Studie zu Medikamentenbelastung

So gefährlich war das Pferdefleisch

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Pferdefleisch in Lasagne, Ravioli und anderen Tiefkühlprodukten sorgten im März für einen handfesten Lebensmittelskandal.

Brüssel - Der Appetit auf Lasagne oder Ravioli wurde den Verbrauchern durch den Pferdefleisch-Skandal ordentlich verdorben. Nun steht auch fest, wie gesundheitsschädlich der Lebensmittelbetrug war.

Europäischen Verbrauchern droht nach Angaben von EU-Behörden keine unmittelbare Gesundheitsgefahr durch Medikamentenrückstände in Pferdefleisch. „Man müsste Hunderte von Pferde-Hacksteaks essen, um vielleicht Probleme zu bekommen“, sagte ein Sprecher von EU-Verbraucherschutzkommissar Tonio Borg am Dienstag in Brüssel. Er bezog sich auf eine am Vortag veröffentlichte Studie zweier EU-Behörden zu möglichen Gefährdungen durch Reste des entzündungshemmenden Medikaments Phenylbutazon.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) mit Sitz in London und die Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) in Parma hatten im Auftrag der Kommission das Risiko für EU-Bürger durch das Pferdemedikament Phenylbutazon untersucht. Auf eine Million Menschen kämen pro Tag höchstens 368, die das Medikament möglicherweise unfreiwillig zu sich genommen haben - wenn sie als Rindfleisch ausgezeichnetes Pferdefleisch gegessen haben.

Lebensmittelskandale in Deutschland

Vergammelt, verseucht, falsch deklariert - Lebensmittelskandale haben Verbraucher in Deutschland schon mehrfach verunsichert. © dpa
März 2013: 10 000 Tonnen vergifteter Mais wurden zu Tierfutter verarbeitet. Allein in Niedersachsen sind mehr als 3500 Bauernhöfe beliefert worden. © dpa
Februar 2013: Millionen Eier aus Freiland- und Bodenhaltung sowie von Bio-Betrieben wurden als angebliche Bio-Eier verkauft, obwohl die Legehennen nicht vorschriftsgemäß gehalten. © dpa
Januar 2013: In mehreren europäischen Ländern wird in Supermarktprodukten neben dem angegebenen Rindfleisch auch Pferdefleisch gefunden. Mitte Februar tauchen auch in Deutschland Fertiggerichte mit falsch deklariertem Fleisch auf. © dpa
2012: Nach dem von Behörden verhängten Produktionsstopp in einer Brotfabrik bei München meldet die Bäckereikette Müller-Brot Insolvenz an. Kontrolleure fanden wiederholt Mäusekot und Speisereste von früheren Produktionen in Maschinen der Bäckerei. © dpa
2011: In Deutschland sterben rund 40 Menschen an den Folgen des gefährlichen EHEC-Darmkeims. Die Behörden warnen vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate. Später stellt sich heraus: EHEC war von belasteten Sprossen aus Ägypten ausgelöst worden. © dpa
2010: Mit Dioxin belastetes Bio-Futtermittel eines niederländischen Herstellers wird in elf Bundesländer geliefert. Vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden viele Biohöfe gesperrt. © dpa
2008: Vergammelter Mozzarella aus Italien landet auch auf deutschen Käsetheken. Insgesamt sollen rund 11 000 Tonnen des mit Würmern und Mäusekot verunreinigten Käses europaweit als frische Ware in Supermärkten angeboten worden sein. © dpa
Lebensmittelskandale in Deutschland
2005: Mindestens 50 Betriebe und Lager in mehreren Bundesländern sind in Geschäfte mit verdorbenem Fleisch verwickelt. Große Mengen wurden zu Döner, Bratwurst und Geflügelnuggets verarbeitet. Besonderes Aufsehen erregte ein Unternehmer aus dem bayerischen Deggendorf: Er importierte tonnenweise Schlachtabfälle aus der Schweiz, deklarierte sie um und verkaufte sie an Lebensmittelproduzenten im In- und Ausland. © dpa
2005: In zwei Filialen einer Supermarktkette werden bei Hannover Mitarbeiter beim Manipulieren von Fleischverpackungen ertappt. Sie hatten Hackfleisch mit abgelaufenem Verbrauchsdatum neu verpackt und so das Verfallsdatum verlängert. Mitarbeiter und Kunden anderer Supermärkte melden sich mit ähnlichen Vorwürfen. © dpa
2001: Mit dem in der EU verbotenen Antibiotikum Chloramphenicol belastete Shrimps aus Asien gelangen über die Niederlande nach Deutschland. Die EU beschließt, die Einfuhr von Shrimps, Geflügel, Honig und Kaninchenfleisch aus China zu verbieten. © dpa
1997: Ein Skandal um illegale Rindfleisch-Importe aus Großbritannien verunsichert die Verbraucher. Aus Angst vor der Rinderseuche BSE werden in Deutschland Tausende Tiere getötet, der Konsum von Rindfleisch geht drastisch zurück. Als Auslöser der Krankheit gilt die Verfütterung von Tiermehl und Tierfett, die 2001 europaweit verboten wird. © dpa

Das entzündungshemmende Phenylbutazon ist für Tiere, die später auf dem Teller landen sollen, nicht zugelassen, da es Krebs oder krankhafte Änderungen des Blutes hervorrufen kann. Die Untersuchung stützte sich auf Daten aus 19 EU-Staaten. Das Krebsrisiko durch den Verzehr von Pferdefleisch sei „sehr gering“, hieß es in dem Bericht.

Zum Wiehern! Die besten Sprüche zum Pferdefleisch-Skandal

Lasagne im Einkaufswagen: Die Angst pferd mit. © dpa
Pferdiggerichte werden wärmstens empFohlen! © dpa
Geiz isst Gaul © dpa
Lasagne gibts natürlich nicht nur mit Pferd, somdern auch als BolognEsel! © dpa
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Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist die Lasagne, ganz ohne Rind! © dpa
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Meine Lasagne war 2008 Olympiasieger. © dpa
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Wieso sprichst Du mit Deiner Lasagne? Antwort: Ich bin der Pferdeflüsterer! © dpa
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Achtung! Diese Lasagne kann Spuren von Nüstern enthalten. © dpa
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Skandal: Seepferdchenfleisch in Fischstäbchen gefunden! © dpa
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Diese Mahlzeiten sind schwer im Kommen: Wieher Schnitzel, ... © dpa
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... Gaulasch, ... © dpa
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... serbischer Fohlentopf, ... © dpa
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... Spaghetti apassionata. © dpa
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Einen gekochten Gaul steckt man sich ins Maul. (abgewandelte Redewendung) © dpa
Gibt's demnächst bei McDonalds den Mc Fury? (In Anspielung auf das Eis McFlurry) © dpa

Am späten Nachmittag wollte die EU-Kommission zudem bekanntgeben, was die europaweite Fahndung nach Spuren von Phenylbutazon in Pferdefleischprodukten und nach falsch deklariertem Pferdefleisch ergeben hat. Die EU-Staaten hatten sich Mitte Februar auf Gentests an Rindfleischprodukten geeinigt, um möglicherweise enthaltenem Pferdefleisch auf die Spur zu kommen. Seit Jahresbeginn waren immer mehr Fälle von als Rindfleisch deklariertem Pferdefleisch in Europa bekanntgeworden, auch Deutschland war betroffen.

dpa

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