Opferzahl steigt weiter

Erdrutsche: Kolumbien ruft Notstand aus - 43 Kinder getötet

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Nur wenig blieb von dieser Siedlung übrig.

Mocoa - Die Anzahl der Toten durch die schreckliche Naturkatastrophe in Kolumbien steigt weiter. Präsident Santos hat den Notstand ausgerufen.

Nach den verheerenden Erdrutschen in der kolumbianischen Stadt Mocoa hat Staatschef Juan Manuel Santos den Notstand ausgerufen. Santos erklärte am Montag (Ortszeit) den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Notstand und ernannte Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas zum Beauftragten für den Wiederaufbau. Die Regierung genehmigte die Freigabe von 40 Milliarden Pesos (13,04 Millionen Euro) für die nationale Katastrophenschutzbehörde UNGRD.

Bevor Santos erneut ins Katastrophengebiet reiste, verkündete er "mit großem Bedauern", dass die Opferzahl in Mocoa weiter steige. Nach neuen Behördenangaben kamen mindestens 262 Menschen ums Leben, unter ihnen 43 Kinder. Ungefähr ebenso viele Menschen seien verletzt worden und mehr als 200 weitere würden vermisst.

80 Prozent der Bevölkerung von Stromversorgung abgeschnitten

Insgesamt rund 45.000 Menschen sind von den Schlammlawinen und ihren Folgen betroffen. Am Montag gab es in Mocoa weiterhin kein fließendes Wasser und 80 Prozent der Bevölkerung waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Santos versprach einen Energieplan sowie den Bau neuer Wasserleitungen, Krankenhäuser und Wohnhäuser.

Sintflutartige Regenfälle hatten am Freitagabend Schlammlawinen in Mocoa ausgelöst. Sie wälzten sich durch die Straßen und rissen ganze Häuser, zwei Brücken, Autos und Bäume fort. Unterdessen geht die Suche nach Vermissten weiter.

Laut einer Studie, die Kolumbiens Universidad Nacional am Montag veröffentlichte, könnten sich derartige Katastrophen in hunderten weiteren Orten des Landes wiederholen. "Wenn keine wirksamen Maßnahmen ergriffen werden, kann sich der bedauernswerte Fall in Mocoa in 385 (Orten) im Einflussgebiet von Flüssen wiederholen", erklärte die Universität. Diese Gefahr betreffe Ortschaften im Zentrum und Süden Kolumbiens, erklärte der Geologe Germán Vargas Cuervo.

afp

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