„Fast morbide“ - Neue Schuhmode setzt auf dunkle Farben

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Die Aussichten für den kommenden Herbst und Winter sind vorwiegend düster - das gilt zumindest für die Schuh- und Taschenmode. Dort hält Schwarz als bevorzugte Farbe wieder Einzug. Es darf aber auch glitzern und glänzen.

Auch wenn Schwarz eigentlich gar keine Farbe ist, so setzt es doch den Farbtrend für die diesjährige Herbst- und Wintersaison bei Schuhen und Taschen. „Schwarz zeigt sich in diesem Winter selbstbewusster als je zuvor“, umreißt es die Modeexpertin Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut (DSI). Schuhe und Taschen kommen in eher gedeckten Farben daher, wirken „düster, mystisch, manchmal sogar fast morbide“, wie Schulz am Mittwoch bei der Vorstellung der Trends in Leipzig sagte. Allerdings bedeute dies nicht, dass es nicht auch freundlichere Farben auftauchen - insbesondere bei den Pumps sind warme Farbtöne durchaus zu finden. Im Großen und Ganzen werden die bunten Farben der vergangenen Saisons nach Angaben der Expertin abgelöst von dem dunklen Trend. Schwarz erlebe ein Comeback, sagt Schulz. Hinzu kommen schwarznahe Farben, die heller wirken können, wie etwa Smaragdgrün.

Echte Lichtblicke wird es jedoch durchaus geben: Edelsteinfarben wie Rubin oder Saphir können bunte Kontraste setzen, auch Gold wird wieder getragen. Bei den Materialien kann der Wechsel von Matt- und Glanzeffekten für Hingucker sorgen. Und es darf gestrahlt werden: „Es wird wieder eleganter, die Schuhe glänzen.“

Für die Damenwelt wird es rockig. „Punk, Edelpunk, Grunge bis hin zu Gothic“ prägen Schulz zufolge die Wintermode. Gut im Rennen liegen für sie knöchelhohe Booties zum Schnüren, außerdem kommen Anregungen aus Richtung Motorrad- und Westernstiefel. Dabei dürfen Attribute wie Fransen und Nieten nicht fehlen. Diese finden sich auch häufig an den Handtaschen der Saison, die zudem weniger voluminös ausfallen als ihre Vorgänger. Bei den Taschen gebe es quasi in zwei Lager: Neben opulent verzierten Modellen gibt es auch sehr schlichte Oberflächen, bei denen vor allem die verwendeten Materialien zur Geltung kommen sollen. Viele Metallteile werden in Gold gehalten.

Neben Pumps, Stiefeletten und Sneakers sollen auch Langschaftstiefel die Blicke auf sich ziehen. Die Schäfte sind dabei sehr gerade gestaltet, wobei edle Materialien zum Einsatz kommen. Details wie Wappen-Prints oder farbige Schaftabschlüsse sollen die klassisch-edle Anlage der neuen Modelle unterstreichen.

Für den Herrn bleibt im Business-Bereich der Halbschuh das Maß der Dinge. In der Freizeit steht der modische Mann dagegen ebenfalls auf Boots. „Knöchelhoch, in rustikalen Varianten“, kündigt Schulz die Wintermode an. Dabei seien auch gefütterte Ausfertigungen erlaubt, so dass Mann auf dem Fußballplatz keine kalten Füße bekommt.

Die Schuhindustrie schaut hoffnungsvoll auf den Winter, wie DSI-Geschäftsführer Manfred Junkert sagte. Die ersten fünf Monate des laufenden Jahres hatten der deutschen Schuhindustrie und dem Handel rückläufige Zahlen beschert. „Das lang herrschende Regenwetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erklärte er. Auch das vergangene Jahr sei eher schwach gewesen, sagte Junkert, ohne genaue Zahlen zu nennen.

Jahr für Jahr kommen nach Junkerts Worten in Deutschland rund 380 Millionen Paar Schuhe auf den Markt. In Deutschland selbst werden etwa 30 Millionen Paar gefertigt, der Rest - auch von deutschen Herstellern - kommt aus dem Ausland. Asien beherrsche inzwischen den Weltmarkt: 80 Prozent aller weltweit gefertigten Schuhe kommen laut DSI-Chef von dort, allein China stelle 60 Prozent der Weltproduktion. (dpa)

Von Jörg Aberger

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