Eurojackpot: 90 Millionen Euro noch nicht abgeholt - Frist endet bald

Prag. Der Gewinner des 90-Millionen-Eurojackpots aus Tschechien hat sich immer noch nicht gemeldet. Nun wird über die Gründe spekuliert.

Inzwischen sind fast drei Wochen seit der Ziehung in Helsinki vergangen. „Wir sind nicht beunruhigt“, versichert ein Sprecher der Prager Lotteriegesellschaft Sazka. Bei Summen wie dieser sei es durchaus üblich zu warten. Doch die Frist von 35 Tagen ab der Ziehung läuft Stunde um Stunde ab. Ende Juni ist Schluss.

90 Millionen Euro hatten sich im Gewinntopf angesammelt. Als Einziger in ganz Europa hatte der Tscheche die Zahlen 12-14-18-38-46 sowie die zwei Zusatzzahlen neun und zehnrichtig getippt. Den Tippschein kaufte er in einer Kleinstadt bei Pardubice, rund 120 Kilometer östlich von Prag. Nun wird in ganz Europa spekuliert, warum sich der Gewinner nicht meldet. Das sind die Theorien:

Noch kein Bankkonto 

Vielleicht hat er noch kein Bankkonto, spekuliert Sazka-Sprecher Vaclav Friedmann. Das wäre nicht ungewöhnlich in einem Land, in dem sich viele Senioren ihre Rente noch in bar am Postschalter abholen.

Familienstreit 

Vielleicht hat er aber auch noch „Familienangelegenheiten zu klären“, spekuliert Friedmann. Womöglich ist die Scheidung noch nicht vollzogen oder die Erbfrage noch ungeregelt? „Eine gesunde Partnerschaft ist nicht gefährdet, aber eine problematische Beziehung könnte sich durch den plötzlichen Reichtum weiter verschlechtern“, sagte ein Psychologe der tschechischen Zeitung Pravo, die den noch nicht abgeholten Rekordgewinn aufmerksam verfolgt. Umgehauen vor Glück

Vermutet wird auch, dass übertriebene Euphorie den Gewinner vorübergehend aus der Bahn geworfen haben könnte. „Es gibt Fälle, in denen es die Leute regelrecht umgehauen hat“, meint der Experte. Theoretisch sei es sogar möglich, in einer solchen emotionalen Ausnahmesituation einen Herzinfarkt zu erleiden.

Verschwörung 

Im Internet werden bereits Verschwörungstheorien verbreitet. „Ich glaube, dass es gar keinen Gewinner gibt“, schreibt ein tschechischer Nutzer. „Das ist alles ein großes Theater, damit die Leute mehr Lotto spielen“, meint eine Martina aus Mähren.

Tippschein verloren 

Andere glauben zwar an die Existenz des Gewinners - er tut ihnen aber eher leid. „Entweder hat er die Nachricht nicht überlebt oder er kann seinen Tippschein nicht mehr finden“, schreibt Ivo aus Prag.

Das kann der Gewinner mit dem Geld machen: 

90 Millionen Euro sind mehr als das 7500-fache eines durchschnittlichen tschechischen Jahresverdiensts. Das liegt bei etwa 12.000 Euro. In der Eckkneipe ließe sich jeder gewonnene Euro gegen einen halben Liter Bier tauschen. Gut 98 Jahre könnte der Gewinner auch in der teuersten Präsidenten-Suite eines Prager Luxushotels residieren. Dort kostet eine Übernachtung über 2500 Euro. Aktiv sucht die Lotteriegesellschaft nicht nach dem großen Unbekannten. Eine Fristverlängerung ist im Gespräch. Danach geht das Geld an die Lotterie zurück. (dpa)

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Rubriklistenbild: © dpa

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