Forderung vor UN-Klimakonferenz

Greenpeace will Werbung für Öl- und Gaskonzerne verbieten

Umweltaktivisten fordern ein Werbeverbot für Öl- und Gaskonzerne. Greenpeace-Klimaaktivisten protestierten daher vor einer Shell-Raffinerie und seilten sich vor dem Logo des Konzerns ab.
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Umweltaktivisten fordern ein Werbeverbot für Öl- und Gaskonzerne. Greenpeace-Klimaaktivisten protestierten daher vor einer Shell-Raffinerie und seilten sich vor dem Logo des Konzerns ab.

Greenpeace und weitere Organisationen fordern in Europa ein Werbeverbot von Verbrenner-Autos und fossilen Brennstoffen. Eine Bürgerinitiative wurde bereits gestartet.

Amsterdam/Kassel – Aktuell fordern mehr als 20 Umweltorganisationen ein europaweites Verbot von Werbung und Sponsoring durch Öl- und Gasunternehmen in Europa. „Die EU hat bereits eine Richtlinie zum Verbot grenzüberschreitender Tabakwerbung und Sponsoring“, teilte die Umweltorganisation Greenpeace in einer Erklärung mit.

„Jetzt ist es an der Zeit für ein ähnliches Gesetz gegen die Industrien, die auf fossilen Brennstoffen beruhen“, hieß es weiter. Die Mitteilung wurde im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Glasgow veröffentlicht.

Europa: Greenpeace fordert Verbote und will gegen „Greenwashing“ vorgehen

„Die fossile Industrie versucht seit Jahren, sich mithilfe von Marketingmaßnahmen so grün wie möglich darzustellen, obwohl sie es gar nicht ist“, hieß es in einer von Greenpeace in Amsterdam veröffentlichten Presseerklärung. Es sei höchste Zeit, gegen „Greenwashing“ vorzugehen. Nach Angaben der Umweltorganisation versuchten mehr als 80 Aktivistinnen und Aktivisten aus zwölf europäischen Ländern, die Zufahrt zur Ölraffinerie von Shell im Hafen von Rotterdam zu blockieren.

Die EU-Kommission wurde indes aufgefordert, den Mitgliedstaaten ein Gesetz vorzuschlagen, mit dem „jegliche direkte und indirekte Verkaufsförderung und Werbung sowie jegliche kostenlose und verkaufsfördernde Verbreitung und Sponsoringverhältnisse verboten werden sollen.“ Das Verbot soll für „alle Unternehmen und Tochterunternehmen oder Lobbyorganisationen“ in Europa gelten, „die im Zusammenhang mit Gewinnung, Raffination, Lieferung, Vertrieb oder Verkauf fossiler Brennstoffe tätig sind.“

Greenpeace startet Bürgerinitiative – Initiativen in Europa nicht bindend

Der Gesetzesvorschlag der Umweltorganisationen würde die Werbung für fossile Brennstoffe und für Fahrzeuge, die sie verwenden, gänzlich verbieten, sowie das Sponsoring durch Ölfirmen untersagen. Greenpeace kündigte an, eine Million Unterschriften von EU-Bürgern für ihr Anliegen sammeln zu wollen.

Den EU-Regeln zufolge muss sich die Kommission damit beschäftigen, wenn innerhalb eines Jahres eine Million Unterschriften zusammenkommen. Bindend sind die Bürgerinitiativen in Europa allerdings nicht. (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Zuletzt vergab Greenpeace den Negativpreis „Goldene Kotzwurst“ an Edeka. Der Konzern äußerte sich prompt zu den Anschuldigungen. Zudem landen bei Amazon in Niedersachsen laut Greenpeace-Recherchen* viele Neuwaren im Müll. 

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