Ex-Intendant der Bad Hersfelder Festspiele

Ermittlungen: Dieter Wedel zeigt seine Ex-Geliebte wegen versuchter Erpressung an

Gemeinsamer Auftritt auf dem Deutschen Opernball in der Alten Oper in Frankfurt 2006: Dominique Voland mit Regisseur Dieter Wedel. Das Motto des Abends lautete „Let’s enjoy“ (übersetzt: Lasst uns Freude haben). Foto: Uwe Zucchi/dpa

Wegen des Verdachts der versuchten Erpressung wird gegen die ehemalige Lebensgefährtin des früheren Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele Dieter Wedel ermittelt.

Berlin/Bad Hersfeld. Dieter Wedel liebte große Spektakel – inszeniert vor der Kamera, aber auch abseits auf den Roten Teppichen der Republik. Gerne zeigte er sich mit Langzeitfreundin Uschi Wolters oder mit seiner Ex-Geliebten Dominique Voland. Seine mehrere Jahre andauernde Doppelbeziehung setzte er selbst gekonnt in Szene. So wie seine großen Fernsehgeschichten, die er meist über mehrere Episoden erzählte.

Nun gibt es eine neue Episode. Aber nicht von einer neuen Serie, sondern im Zusammenhang mit den von Schauspielerinnen erhobenen Missbrauchsvorwürfen gegen den einstigen Starregisseur. Dieter Wedel hat Anzeige gegen seine Ex-Freundin Dominique Voland erstattet. Das bestätigte am Freitag die Berliner Staatsanwaltschaft auf Nachfrage unserer Zeitung. Sie hat Ermittlungen aufgenommen. Der 40-Jährigen wird versuchte Erpressung vorgeworfen.

Hinkel bestätigt Telefonat

Nach einem Bericht der Bild-Zeitung soll Voland per Telefon Wedel am 20. Januar darüber informiert haben, dass mehrere Zeitungen sie um eine Stellungnahme zu den Missbrauchsvorwürfen gebeten hätten. Man habe ihr sogar Geld geboten. Laut Bild-Zeitung hätte sie ihm angeboten zu schweigen, wenn er 150.000 Euro zahle. Wedel, der gerade am Frühstückstisch mit seiner Lebensgefährtin Uschi Wolters und seinem damaligen Stellvertreter bei den Bad Hersfelder Festspielen Joern Hinkel gesessen haben soll, lehnte ab. Das weitere Gespräch mit Voland habe dann Hinkel geführt, in dessen Verlauf die Ex-Freundin sogar 300 000 Euro von Wedel gefordert habe. Auf Nachfrage bestätigt die Pressestelle der Festspiele im Namen des derzeitigen Intendanten Joern Hinkel das Gespräch und den von Bild skizzierten Verlauf.

19 Tage nach dem mutmaßlichen Telefonat äußerte sich Dominique Voland in der Zeitschrift Gala. Darin erklärt sie: „Ich glaube diesen Frauen. Auch ich hatte in der Beziehung zu ihm viele leidvolle Erfahrungen ertragen müssen.“ Des Weiteren bezeichnet sie ihren Ex-Geliebten als „Choleriker“ und „Narzissten.“

Nach der Veröffentlichung des Artikels erstattete Dieter Wedel bei der Berliner Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Voland. Zum einen wegen versuchter Erpressung, die der Pressegeschichte vorausgegangen sein soll. Die Ermittlungen diesbezüglich laufen in Berlin. Darüber hinaus verklagte Wedel seine Ex-Freundin wegen der Äußerungen in der Gala wegen übler Nachrede und Verleumdung. Mit dem Aspekt beschäftigte sich die Hamburger Staatsanwaltschaft „Die Ermittlungen diesbezüglich sind eingestellt, da kein Straftatbestand vorlag“, erklärte am Freitag Oberstaatsanwalt Carsten Rinio auf Nachfrage unserer Zeitung.

Neben der Berliner Staatsanwaltschaft ermitteln somit nur noch die Münchener Kollegen wegen einer möglicherweise nicht verjährten Sexualstraftat Wedels.

Dieter Wedel selbst wollte sich am Freitag nicht äußern, wie sein Anwalt unserer Zeitung mitteilte.

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