Druckwelle beschädigt Wohnhäuser

Schwere Explosion in Chemiefabrik bei Bremen

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Ritterhude. Eine Explosion erschüttert eine Entsorgungsfirma in Ritterhude bei Bremen. Der Knall hallte am Dienstagabend kilometerweit, die Druckwelle beschädigt Wohnhäuser. Retter finden in der Brandruine einen schwer verletzten Mann. Polizeiexperten machen sich auf Ursachensuche.

Nach der Explosion in einer Entsorgungsfirma in Ritterhude vor den Toren Bremens soll am Mittwoch die Ursachensuche beginnen. Bei der viele Kilometer hallenden Detonation und dem anschließenden Großfeuer war ein Mann schwer verletzt worden. Retter zogen ihn aus den Trümmern der Brandruine. "Er hat schwerste Verbrennungen und war nicht ansprechbar", sagte Polizeisprecher Marcus Neumann. Ein Hubschrauber brachte den Mann in eine Klinik. Ob es sich bei ihm um einen anfangs vermissten Mitarbeiter der auf Abfallentsorgung spezialisierten Fabrik handelte, blieb zunächst ungewiss.

Die Druckwelle der Explosion hatte am Dienstagabend mehrere Häuser eines angrenzenden Wohngebietes derart stark beschädigt, dass sie einsturzgefährdet sind und somit vorläufig unbewohnbar. Die meisten Bewohner kamen aber den ersten Angaben zufolge mit dem Schrecken davon. Polizei und Feuerwehr sprachen in der Nacht nur von wenigen Leichtverletzten.

Zur möglichen Unglücksursache in der laut Polizeiangaben nur tagsüber laufenden Fabrik war zunächst nichts bekannt. Der Dienstleister aus Ritterhude kümmert sich mit seinen Anlagen laut eigener Beschreibung unter anderem um die "Verwertung und Entsorgung besonders überwachungsbedürftiger Abfälle", darunter "flüssige Sonderabfälle". Laut Feuerwehr ergaben Schadstoffmessungen in der Luft, dass der Großbrand keine Gesundheitsgefahr für die Bewohner in Ritterhude bedeute. Die Konzentrationen seien nicht besorgniserregend hoch.

Ein Großaufgebot mit 200 Feuerwehrleuten und 150 weiteren Helfern war am südlichen Rand Ritterhudes im Einsatz. Der Ort liegt an der Grenze zur Hansestadt Bremen. Die Hitzeentwicklung war anfangs so stark, dass die Feuerwehren nur mit viel Abstand über Drehleitern löschten. Erst später konnte die Vermisstensuche starten.

Fotos vom Feuerwehreinsatz

Schwere Explosion in Chemiefabrik bei Bremen

Der vermisste 60-Jährige stammt nach Angaben der Polizei aus Osterholz-Scharmbeck. Er wollte demnach in dem Unternehmen einen Kontrollgang machen, weil ihm sein Bereitschaftspieper einen technischen Fehler meldete. Die Retter entdeckten nur noch sein Auto vor dem Gebäude. Dass es sich bei dem geborgenen Brandopfer um den Vermissten handelt, liegt auf der Hand, eindeutig erwiesen war es laut Polizei aber nicht.

Die Retter vermuteten, dass der Vermisste noch vor der Detonation in die Fabrik gegangen sein könnte, um dort zu kontrollieren. Über sein Mobiltelefon war der Mann stundenlang nicht zu erreichen.

Polizeisprecher Neumann teilte mit, Experten der Polizei planten noch für den Mittwoch eine Begehung der Brandruine. "Sie werden mit Sicherheit einen ersten Blick darauf werfen." Die Hitzeentwicklung sei aber noch so stark, dass die Trümmer stundenlang abkühlen müssten, bevor die Kriminalpolizei ihre Spurensuche beginnen kann. Auch ein Sprecher der Feuerwehr aus Bremen sagte am frühen Mittwochmorgen, die nötigen Nachlöscharbeiten dürften sich lange hinziehen.

Neumann berichtete, dass neben dem vermissten Mitarbeiter auch noch ein zweiter Kollege losfuhr, der jedoch erst später angekommen sei - und dem daher auch nichts passierte. (dpa)

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