Tatverdächtiger in Spanien gefasst

Fall des getöteten Nicky: Mutmaßlicher Kindermörder nach 20 Jahren festgenommen

+
Dieser Grabstein erinnert an den getöteten Nicky. 

Zwei Jahrzehnte nach dem Mord an einem niederländischen Jungen konnte die Polizei mit Hilfe von DNA-Proben einen dringend tatverdächtigen Mann identifizieren. Nun wurde er geschnappt.

Update vom 27.08., 6.57 Uhr: 20 Jahre nach dem Mord an dem elfjährigen Nicky Verstappen wurde nun der Verdächtige gefasst. Wie die niederländische Polizei mitteilte, wurde der Mann in Spanien festgenommen. Es handele sich dabei um den 55-jährigen Jos B., nach dem nach einem DNA-Test bereits gefahndet worden war. Er werde an die Niederlande ausgeliefert.

Der Journalist und Sprecher der Familie des getöteten Jungen, Peter R. de Vries, schrieb bei Twitter, Jos B. sei in der Nähe von Barcelona gefasst worden. Die Familie des Jungen sei "sehr erleichtert". "Es wird Gerechtigkeit geben", fügte er hinzu. In seinem ersten Tweet hatte de Vries aus Versehen ein Bild seiner Tochter anstatt des getöteten Verstappen angefügt. Dafür entschuldigte sich der Reporter in einem weiteren Posting.

Mord an Nicky Verstappen: Mutmaßlicher Täter nach 20 Jahren identifiziert

Maastricht - Der 55-Jährige Verdächtige halte sich möglicherweise in Frankreich auf und werde inzwischen mit europäischem Haftbefehl gesucht, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in Maastricht am Mittwoch mit. Zugleich riefen sie die Öffentlichkeit auf, die Fahndung nach dem mutmaßlichen Mörder des damals elfjährigen Jungen Nicky Verstappen zu unterstützen.

Die Polizei fahndet nun nach dem Tatverdächtigen Jos B. Den Angaben zufolge hat er zur Tatzeit im August 1998 in der Ortschaft Simpelveld unweit des Waldgebietes Brunssummerheide an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen gewohnt, wo das Kind umgebracht worden war. Die Identität des Mannes war seinerzeit von der Polizei erfasst worden, wie die Behördenvertreter bei einer Pressekonferenz erläuterten. Allerdings sei er damals nur als zufälliger Passant eingestuft worden.

Auf dem Radar der Ermittler sei der Mann in diesem Jahr wieder erschienen, da er einem mehrmaligen Aufruf zur freiwilligen Abgabe von DNA-Proben für einen Massentest nicht nachgekommen war. Daran hatten sich im Februar und März rund 15 000 Männer beteiligt. Als Ermittler den 55-Jährigen zur Rede stellen wollten, war er verschwunden. Seine DNA sei unter anderem anhand von Gegenständen in seiner Wohnung isoliert worden, erklärte der Leiter der Ermittlungen, Ferdinand Schellinkhout. Es habe sich eine „hundertprozentige Übereinstimmung“ mit der DNA eines Mannes ergeben, die seinerzeit auf der Kleidung des ermordeten Nicky gefunden wurden war.

Lesen Sie auch:

In Thüringen konnte ein mutmaßlicher Kinderschänder mehr als 26 Jahre nach er Tat gefasst werden.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.