Auf Trail P22

Fahrrad-Fahrer schockiert: Draht auf Hals-Höhe gespannt - Lebensgefahr

Ein Fahrrad-Fahrer fährt auf seinem Mountainbike (MTB) einen Berg hinunter. Doch ein Unbekannter hat dort einen Draht auf Hals-Höhe gespannt. Der Radfahrer aus dem Kreis Kassel ist schockiert.

  • Ein Mann aus dem Kreis Kassel fährt auf seinem Fahrrad einen Berg hinunter
  • Dort ist ein Drahtseil gespannt
  • Das Drahtseil soll offenbar Radfahrer von ihrem Fahrrad reißen

Söhrewald / Kassel – Als Thomas Goerke kürzlich mit seinem Fahrrad einen Berg im Kaufunger Wald im Kreis Kassel hinunterfuhr, traute er seinen Augen nicht. Unbekannte hatten dort ein Drahtseil gespannt. 

Thomas Goerke war mit seinem E-Mountainbike auf dem Trail P22 bei St. Ottilien im Kaufunger Wald im Kreis Kassel unterwegs. Auf einem schmalen Bergabstück hatte ein Unbekannter zwischen zwei Tannen einen Draht gespannt. Dieser Draht, so die Vermutung des 45-jährigen Welleröders, sollte wohl die Fahrrad- und MTB-Fahrer „vom Sattel reißen“. Aber mehr noch - mit hoher Geschwindigkeit kann eine solche Falle auch lebensgefährlich sein.

Im Kreis Kassel ist ein Mann mit seinem Fahrrad einen Berg hinuntergerast. Dort hat ein Unbekannter jedoch einen Draht gespannt.

Draht auf Halshöhe als Gefahr für Fahrrad-Fahrer: „Böse Absicht“ dahinter vermutet

„Der Draht befand sich in Halshöhe“, berichtet Thomas Goerke. „Derjenige, der den gespannt hat, hatte eine böse Absicht“, mutmaßt der Hundetrainer aus Söhrewald im Kreis Kassel weiter. Er sei auf dem steilen Stück nicht so schnell mit seinem Fahrrad unterwegs gewesen, betont er. So habe er der Gefahr noch ausweichen können. Die Strecke ist nach Angaben des 45-Jährigen sehr beliebt bei MTB-Fahrern. 

Immer wieder komme es vor, dass Äste und Baumstämme von Unbekannten auf dem bei Fahrrad- und MTB-Fahrern beliebten Trail platziert werden. Da sei die Gegend rund um Söhrewald ganz stark betroffen. Äste seien letztendlich nicht so gefährlich, aber ein Draht könne schon für ernsthafte Verletzungen sorgen, sagt Goerke, der an besagtem Tag allein im Wald im Kreis Kassel unterwegs war.

Gefahr durch Draht: Mann rast auf Fahrrad Berg hinunter

Der gebürtige Kirchditmolder berichtet von einer ähnlichen Verschärfung der Situation im Bereich Hessenschanze im Habichtswald bei Kassel. Auch dort gingen Spaziergänger massiv gegen Mountainbiker auf ihren Fahrrädern vor. Wenn sich junge Leute etwa eine kleine Rampe anlegten, werde diese sofort zerstört, sagt er.

Fahrrad-Fan Thomas Goerke (Kreis Kassel) war mit seinem MTB unterwegs. 

Das bestätigt auch Philipp Kellner aus Harleshausen. Der 29-Jährige ist oft mit seinem MTB im Habichtswald unterwegs. Immer mehr Strecken – „auch ganz normale Wanderwege“ – würden wohl auch vom Forst mit Ästen versperrt, sagt er. Diese Strecken werden jedoch auch von Fahrrad- und Mountainbike-Fahrern genutzt. 

 „Ich habe für viele Sachen Verständnis, aber da werden teilweise ganze Bäume reingefällt“, berichtet Kellner, der sich selbst zu den besonnenen Fahrradfahrern zählt. „Die Verhältnismäßigkeit fehlt.“ Immer sorgen illegale Mountainbike-Strecken* für Ärger.

Fahrrad und MTB: Mehr Rücksicht auf allen Seiten nötig

Thomas Goerke sieht in der Entwicklung einen fortschreitenden Egoismus in der Gesellschaft. „Das wird immer mehr, das ist erschreckend.“ Alle Gruppen, Spaziergänger, Fahrradfahrer und Hundebesitzer, sollten Rücksicht aufeinander nehmen, so sein Appell. Er selbst gehöre schließlich zu allen drei Arten von Waldbesuchern. Und im Gespräch räumt Goerke ein, dass sich mancher Fahrrad- und MTB-Sportler durchaus „wie die Axt im Wald“ benehme.

Philipp Kellner sieht als eine Lösung für die Probleme eine Legalisierung von einigen gut genutzten Mountainbike-Strecken. „Dann wäre das ganze Theater vorbei.“

Wegen Corona fahren immer mehr Menschen Fahrrad, doch die Geschäfte in Kassel machen bis zu 90 Prozent Umsatzminus. Anders als in Berlin gelten sie nicht als systemrelevant.

Von Sven Kühling

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Sven Kühling

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