Wegen guter Führung vorzeitig entlassen

Fall Dominik Brunner: Einer der Angreifer frei

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Das Bild des Opfers Dominik Brunner steht am 16.09.2009 am S-Bahnhof Solln in München (Oberbayern) zwischen Kerzen und Blumen.

München/Neuburg - Einer der Angreifer im Fall Dominik Brunner ist knapp fünf Jahre nach der tödlichen Attacke auf den Münchner Geschäftsmann wieder auf freiem Fuß.

Am 7. Juli wurde er wegen guter Führung vorzeitig entlassen, sagte die Direktorin des Amtsgerichts Neuburg, Dorothea Deneke-Stoll, am Dienstag und bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung und der tz.

„Er hatte über zwei Drittel seiner Haft verbüßt, und es lag eine günstige Prognose vor.“ Der Rest der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, ein Bewährungshelfer in München zu seiner Betreuung eingesetzt. Der junge Mann war im Jahr 2010 wegen Körperverletzung mit Todesfolge vom Landgericht München zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt worden.

Nach „Bild“-Informationen hätte der junge Mann das Gefängnis eigentlich schon früher verlassen können. Allerdings habe er seine Lehre noch beenden wollen. „Eine Ausbildung stand im Raum“, sagte die Direktorin des Amtsgerichts.

Die Dominik-Brunner-Stiftung reagierte versöhnlich auf die Freilassung. Vorstandsmitglied Andreas Voelmle sagte im Interview des Radiosenders „Antenne Bayern“: „Wir wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute.“ Sicherlich bereue er die Tat inzwischen.

Der heute 22-Jährige hatte am 12. September 2009 gemeinsam mit dem 23-jährigen Haupttäter an der S-Bahn-Station München-Solln auf den Geschäftsmann Brunner eingeprügelt, der sich schützend vor vier Schüler gestellt hatte. Er hatte sich eingemischt, als die Jugendlichen von den Schülern Geld verlangten und sie bedrohten.

Das Landgericht München verurteilte den Haupttäter wegen Mordes zu neun Jahren und zehn Monaten Haft. Er sitzt weiter im Gefängnis. Nach Auffassung des Gerichts wollten sich die jungen Männer an Brunner rächen, weil er sich vor die Schüler gestellt hatte.

Brunner hatte dem Haupttäter zwar als erster ins Gesicht geschlagen - nach Ansicht des Gerichts aber, um einen drohenden Angriff abzuwehren. Danach gingen die beiden Jugendlichen auf ihn los. Der 50-Jährige starb schließlich an Herzkammerflimmern. Sein Tod löste eine heftige Debatte über Jugendgewalt aus.

dpa

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