Fall Lübcke

Er gilt als Waffennarr: So tickt Stephan Ernsts Komplize Markus H. 

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Markus H. gilt als Waffennarr. Nach dem erneuten Geständnis des mutmaßlichen Lübcke-Mörders Stephan Ernst rückt Ernsts Komplize Markus H. mehr in den Fokus.

Der mutmaßliche Lübcke-Mörder Stephan Ernst hat seinen Komplizen Markus H. belastet. Er soll Walter Lübcke versehentlich erschossen haben. Markus H. gilt als Waffennarr. 

  • Markus H. wurde im zweiten Geständnis des mutmaßlichen Lübcke-Mörders Stephan Ernst schwer belastet
  • Markus H. soll in der JVA Frankfurt einsitzen
  • Er ist in der Neonazi-Szene bekannt  
  • Markus H. gilt als Denker 

Nach dem erneuten Geständnis des mutmaßlichen Lübcke-Mörders Stephan Ernst rückt Ernsts Komplize Markus H. mehr in den Fokus. Doch wer ist der Mann, den Ernst am Mittwoch beschuldigt hat, Walter Lübcke versehentlich getötet zu haben?

Markus H. (43) soll nach HNA-Informationen in der JVA Frankfurt einsitzen. Er ist wegen Beihilfe zum Mord angeklagt. Eine Haftbeschwerde von H. war vom Bundesgerichtshof im August abgewiesen* worden. Als Gründe wurden unter anderem die gemeinsam mit Ernst absolvierten Schießübungen und die psychische Beeinflussung Ernsts angeführt.

Fall Lübcke: Ernst soll eher der Macher gewesen sein

Seine frühere Lebensgefährtin hat Markus H. als Denker bezeichnet, das geht auch aus einem Beschluss des Bundesgerichtshofes hervor. Demnach soll Ernst eher der Macher gewesen sein. H. ist in der Neonazi-Szene bekannt. Er gilt als Waffennarr, durfte legal Waffen besitzen.

Ende November soll laut Medienberichten die Wohnung von H. im Kasseler Stadtteil Wesertor erneut durchsucht worden und weiteres Beweismaterial sichergestellt worden sein. Bei der Durchsuchung der Wohnung im Juni soll ein Buch gefunden worden sein, in dem gegen die deutsche Flüchtlingspolitik polemisiert wird. Der Name Lübcke soll in diesem Buch markiert gewesen sein.

Markus H. nahm seit 2009 an Neonazi-Aufmärschen teil

H. war jahrelang in der rechtsextremen Gruppierung „Freier Widerstand Kassel“ aktiv. Bereits 2009 nahmen Ernst und H. mit anderen Teilnehmern aus Kassel an Neonazi-Aufmärschen unter anderem in Dortmund teil, bei dem eine DGB-Demo angegriffen wurde. Ernst bekam damals eine Haftstrafe. H. blieb auf freiem Fuß. 2013 waren beide beim selben Arbeitgeber beschäftigt und sollen so wieder in Kontakt gekommen sein. 

H. soll auch bei Kagida-Demos in Kassel gewesen sein. Zuletzt wurde bekannt, dass er und Ernst auch 2018 gemeinsam an einer AfD-Demo in Chemnitz teilgenommen haben.

Markus H. soll seinen Lebensstil auf Verheimlichung angelegt haben

Das NDR-Magazin „Panorama“ berichtet, dass die besondere Verschlüsselung des Mobiltelefons von Markus H. dem Bundeskriminalamt zunächst Schwierigkeiten bereitet habe. Mittlerweile habe man das Handy zwar auslesen können, aber die Ermittler hätten daraus keine verfahrensrelevanten Erkenntnisse gewinnen können.

Der Lebensstil von Markus H. soll auf Verheimlichung angelegt gewesen. Mehrfach soll er nicht unter Klarnamen aufgetreten sein. Mit Ernst soll er über den verschlüsselten Messenger-Dienst Threema kommuniziert haben. Auch H. war es, der das Video der Bürgerversammlung in Lohfelden ins Internet gestellt hat. Unter dem Pseudonym „Stadtreiniger“ soll er in verschiedenen Foren kommentiert haben.

Markus H. wurde zum NSU-Mordfall Halit Yozgat befragt

Seiner früheren Lebensgefährtin, mit der er ein Kind hat, soll er gesagt haben, dass seine Kinder nicht seinen Namen tragen dürften, weil er sich mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft sprengen würde und möglichst viele „Kanaken“ mit in den Tod nehme, wenn er schwer krank würde.

H. wurde zudem im Juni 2006 zum NSU-Mordfall Halit Yozgat befragt, da er auffallend häufig die Fahndungsseite der Polizei im Internet aufrief. H. hatte damals erklärt, dass er Halit Yozgat und einen Freund von Yozgat kenne.

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Von Kathrin Meyer


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