5000 Jahre alt

Stamm aus Werratalsee gezogen: Eiche ist älter als ägyptische Pyramiden - Baum soll erhalten bleiben

Ganz schön alt: Der Baum, der im November 2019 aus dem Werratalsee bei Eschwege gezogen wurde, stand schon vor 5000 Jahren im Werratal.
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Ganz schön alt: Der Baum, der im November 2019 aus dem Werratalsee bei Eschwege gezogen wurde, stand schon vor 5000 Jahren im Werratal.

Im Werratalsee bei Eschwege nahe Kassel wurde ein Baum aus dem Wasser gezogen. Wie sich jetzt herausstellt, ist die Eiche mehr als 5000 Jahre alt. 

  • Werratalsee bei Eschwege nahe Kassel: 5000 Jahre alter Baumstamm aus dem Wasser gezogen
  • Eiche stand von 3206 bis 2814 vor Christus
  • Zu dieser Zeit waren die Pyramiden in Ägypten noch nicht erbaut

Update am Donnerstag, 05.03.2020, 11:00 Uhr: Die mehr als 5000 Jahre alte Eiche, die Mitte November vom Technischen Hilfswerk  aus dem Werratalsee geborgen wurde, soll in jedem Fall erhalten werden.

Das erklärte Bürgermeister Alexander Heppe gestern auf Anfrage. Der Baumstamm müsse zunächst in einem Verfahren mit großem Aufwand konserviert werden. Das werde längere Zeit in Anspruch nehmen. Der Fund soll danach wenigstens zum größten Teil am Werratalsee platziert werden. Auf einer Hinweistafel soll die Geschichte des Baumes erzählt werden. 

Bei dem Holz handelt es sich um eine Eiche, die fast 400 Jahre alt wurde. Sie stand vor 5000 Jahren im Werratal, genau von 3206 bis 2814 vor Christus – also zu einer Zeit, als die Pyramiden in Ägypten noch nicht erbaut waren. Das hatte ein Experte am Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie in Mannheim herausgefunden.

Der Baum stand also vor 5000 Jahren sehr wahrscheinlich nicht weit entfernt vom Fundort im Werratalsee beim heutigen Eschwege nahe Kassel, wie der Eschweger Historiker Dr. Karl Kollmann annimmt. Denn: „Wegen der Erhaltung eines Teiles der Krone kann ein Transport durch die Werra ausgeschlossen werden.“

Erstmeldungvom 03.03.2020: Baumstamm aus dem Werratalsee gezogen: Eiche ist älter als ägyptische Pyramiden

Wie alt mag der zehn Meter lange und gut einen Meter starke Baumstamm sein, der da seit Mitte November am Sandstrand des Werratalsees am Campingpark Knaus in Eschwege bei Kassel liegt – mittlerweile in zwei Teile zersägt? Und um welche Baumart handelt es sich? Das fragten sich schon viele Spaziergänger, die nach dem Herausziehen des Stammes vom Seegrund am Südwestufer vorbeikommen.

Die Antworten kann jetzt Dr. Karl Kollmann, der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Archäologie bei der VHS Werra-Meißner und einstige langjährige Stadtarchivar von Eschwege (nahe Kassel), geben: Es handelt sich um eine Eiche, die fast 400 Jahre alt wurde. Sie stand vor 5000 Jahren im Werratal, genau von 3206 bis 2814 vor Christus – also zu einer Zeit, als die Pyramiden in Ägypten noch nicht erbaut waren.

Eschwege bei Kassel: 5000 Jahre alter Baumstamm im Werratalsee gefunden 

Diese genauen Aussagen stammen aus Erkenntnissen von einem Experten am Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie in Mannheim. Dem hatte Kollmann zunächst eine kleine Probe geschickt, damit die Holzart des 5000 Jahre alten Baumstamms aus dem Werratalsee bei Eschwege nahe Kassel bestimmt werden konnte. Dann wurde, wie er berichtet, mithilfe des Heimatvereins Aue (Werra-Meißner-Kreis) eine Scheibe abgesägt und ein großes Stück, das vom Kern bis zur Borke reichte, zur Datierung nach Mannheim geschickt. 

5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden

5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden © Stefanie Salzmann
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden © Stefanie Salzmann
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden © Stefanie Salzmann
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden © Stefanie Salzmann
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden © Stefan Forbert
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden © Stefan Forbert
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden © Stefan Forbert
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden
5000 Jahre alter Baum im Werratalsee bei Eschwege gefunden © Stefan Forbert

Dort erfolgte durch Ermittlung der gut sichtbaren Jahresringe eine dendrochronologische Untersuchung. Dabei werden, wie Kollmann erläutert, die Abstände der Wachstumsringe des Baumstammes vermessen und bilden aufgrund ihrer Unregelmäßigkeit eine charakteristische Kurve, die sich zeitlich genau einordnen lässt – solange das Stück nicht älter als 14 000 Jahre ist. Und das war es, wie sich herausstellte, ja nicht.

Eschwege bei Kassel: Baumstamm aus dem Werratalsee  zu groß für den Transport

Der Baum stand also vor 5000 Jahren sehr wahrscheinlich nicht weit entfernt vom Fundort im Werratalsee beim heutigen Eschwege nahe Kassel, wie Kollmann annimmt. Denn: „Wegen der Erhaltung eines Teiles der Krone kann ein Transport durch die Werra ausgeschlossen werden.“ 

Zu jener Zeit lebten im Werratal in der Nähe von Kassel bereits Menschen, so Historiker Kollmann. Etliche Funde von Steinwerkzeugen hätten das bewiesen, nur ließen diese sich nie exakt datieren. Er kündigt an, dass jetzt versucht werden soll, weitere Einzelheiten über diese Zeit vor 5000 Jahren in unserer Region zu ermitteln und dann in einem Vortrag zu präsentieren.

Eschwege bei Kassel: Konservierung des 5000 Jahre alten Baumstamms aus dem Werratalsee ist schwierig

Zudem sorgt er sich um die Zukunft des besonderen Baum-Fundes. Wegen der Größe war der 5000 Jahre alte Stamm aus dem Werratalsee bei Eschwege (nahe Kassel) zunächst in der Mitte geteilt worden, und der Abtransport verzögerte sich, weil wegen der milden Witterung der aufgeweichte Boden ein Befahren mit größerem Gerät bislang nicht zulässt. „Was soll nun mit diesem uralten Zeugen der Vergangenheit geschehen?“, fragt sich Karl Kollmann.

Die Konservierung des Baumstammes auf Dauer sei schwierig und vor allem teuer. Geplant sei, einige Stücke beziehungsweise Scheiben zu erhalten. Aber der Großteil werde wohl „leider der Entsorgung zum Opfer fallen“. 

von Stefan Forbert

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