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ESC 2022: Deutschland mit schlechten Chancen auf den Sieg

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Von: Fee Halberstadt

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Deutschland hat beim ESC 2022 schlechten Chancen auf den Sieg
Malik Harris tritt dieses Jahr beim ESC für Deutschland an. Seine Chancen, zu gewinnen, sind nach ersten Fan-Abstimmungen nicht gut. © Britta Pedersen/dpa

Die ersten Prognosen für den ESC 2022 stehen. Deutschland scheint keine Chancen auf den Sieg zu haben. Außerdem will die ukrainische Band ein Statement setzen.

Turin – Eine Prognose des Siegers des 66. Eurovision Song Contests (ESC) scheint schwerer denn je zu sein, denn die Bewertung von Hitqualität und Show mischen sich in diesem Jahr mit dem Thema Krieg. Die Punktevergabe beim ESC unterliegt strengen Regeln und verteilt sich je zur Hälfte auf die Jurys und das Publikum. Fanabstimmungen mögen einen ersten Einblick in einen möglichen Ausgang des Wettbewerbs geben, sind jedoch nicht vollkommen zuverlässig. Wie es aussieht, ist Deutschland aber nicht vorne mit dabei.

Deutschland mit seinem ESC-Teilnehmer Malik Harris ist mit den anderen großen Geldgeberländern des Wettbewerbs bereits für das Finale qualifiziert – ohne diesen Bonus hätte es Deutschland in den vergangenen Jahren vermutlich schwer gehabt, überhaupt ins Finale zu kommen. In den sechs vergangenen Wettbewerben landete Deutschland fünfmal auf einem der letzten Plätze – einzige Ausnahme war Michael Schulte als Viertplatzierter im Jahr 2018. Der letzte Sieg Deutschlands ist bereits einige Jahre her, nämlich als Lena Meyer-Landrut den ESC 2010 gewann.

Feinabstimmung zeigt erste Prognose: Schlechte Chancen für Deutschland beim ESC 2022

Dass Malik Harris mit seinen „Rockstars“ nicht einmal Außenseiterchancen auf einen vorderen Platz hat, zeigt die Fanabstimmung. Die internationale Fanorganisation Ogae ließ in 43 Ländern ihre nationalen Fanclubs abstimmen. Von den Fans vergaben nur jene aus Lettland mickrige zwei Punkte an Deutschland.

Die Fanabstimmung zeigte allerdings auch, dass der von den in den vergangenen Jahren treffsicheren Buchmachern erwartete ukrainische Sieg nicht so sicher ist, wie es vielleicht scheint. Dort liegt nämlich Schweden mit Cornelia Jakobs hauchdünn vor dem Vorjahressieger Italien, das nach der im vergangenen Jahr erfolgreichen Rockband Maneskin diesmal mit dem Duo Mahmood & Blanco antritt. Die Ukraine liegt weit zurück.

Zwiespalt des ESC 2022 wird deutlich: In der Ukraine herrscht Krieg

In der Ukraine herrscht seit Ende Februar Krieg. Mit diesem Hintergrund dürfte der ESC in der kommenden Woche in Italien eine Gratwanderung werden – dort das Leid des Kriegs, hier der Musikwettbewerb mit seiner oft albern-heiteren Note und überdrehten Bühneninszenierungen. Oleh Psiuk, Sänger des ukrainischen Starters Kalush Orchestra, spürt trotz dieser Diskrepanz Rückendeckung der Ukrainer für seinen Auftritt. „Sie wünschen uns Glück und sagen, dass das jetzt sehr wichtig ist für die Ukraine“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die Buchmacher in den Wettbüros erwarten, dass sich die Fans des weltweit am meisten beachteten Musikwettbewerbs bei der Abstimmung mit der Ukraine solidarisieren: Das Kalush Orchestra gilt als Favorit für den Sieg. Sein Lied „Stefania“ ist eine Mischung aus Rap und Folklore und eigentlich der Mutter von Rapper Psiuk gewidmet.

Sieg beim ESC 2022: Ukraine nimmt weiterhin am Wettbewerb teil

„Ich werde immer zu dir kommen, auch wenn alle Straßen zerstört sind“ – Die Zeile hat angesichts der massiven Zerstörungen in der Ukraine eine sehr aktuelle politische Note, auch wenn das Lied schon lange vor dem Krieg geschrieben wurde. Viel konkreter sind allerdings die unmittelbaren Auswirkungen des Kriegs auf die Band: Eines der Mitglieder wird nicht in Turin auf der Bühne stehen, weil der Mann gerade als Kämpfer Kiew verteidigt.

ESC 2022: Deutschland hat kaum Chancen auf den Sieg, die Ukraine hingegen schon
Die Band Kalush Orchestra vertritt. beim ESC 2022 die Ukraine. Wie sich die Band zum Krieg in ihrem Heimatland äußern will, ist bislang unklar. © Maxim Fesenko/dpa

Wie sich die Band zum Krieg in ihrem Heimatland äußern will, wollte Psiuk vor dem 10. Mai nicht verraten. An diesem Abend, dem kommenden Dienstag, findet das erste Halbfinale statt, in dem sich die Ukraine zunächst mit neun anderen Ländern qualifizieren muss. Auch im zweiten Halbfinale am Donnerstag (12. Mai) müssen sich im Turiner PalaOlimpico zehn weitere Länder für das Finale mit 25 Ländern am Samstag, dem 14. Mai, qualifizieren. (fh/afp)

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