Nasa: Satellit über Pazifik abgestürzt

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Nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation ist der US-Satellit UARS am Samstag abgestürzt.

Washington/Darmstadt - Der tonnenschwere Satellit UARS ist auf die Erde abgestürzt. Aber wo genau der Weltraumschrott landete - das blieb zumindest vorerst ein Rätsel. Experten warnten vor Fundstücken: Finger weg davon!

Der busgroße Forschungssatellit UARS ist am Samstagmorgen deutscher Zeit über dem Pazifischen Ozean abgestürzt. Ein Rätsel blieb aber auch noch Stunden später, wo die Trümmer genau vom Himmel fielen. Experten warnten vorsichtshalber: Wer Teile des Weltraummülls findet, sollte sie nicht anfassen.

Etwa 90 Prozent des Satelliten seien verglüht, sagte der Sprecher der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, Bernhard von Weyhe, in Darmstadt. Geschätzt 20 bis 25 Fragmente seien wohl übriggeblieben.

Nach Nasa-Berechnungen dürften etwa 26 Stücke auf die Erde gelangt sein - aus Materialien wie Beryllium, Titan oder Stahl, die der Hitze beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre standhalten könnten, berichtete der Sender CNN. Laut space.com schätzt die US-Weltraumbehörde, dass das größte Teil knapp 140 Kilo schwer ist und die Trümmer in einem Umkreis von rund 800 Kilometern auf die Erde fielen.

Der Satellit stürzte der Esa zufolge gegen 6.20 Uhr MESZ ab, die Nasa nannte ein Zeitfenster zwischen 5.23 und 7.09 UHR MESZ. “Die genaue ... Zeit und der genaue Ort können noch nicht mit Sicherheit bestimmt werden“, teilte die US-Behörde mit. Aufnahmen von Himmels-Erscheinungen aus Texas und Hawaii könnten nach Angaben des Nachrichtensenders CNN auf Trümmer des Satelliten hindeuten.

Solche Abstürze von Satelliten seien nicht selten, erläuterte der Weltraumschrott-Experte der Esa, Prof. Heiner Klinkrad, der Nachrichtenagentur dpa. So seien im vergangenen Jahr etwa 22 Satelliten und noch einmal so viele Raketenoberstufen in die Erdatmosphäre eingetreten. Auch der deutsche Röntgensatellit Rosat werde in etwas mehr als einem Monat unkontrolliert abstürzen.

Die Gefahr, von solchen Trümmern aus dem All getroffen zu werden, sei äußerst gering. Klinkrad: “Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendein Mensch auf der Erde von einem wiedereinkehrenden Bruchstück eines Satelliten oder einer Oberstufe ernsthaft verletzt wird, beträgt etwa 1:100 Milliarden. Bislang ist in der mehr als 50-jährigen Weltraumgeschichte keine einzige Person zu Schaden gekommen.“

Wer ein Teil finde, solle es nicht anfassen, sondern die Polizei benachrichtigen, warnte die Nasa. Obwohl der Satellit keine schädlichen Chemikalien oder radioaktives Material an Bord gehabt habe, könnten beim Auseinanderbrechen scharfe Ecken und Kanten entstanden sein, sagte der US-Weltraummüll-Experte Robert Pearlman.

Der Satellit UARS wurde 1991 ins All geschickt, um die Ozonschicht und die Erdatmosphäre zu untersuchen. Die Messungen endeten im Jahr 2005. Seitdem ist der Satellit außer Betrieb.

Der Astrophysiker Jonathan McDowell von der Harvard-Universität wies darauf hin, dass UARS bei weitem nicht der größte Weltraummüll gewesen sei, der auf die Erde stürzte. “Das ist nichts gegen die Skylab-Angst in den 70er Jahren, als die etwa 70 Tonnen schwere Raumstation vom Himmel stürzte“, zitierte CNN den Experten. Trümmer von Skylab fielen 1979 über West-Australien herab - Berichte über Verletzte gab es aber auch damals nicht.

dpa

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