Tiefer Staub, brüchige Oberfläche

Das erwartet Raumsonde Rosetta heute bei der Landung auf dem Kometen

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So könnte es aussehen: Raumsonde Rosetta setzt heute das Mini-Labor Philae (Foto) auf dem Kometen ab.

Göttingen. Die erste Mondlandung am 20. Juli 1969 war ein Meilenstein in der Geschichte der Raumfahrt. Heute erwarten sich Weltraumforscher eine weitere Sensation: Harte Daten zum Ursprung des Sonnensystems von Raumsonde Rosetta.

Die Landeeinheit soll am Nachmittag mit dem fliegenden Labor Philae auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko – genannt Tschury – aufsetzen.

Der Komet erinnert in seiner Form an eine Spielzeugente. Er ist ein durchs All rasender Träger der Ur-Materie. Die Staubschicht auf Tschury ist mehr als 4,6 Milliarden Jahre fast unbeeinflusst geblieben.

Das 100 Kilogramm schwere Labor Philae wird die mineralogische und chemische Zusammensetzungen des Kometenmaterials untersuchen. So sollen Einblicke in die Anfänge des Sonnensystems ermöglicht werden. Und das mit Hilfe von Geräten, die auch am Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) entwickelt wurden. Seit dem Start am 2. März 2004 mit einer Ariane-5plus-Rakete hat Rosetta auch mittels des in Göttingen konzipierten Kamerasystems Osiris den Horizont der Weltraumforscher erweitert. Sie gingen lange von festen, relativ glatten Kometen-Oberflächen aus. Weit gefehlt: Tschury ist zerklüftet, besteht aus zwei Teilen, auf ihm liegen riesige Brocken herum. Klar ist auch, dass Tschury streng duftet. Könnte Philae riechen, hätte der Lander ein Problem. Die Gase, die aus dem Kometenkern austreten, enthalten Methan, Ammoniak, Stickstoff, Formaldehyd und Blausäure – ein stinkender Cocktail.

Die neuesten Fotos zeigen auch: Tschury könnte Philae eine böse Überraschung bescheren, ein Versinken in tiefem Staub oder Wegsacken auf brüchiger Oberfläche.

Von Thomas Kopietz

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