Experte: Falsches Tempo des Unglücks-Airbus unwahrscheinlich

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Die Air-France-Maschine ist am Montag abgestürzt.

Hamburg - Berichte über ein möglicherweise falsches Tempo des Unglücks-Airbus sind nach Meinung eines deutschen Luftfahrtexperten wenig glaubwürdig.

“Der Spielraum für die Geschwindigkeit ist relativ schmal in dieser großen Höhe. Fliegt man zu langsam, reißt der Strömungsfluss ab“, fliege man zu schnell, ebenso. “Das macht kein Pilot aus Versehen“, sagte Heinrich Großbongardt am Donnerstag in einem dpa-Gespräch in Hamburg.

Bilder von der Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes

Mitarbeiter von Air France sind fassungslos. © ap
Ihre Freundin saß im Flugzeug. © ap
Das Präsidentenehepaar verlässt die Kirche Notre Dame. © ap
Das Präsidentenehepaar verlässt die Kirche Notre Dame. © ap
Ökumenische Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes im Atlantik. © ap
Angehörige trauern in Notre Dame um die Opfer. © dpa
Angehörige bei der Trauerfeier in Notre Dame. © dpa
Ökumenische Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes im Atlantik. © dpa
Frankreichs First Lady Carla Bruni nach der Trauerfeier. © dpa
Angehörige weinen bei der Trauerfeier in Notre Dame um die Opfer. © dpa
Jaques Chirac bei der Trauerfeier. © 
Air France Chefs Jean Cyrill und Henri Gourgeon kamen auch zur Trauerfeier. © dpa
Auch die französische Justizministerin Rachida Dati kam. © dpa
Trauernde auf dem Weg nach Notre Dame. © dpa

Die französische Zeitung “Le Monde“ hatte zuvor berichtet, die am Montag in einem Unwetter über dem Atlantik abgestürzte Air-France-Maschine mit 228 Menschen an Bord sei möglicherweise mit unangemessener Geschwindigkeit geflogen. Bei einer Reisegeschwindigkeit von rund 800 Stundenkilometern in großer Höhe (8000 bis 10 000 Metern) könne die Maschine ungefähr 50 Kilometer pro Stunde schneller oder langsamer fliegen, sonst gebe es Probleme. “Die Handlungsmöglichkeiten der Piloten sind da sehr eingeschränkt“, sagte Großbongardt. Erfasse eine starke Gewitterböe überraschend das Flugzeug, könne das aber die Geschwindigkeit stark beeinflussen.

“Kommt die Böe von unten, wird das Flugzeug schneller, kommt sie von oben, wird es langsamer.“ Um solche Schwankungen von vornherein auszugleichen, fliege ein Pilot praktisch immer in der Mitte der möglichen Geschwindigkeitsspanne. Piloten versuchten immer, großen Gewittern auszuweichen, sie weiträumig zu umfliegen. “Aber über dem Atlantik gibt es nur wenige Wetterinformationen“, sagte Großbongardt. “Aus dem Fenster haben die Piloten gar nichts gesehen, da war nur dunkle Nacht. Und das Wetterradar gibt nur einen kleinen Ausschnitt vom wirklichen Geschehen.“ Selbst halbstündliche Voraussagen anhand von Satellitenbildern helfen seiner Meinung nach nur bedingt. “Bei der Dynamik eines Gewitters ist das nix, das ändert sich minütlich.“

dpa

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