Forscher versuchen Rätsel zu lösen

Mysteriöse Kreise in der Savanne

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Sensation in der Savanne: Mysteriöse Feenkreise entstehen durch Termiten.

Hamburg. Um die Feenkreise ranken sich Legenden. Haben mysteriöse Wesen, Ameisen oder Gas die Kahlstellen in die afrikanische Erde gezeichnet? Ein Biologe glaubt, den Verursacher gefunden zu haben: Termiten.

Die rätselhaften Kahlstellen in der Wüste Südwestafrikas - die sogenannten Feenkreise - werden nach einer neuen Studie vermutlich durch Termiten verursacht. Das berichtete Professor Norbert Jürgens von der Universität Hamburg im Fachmagazin "Science".

Diese Insekten wurden demnach als einziger Organismus regelmäßig in frühen Entstehungsphasen der Feenkreise gefunden. Die graswurzelfressenden Sandtermiten verringerten das Graswachstum in den vegetationslosen Flächen, so Jürgens. Andere Experten widersprechen dem Biologen vehement. Feenkreise kommen zu Hunderttausenden in dem trockenen Landstrich nahe der südwestlichen Küste Afrikas vor.

Jeder der wie mit einem Zirkel gezogenen Punkte ist bei näherem Blick von einem Kranz mit hohem Gras umwachsen. Aus der Vogelperspektive sind die roten Stellen nahezu unzählbar. Mit einem Durchmesser bis zu etwa 20 Metern vermitteln sie den Eindruck, als ob die Erde Sommersprossen hätte.

In seiner Untersuchung habe er die Forschung zu diesem Phänomen auf ein solides Datenniveau gehoben, sagte Jürgens der Nachrichtenagentur dpa. Seine Ergebnisse würden sich von früheren wissenschaftlichen Annahmen abgrenzen, wonach die Kahlstellen durch aufsteigendes Erdgas oder Ameisen entstehen.

Während seiner Studie zwischen 2006 und 2012 untersuchte der Biologe einen 2000 Kilometer langen Wüstenabschnitt vom mittleren Angola bis ins nordwestliche Südafrika. An den Kahlstellen maß er den Anteil der Bodenfeuchte.

Seine Erkenntnis: Wenn er auf Feenkreise stieß, spürte er in den kahlen Stellen und der umliegenden Vegetation auch Populationen von Psammotermes-Termiten auf. Jürgens fand heraus, dass die Insekten alle Gräser - die bei Regen für kurze Zeit ergrünen - durch die Vertilgung von Wurzeln vernichteten. Zurück blieben nur die leergefressenen und kreisrunden Flächen.

Der Studie zufolge kann wegen der fehlenden Vegetation das Regenwasser an Feenkreisen nicht verdunsten. Die Niederschläge sickern demnach in den sandigen Erdboden und lagern sich ab. Dieser Speicher ermögliche Termiten, in der Trockenzeit zu überleben. Gleichzeitig versorge das unterirdische Wasser auch Pflanzen mit genügend Feuchtigkeit, wodurch an den Rändern der Kahlstellen ein üppiger Vegetationsring wachse.

"Die Termiten liefern damit ein Meisterstück von Ökosystem-Gestaltung", betonte Jürgens. Es handele sich um ein beeindruckendes Beispiel für nachhaltige Nutzung knapper Ressourcen.

Andere Forscher halten diese Erklärung jedoch laut einem Bericht von "Spiegel Online" für wenig plausibel. "Ich bin nicht überzeugt, dass Psammotermes allocerus eine ursächliche Rolle spielt bei der Entstehung der Kreise", zitiert das Magazin die Termitenforscherin Vivienne Uys vom Plant Protection Research Institute in Queenswood, Südafrika. "Bei den Feenkreisen, die ich untersucht habe, waren Termiten eher selten", meinte demnach auch Michael Cramer von der Universität Kapstadt in Südafrika.

Walter Tschinkel von der Florida State University in den USA bemängelte dem Bericht zufolge, es fehlten Beobachtungen, dass Termiten tatsächlich das Gras vernichten würden. Unklar sei zudem, warum die Flecken zumeist Kreise bildeten, wo Termiten doch oft lange Tunnelnetze in der Erde schüfen. "Die Tunnel zeigen jedoch keine Beziehung zu den Kreisen", so Tschinkel laut "Spiegel Online". (dpa)

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