Ex-Boss der Hells Angels bestreitet Mordauftrag

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Ex-Präsident der Hells Angels, Holger B., ist muss sich vor dem Berliner Landgericht verantworten.

Berlin - Nach einem Anschlag auf einen führenden Berliner Rocker hat der angeklagte Ex-Rockerchef zum Prozessauftakt Mordpläne bestritten. Einen anderen Anklagepunkt gab er zu.

Wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung müssen sich seit Freitag zwei Männer aus dem Rocker-Milieu vor dem Berliner Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt dem 52-jährigen Holger B. zur Last, im Frühjahr 2012 den Mord an einen Berliner Anführer der Rockerbande Hells Angels in Auftrag gegeben zu haben. Der 64 Jahre alte Angeklagte Michael W. sollen den Auftrag zusammen mit einem flüchtigen Komplizen ausgeführt haben. Den Anschlag überlebte das Opfer schwer verletzt.

Zum Prozessauftakt bestritten beide Angeklagten nach Angaben eines Sprechers die Mordabsicht, räumte aber eine geplante Körperverletzung ein. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll Holger B. im Frühjahr vergangenen Jahres dem Mitangeklagten Michael W. und dem flüchtigen Mittäter angeboten haben, ihnen für die Tötung des Berliner Hells-Angels-Anführers André S. 10.000 Euro zu zahlen. Laut Anklageschrift war S. dafür verantwortlich, dass Holger B. 2008 aus dem Rockerclub ausgeschlossen worden war.

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Michael W. soll bei der Tat die "Planungs- und Organisationsarbeiten" übernommen haben. Im Juni 2012 habe W. zusammen mit dem dritten Mann nachts auf das Opfer gewartet, das von letzterem mit sieben Schüssen lebensgefährlich verletzt worden sei. B. und W. befinden sich seit November vergangenen Jahres in Haft.

In Erklärungen, die die Anwälte der beiden Angeklagten am Freitag vor Gericht verlasen, bestritten beide, dass das Opfer getötet werden sollte. Vielmehr sei geplant gewesen, André S. das Knie zu zertrümmern. Der flüchtige Mittäter habe jedoch "eigenmächtig" Schüsse auf das Opfer abgegeben. Für den Prozess sind insgesamt acht Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird Ende Oktober erwartet.

AFP

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