„Licht des Glaubens“

Erste Enzyklika zweier Päpste veröffentlicht

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Das Werk mit dem Titel „Lumen Fidei“ (Licht des Glaubens) wurde von Papst  Benedikt XVI. begonnen und von seinem Nachfolger Franziskus vollendet.

Rom - Das hat es in der katholischen Kirche noch nicht gegeben: Die erste Enzyklika von Papst Franziskus ist ein gemeinsames Werk mit Vorgänger Benedikt.

Der Vatikan hat erstmals in der Geschichte der katholischen Kirche eine gemeinsame Enzyklika zweier Päpste veröffentlicht. Das Werk mit dem Titel „Lumen Fidei“ (Licht des Glaubens) wurde von dem zurückgetretenen Benedikt XVI. begonnen und von seinem Nachfolger Franziskus vollendet. Auf mehr als 80 Seiten beschreiben die beiden Päpste in dem am Freitag in Rom präsentierten Werk die Bedeutung des Glaubens. Er sei in der Lage, die Existenz jedes Menschen zu erleuchten, heißt es in der Einleitung. Glaube sei eine Geschenk Gottes, „wer glaubt, sieht.“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hob in einer ersten Reaktion hervor, dass das neue Weltrundschreiben den Reigen der drei theologischen Grundkräfte Glaube, Hoffnung und Liebe vollende. „Es ist ein bemerkenswertes Zeichen, dass Papst Franziskus bei aller Verschiedenheit der beteiligten Personen und Charismen großzügig von seinem Vorgänger die Ausarbeitung in der Substanz übernommen hat“, betonte Zollitsch. Dies sage viel aus über die Kontinuität der Lehre in der Kirche und über die enge Zusammengehörigkeit der beiden Kirchenmänner.

Historischer Moment in Rom: Der Papst geht in Ruhestand

Historischer Moment am 28. Februar 2013 für eine Milliarde Katholiken weltweit: Papst Benedikt XVI. geht in Ruhestand. © dpa
Historischer Moment am 28. Februar 2013 für eine Milliarde Katholiken weltweit: Papst Benedikt XVI. geht in Ruhestand. © dpa
Historischer Moment am 28. Februar 2013 für eine Milliarde Katholiken weltweit: Papst Benedikt XVI. geht in Ruhestand. © dpa
Historischer Moment am 28. Februar 2013 für eine Milliarde Katholiken weltweit: Papst Benedikt XVI. geht in Ruhestand. © dpa
Historischer Moment am 28. Februar 2013 für eine Milliarde Katholiken weltweit: Papst Benedikt XVI. geht in Ruhestand. © dpa
Historischer Moment am 28. Februar 2013 für eine Milliarde Katholiken weltweit: Papst Benedikt XVI. geht in Ruhestand. © dpa
Historischer Moment am 28. Februar 2013 für eine Milliarde Katholiken weltweit: Papst Benedikt XVI. geht in Ruhestand. © dpa
Historischer Moment am 28. Februar 2013 für eine Milliarde Katholiken weltweit: Papst Benedikt XVI. geht in Ruhestand. © dpa
Historischer Moment am 28. Februar 2013 für eine Milliarde Katholiken weltweit: Papst Benedikt XVI. geht in Ruhestand. © dpa
Historischer Moment am 28. Februar 2013 für eine Milliarde Katholiken weltweit: Papst Benedikt XVI. geht in Ruhestand. © dpa
Historischer Moment am 28. Februar 2013 für eine Milliarde Katholiken weltweit: Papst Benedikt XVI. geht in Ruhestand. © dpa
Historischer Moment am 28. Februar 2013 für eine Milliarde Katholiken weltweit: Papst Benedikt XVI. geht in Ruhestand. © dpa

Unterschrieben wurde die Enzyklika nur von Franziskus, Benedikt hat jedoch viel zu dem Werk beigetragen. „Dafür bin ich ihm zutiefst dankbar“, schreibt Franziskus. „In der Brüderlichkeit in Christus übernehme ich seine wertvolle Arbeit und ergänze den Text durch einige weitere Beiträge.“ Benedikt hatte seine vierte Enzyklika fast fertig gestellt, als er im Februar seinen Rücktritt erklärte. Die beiden Päpste hatten sich am Freitagmorgen bei der Einweihung eines neuen Denkmals getroffen und sich mit einer langen Umarmung begrüßt.

Enzykliken sind die wichtigsten Schreiben, die Päpste veröffentlichen. Sie sollen den Gläubigen als Wegweiser dienen. Benedikt hatte während seines rund achtjährigen Pontifikats drei solcher Lehrschreiben vorgelegt. Die nun veröffentlichte Enzyklika ist auch eine Fortsetzung seiner beiden vorherigen Werke zur Liebe und zur Hoffnung. Kardinal Marc Oullet, der Präfekt der Bischofskongregation, betonte, die Enzyklika sei der noch fehlende Pfeiler in Benedikts Trilogie zu den theologischen Tugenden.

Gerhard Ludwig Müller, der Präfekt der Glaubenskongregation, sagte, der Text zeige zwar die Unterschiede im Stil, in der Wahrnehmung und der Schwerpunktsetzung der beiden Päpste, offenbare aber auch die grundlegende Kontinuität der Botschaften.

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
1973 war Bergoglio noch einfacher Priester. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Hochzeitsfoto der Eltern Bergoglios, Regina Maria Sivori and Mario Jose Bergoglio, aus dem Jahr 1935. Ein Jahr später wurde Bergoglio geboren. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio (rechts, zusammen mit zwei Klassenkameraden) ging in den frühen 50er-Jahren in eine Schule in Buenos Aires © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglios Vater, Mario Jose Bergoglio (Mitte) mit seinen Eltern, Juan und Magarita Vasallo in Buenos Aires (Foto undatiert) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
In diesem Gebäude in Buenos Aires, einst eine technische Schule, machte Bergoglio seinen Abschluss als Chemietechniker. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
In einem Seminar lehrte Bergoglio (hier ein Bild aus dem Jahr 1966) Literatur und Psychologie. © ap/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
1969 bekam Bergoglio seine Priestweihe. Hier posiert er (hintere Reihe, 2. v. l.) mit seiner Familie. (Foto undatiert) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
Bereits als Priester leitete Bergoglio (r., Foto aus dem Jahr 1973) viele Messen. © ap/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
Papst Johannes Paul II. ernannte Bergoglio 2001 zum Kardinal. © ap/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Dieses Slum von Buenos Aires besuchte Bergoglio zu seiner Zeit als Erzbischof oft. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio ist Anhänger des Fußballteams von San Lorenzo de Almagro. (Foto aus dem Jahr 2011) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio ist Mitglied des Fanclubs. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Papst Benedikt XVI. bei einem Treffen mit Kardinal Bergoglio im Jahre 2007. © AP/dpa
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Erzbischof Bergoglio bei einer Messe für Drogenabhängige und Arme aus dem Jahr 2008. © dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Die Präsidentin Argentiniens, Cristina Fernandez, soll ein eher kühles Verhältnis zum neuen Papst haben. (Foto aus dem Jahr 2008) © AP/dpa
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Bergoglio fuhr noch als Kardinal von Buenos Aires mit der U-Bahn. (Foto aus dem Jahr 2008) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Kardinal Bergoglio beim Heiligen Abendmahl (Foto aus dem Jahr 2009) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Kardinal Bergoglio bei einer Messe (Foto aus dem Jahr 2009). © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Die Volksnähe hat er sich bewahrt: Bergoglio trinkt Mate, das Nationalgetränk Argentiniens. (Foto aus dem Jahr 2013) © AP/dpa
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Kardinal Bergoglio einen Tag vor Beginn des Konklaves, bei dem er zum neuen Papst gewählt wurde. © dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Als Papst nennt er sich Franziskus - nach dem Heiligen Franz von Assisi. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
Die jüngste Stimme von Papst Bergoglio, María Elena Bergoglio (65), hat ihren Pass erneuert, um ihren Bruder in Rom besuchen zu können. © dpa

Die vierte Enzyklika ist kürzer als die bisherigen Werke Benedikts. In insgesamt vier Kapiteln plus Einleitung und Schlussteil befassen sich die beiden Päpste mit dem Glauben. Sie schreiben, es sei unmöglich, nur für sich selbst zu glauben. „Der Glaube ist keine Privatsache, keine individualistische Auffassung, keine subjektive Meinung.“ Das Licht des Glaubens werde wie eine Flamme von Generation zu Generation weitergetragen.

Auch das Verständnis der katholischen Kirche von der Ehe bekräftigen die beiden Päpste in der Enzyklika. „Vor allem denke ich an die dauerhafte Verbindung von Mann und Frau in der Ehe“, heißt es. Sie entstehe auch aus der „Annahme des Gutes der geschlechtlichen Verschiedenheit“.

dpa

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