Hepatitis- statt Polio-Impfung in Indien

Falsch geimpft: 57 Kinder im Hospital

Neu Delhi - Ein falsch verabreichter Impfstoff hat mindestens 57 Kinder im Osten Indiens ins Krankenhaus gebracht.

Die Mädchen und Jungen sollten eigentlich die Schluckimpfung gegen Polio (Kinderlähmung) bekommen, berichteten örtliche Medien am Montag. Stattdessen erhielten sie den Impfstoff gegen Hepatitis B (Gelbsucht) - allerdings nicht gespritzt, sondern als Tropfen. Die Kinder, allesamt unter fünf Jahren alt, kamen mit Erbrechen und Schweißausbrüchen ins Hospital.

Vier Mitarbeiter staatlicher Krankenhäuser seien nach dem Vorfall vom Sonntag in Arambagh im Bundesland West Bengalen suspendiert worden. Zudem ordneten die Gesundheitsbehörden eine Untersuchung an. „Das ist ärztliche Fahrlässigkeit gewesen. Die Verantwortlichen haben nicht einmal überprüft, was sie den Kindern verabreicht haben“, sagte der Direktor der regionalen Gesundheitsbehörde, Biswaranjan Satpathy.

Der Sender NDTV berichtete, es seien 114 Kinder betroffen. Es sei aber unwahrscheinlich, dass die Mädchen und Jungen gesundheitliche Schäden davontragen, meinten Experten. Allerdings könnte dies Eltern davon abhalten, ihre Kinder künftig im Rahmen staatlicher Programme impfen zu lassen. Die Kampagne gegen Polio ist eine der größten Gesundheitsinitiativen in Indien. Seit Januar 2011 hat es in dem Land keine neuen Fälle von Kinderlähmung mehr gegeben.

Poliomyelitis wird von Viren verursacht, die die muskelsteuernden Nervenzellen des Rückenmarks infizieren. Überwiegend erkranken Kinder. Anhaltende Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod können die Folge sein.

# dpa-

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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