Selbstmordkommando stürmt Luxushotel in Kabul

Kabul - Ein Selbstmordkommando hat in der Nacht zu Mittwoch ein Luxushotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul gestürmt. In dem westlich ausgerichteten Hotel hat sich nach Polizeiangaben am Dienstag eine Explosion ereignet.

Im Innern des Gebäudes waren Schüsse zu hören.

Mindestens drei Selbstmordattentäter hätten das Hotel Intercontinental in Kabul angegriffen, sagte der Chefermittler der Kriminalpolizei in der Hauptstadt, Mohammad Sahir. Mehrere Menschen seien getötet oder verletzt worden. Die Polizei kämpfe gegen die Angreifer.

Die radikalislamische Taliban übernahm die Verantwortung für den Angriff. Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, mehrere Attentäter seien in das Hotel eingedrungen. Einer habe sich in die Luft gesprengt. Zur Zeit des Angriffs seien zahlreiche Ausländer und Afghanen zu einem Treffen versammelt gewesen. Auf der Suche nach Ausländern gingen die Attentäter von Zimmer zu Zimmer. Dabei würden sie die Zimmertüren aufbrechen.

Der private Sender Tolo TV meldete, sechs Attentäter seien beteiligt. Mehr als zehn Menschen seien getötet oder verletzt worden. Das Interconti liegt prominent auf einem Hügel in der Hauptstadt und ist das älteste Luxushotel in Afghanistan.

Der deutsche Afghanistan-Experte Thomas Ruttig berichtete aus Kabul: “Wir haben eine einzelne laute Explosion gehört.“ Danach seien Polizeiwagen mit Sirenen in die Gegend gefahren. Anwohner berichteten von Schüssen, schrieb der Ko-Direktor des Afghanistan Analysts Network (AAN) in seinem Blog. Eine Gruppe Aufständischer scheine in das mehrstöckige Gebäude eingedrungen zu sein. Zu der Explosion sei es möglicherweise im Restaurant des Hotels gekommen. Sollte sich das bestätigen, könnte es zahlreiche Opfer gegeben haben. 

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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