Falscher Polizei-Account bei Twitter: Ermittler suchen Schwindler

München - Unbekannte posten unter "PolizeiMUC" angebliche Einsätze. Die Münchner Polizei findet das alles andere als komisch und prüft strafrechtliche Schritte.

Viele Firmen und öffentliche Einrichtungen twittern inzwischen. Auch die Berliner Polizei twitterte bereits in einer großen Aktion nonstop. Sehr ähnlich und sehr offiziell sieht auch ein angeblicher Account der Münchner Polizei "PolizeiMUC" aus. Auch ein Sicherheitshinweis ist dabei: "Hier twittert die Polizei MUC nur zu bestimmten Anlässen. - Keine Notrufe - Keine Anzeigen - Kein 24/7 Monitoring - In Notfällen 110 wählen." Alles ganz offiziell also, möchte man meinen. Falsch. Die Münchner Polizei hat keinen Twitter-Account.

Spätestens beim Lesen der Tweets fällt auf, dass es sich hier um keine seriöse Angelegenheit handeln kann. Zum Beispiel dieser Familienstreit:

Giesing: Kleiner Junge haut seine Mutter, weil sie ihn nicht zu Burger King bringt. Wir sind gleich vor Ort. #24hPolizei — Polizei MUC (@PolizeiMUC) 10. Juni 2014 Die meisten Tweets machen sich gar nicht so sehr über die Polizei selbst lustig, sondern nehmen die Münchner Schickeria aufs Korn.

Neuhausen: Hund knabbert an seinem Gucci-Halsband. Besitzerin fassungslos. #24hPolizei — Polizei MUC (@PolizeiMUC) 10. Juni 2014 Ob das noch etwas mit Humor zu tun hat, sei dahingestellt. Oft schlagen die Tweets einfach nur mit billigen Klischees auf die Münchner Szene ein.

Maximillianstr: Penner vor Cartier gesichtet. Eine Schande. Der wird sofort von uns entfernt. #24hPolizei — Polizei MUC (@PolizeiMUC) 10. Juni 2014 Dabei verlinken die Macher immer auf den Tag #24hPolizei. Dort geht es allerdings um echte Polizeibeiträge. Auch der Münchner Polizeisprecher Wolfgang Behr findet die Fake-Aktion alles andere als komisch: "Das ist schon sehr grenzwertig", sagt er gegenüber unserer Online-Redaktion. "Wir prüfen gerade inwieweit rechtliche Schritte notwendig sind." Die Löschung des Accounts habe man sofort bei Twitter beantragt. Laut Behr ist das problemlos möglich. "Wenn jemand unter Ihrem Namen schreibt, können Sie das auch löschen." Aktuell ist der Account noch abrufbar und hat 300 Follower. Neue Posts werden derzeit nicht mehr erstellt. (kmm)

Rubriklistenbild: © dpa

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