Keine Überlebenden

Erdstoß verursacht Grubenunglück mit acht Toten in Polen

+
Ministerpräsidentin Beata Szydlo reiste nach Polkowice, um sich ein Bild der Lage zu machen. Foto: Maciej Kulczynski

Niederschlesien ist keine typische Erdbebenregion. Oft rumpelt es unter Tage, weil der Fels über alten, leeren Stollen einstürzt. In einer Kupfergrube müssen Retter wieder einmal nach Vermissten graben.

Warschau (dpa) - Bei einem schweren Grubenunglück in Südwestpolen sind acht Bergarbeiter ums Leben gekommen. Auch die letzten drei noch vermissten Arbeiter wurden am Abend tot in der Kupfergrube gefunden. 

"Das ist die Bilanz dieses tragischen Unglücks", sagte der Direktor der Kupfermine Rudna im niederschlesischen Polkowice, Pawel Markowski. Ein Erdbeben am Dienstagabend hatte das Unglück ausgelöst.

Die 50 Retter arbeiteten unter extremen Bedingungen. Nach Angaben des Minendirektors herrschten unter Tage mehr als 30 Grad Celsius und hohe Luftfeuchtigkeit. Teils räumten die Suchtrupps Gestein mit den Händen aus dem Weg, um weiter zu den Vermissten vorzudringen.

Bereits in der Nacht hatten die Suchmannschaften zwei Männer im Alter von 33 und 47 Jahren nur noch tot bergen können. Am Mittwoch fanden sie die Leichen zweier Verschütteter im Alter von 23 und 24 Jahren, die erst seit wenigen Monaten in der Grube Rudna beschäftigt waren. Dann wurde ein 50-Jähriger tot gefunden. "Es ist eine Tragödie", sagte Markowski. Ministerpräsidentin Beata Szydlo reiste nach Polkowice, um sich ein Bild der Lage zu machen.

Nach Angaben des Grubenbetreibers KGHM waren nach einem Erdbeben der Stärke 3,4 weite Teile der Stollen eingestürzt. Das Zentrum des Bebens lag demnach in nur 1100 Metern Tiefe und löste unter Tage "große Zerstörungen" aus, wie eine Sprecherin sagte.

In den Bergwerksregionen Südpolens kommt es immer wieder zu Erschütterungen. Oft sind sie auf mangelhafte Sicherung ausgebeuteter Minen zurückzuführen. Der Auslöser des aktuellen Bebens ist aber noch unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen des Anfangsverdachts auf fahrlässige Verletzung der Sicherheitspflichten. 2013 waren nach einem Erdstoß in der Grube Rudna 19 verschüttete Bergleute gerettet worden.

Gazeta Wyborcza (Polnisch)

Bergbaukonzern KGHM (Engl.)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.