welchem Wert er gerechnet hat. Im besten Falle kam der Mathematiker umgerechnet auf einen Umfang von knapp 40.000 Kilometern, was einer Abweichung von rund einem Prozent von dem heute gemessenen Wert entspricht, wie Deutschlandfunk berichtet. Im schlechtesten Fall errechnete Eratosthenes den Erdumfang etwas zu hoch – mit einer Abweichung von knapp 16 Prozent. So oder so würdigte Benjamin Männel die Nachforschungen des Mathematikers, wenn man bedenkt, welche Mittel ihm damals zur Verfügung standen: „Ich denke, man kann diese Leistung gar nicht hoch genug bewerten.“ (FeeHalberstadt)

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