EU erwägt Stresstests für Atomkraftwerke

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Das Atomkraftwerk in Krümmel bei Geesthacht.

Brüssel - EU-Energiekommissar Günther Oettinger erwägt Stresstests für europäische Atomkraftwerke.

Die Addition von Naturkatastrophen in Japan müsse alle nachdenklich stimmen und “uns zu einem Sicherheitscheck für alle Kernkraftwerke bringen und die Frage aufwerfen: Können wir in Europa in absehbarer Zeit ohne Kernkraftwerke unseren Strombedarf sichern“, sagte Oettinger am Dienstagmorgen im ARD-“Morgenmagazin“.

Das Thema Stresstest soll auch bei einem Krisentreffen am Dienstag in Brüssel auf der Agenda stehen, wie eine Sprecherin Oettingers in Brüssel betonte. Das sei eine Idee, die erwogen werden müsse. Sicherheit sei für Europa unteilbar, betonte Oettinger. Die Folgerungen aus dem schrecklichen Unglück in Japan müssten weltweit getroffen werden.

Diese deutschen AKWs müssen sofort vom Netz

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Am Dienstag treffen sich in Brüssel EU-Energieminister, Vertreter von Industrie und Regulierungsbehörden, um angesichts der Atomkrise in Japan die Situation in Europa zu debattieren. Aus Deutschland werden offiziellen Angaben zufolge keine Minister anwesend sein, sondern Fachleute von Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministerium sowie ein Experte für Anlagen und Reaktorsicherheit.

Bei dem Treffen, zu dem den Angaben zufolge 110 Experten aus der EU erwartet werden, soll über die Sicherheitssituation europäischer Atomkraftwerke gesprochen werden. Ein Augenmerk soll nach den Worten der Sprecherin dabei auf der Notstromversorgung der Meiler liegen. Auch die europäischen Informationssysteme sollen ein Thema sein. Oettinger werde mit einem kritischen Ohr und einem kritischen Auge in das Treffen gehen, erklärte die Sprecherin weiter. Politische oder rechtliche Ergebnisse sind bei den Treffen nach Worten eines Kommissionssprechers nicht zu erwarten.

Startschuss für weitere Treffen

Das Treffen in Brüssel soll nach den Worten der Sprecherin nur das erste seiner Art sein. “Das ist nicht das Ende der Geschichte.“

Angesichts der Atomkrise in Japan hatte eine ganze Reihe Politiker, darunter auch der österreichische Umweltminister Nikolaus Berlakovich, Stresstests für europäische Atomkraftwerke gefordert.

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

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Die konkreten Sicherheitsanforderungen für die 143 europäischen Meiler sind in erster Linie national geregelt. Auch die Genehmigung liegt in der Hand der Nationalstaaten. Lediglich die Einhaltung von Minimumstandards ist auf EU-Ebene geregelt.

Für Störfälle gibt es in Europa das sogenannte ECURIE-Frühwarnsystem, das nach dem Atomunfall von Tschernobyl eingerichtet wurde. Es sieht vor, dass sobald ein Mitgliedsland eine erhöhte Strahlenkonzentration auf seinem Territorium misst, es diese Informationen sofort weitergeben muss und in der Folge sämtliche Mitgliedsländer umgehend informiert werden.

dapd

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