Baumgartner feiert Überschall-Erfolg

Geschafft! Er hat die Schallmauer durchbrochen

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Felix Baumgartner bei seinem Sprung

Roswell/Wien - Jahrelang hat er sich auf diese paar Minuten vorbereitet: Extremsportler Felix Baumgartner wird nach seinem Überschall-Sprung weltweit gefeiert.

So schnell und von so hoch oben ist noch kein Mensch im freien Fall Richtung Erde gerast: Extremsportler Felix Baumgartner wird nach seinem wahnwitzigen Sprung aus der Stratosphäre weltweit gefeiert. Der 43-jährige Österreicher hat bei seinem Sturz nur in einem speziellen Druckanzug die Schallmauer durchbrochen. Nach eigenen Angaben hat er selbst davon aber nichts mitbekommen.

Das Video von Baumgartners Sprung

Video aus Baumgartners Helmkamera

Die Einschätzung der Organisatoren war am Sonntagnachmittag Ortszeit am Versuchsort in Roswell im US-Staat New Mexico offiziell bestätigt worden: Nach ersten Daten habe Baumgartner eine Höchstgeschwindigkeit von 1342,8 Stundenkilometern erreicht, sagte der Experte von der der Federation Aeronautique Internationale (FAI), die sich um die Datenaufzeichnung von Rekorden in der Luftfahrt kümmert, Brian Utley. Damit war Baumgartner rund 265 Stundenkilometer schneller als der Schall. Die Mach-Zahl soll bei 1,24 gelegen haben.

Felix Baumgartner gelingt Rekordversuch - Bilder vom Sprung aus dem All

Felix Baumgartner kurz vorm Start bei den letzten Vorbereitungen. © dpa
Nach mehr als fünf Jahren Vorbereitung machte sich der Österreicher am Sonntag auf dem Weg zu seiner Kapsel. © dpa
Der Moment der Wahrheit: Felix Baumgartner stieg um 15.28 Uhr in Roswell im US-Bundesstaat New Mexiko in die Kapsel. © dpa
Ein Heliumballon zog den Salzburger und seine Kapsel an einem 50 Meter langen Seil auf 39 Kilometer Höhe. © dpa
Bei dem lebensgefährlichen Sprung hat Baumgartner nur einen Druckanzug mit Spezialhelm getragen. © dpa
Ein Heliumballon zog den Salzburger und seine Kapsel an einem 50 Meter langen Seil auf 39 Kilometer Höhe. © dpa
Wichtig beim Start, die Kapsel im richtigen Moment vom Kran zu lösen. © dpa
Wichtig beim Start, die Kapsel im richtigen Moment vom Kran zu lösen. © dpa
Ein Helikopter kreiste bei den Vorbereitungen über dem Ballon. © dapd
Zehnmal dünner als eine Plastiktüte ist die Außenhaut des Ballons. © dapd
Die Ballon und die Kapsel hatten den kritischen Start gut überstanden. © dapd
Seine Familie und sein Team beim Start des Ballons. © dapd
Seine Familie und sein Team beim Start des Ballons. © dapd
Letzte Aufnahmen des Ballons von der Erde aus. © dapd
Der Aufstieg dauerte rund zweieinhalb Stunden. © dapd
Neben seinem Druckanzug dient eine Kapsel als einziger Schutz zwischen Sportler und Außenwelt. © dapd
Anfangs sah der Ballon noch aus wie ein Tropfen, umso höher er aufgestiegen war, desto mehr ging der Ballon in die Breite. © dpa
Anfangs sah der Ballon noch aus wie ein Tropfen, umso höher er aufgestiegen war, desto mehr ging der Ballon in die Breite. © AP
Durch den Helm wurde Baumgartner mit 100 Prozent Sauerstoff versorgt und konnte mit seiner Bodenmannschaft kommunizieren. © dpa
Höchste Anspannung herrschte in der Mission Control, wo Joe Kittinger ständig mit seinem Schützling in Kontakt stand. © AP
Bilder aus der Mission Control. © dapd
„Jetzt wird's ernst, Felix“, sagte Baumgarnters Mentor, Joe Kittinger, über Funk, als er mit ihm die Checkliste zur Vorbereitung des Sprungs durchging. © AP
"Jetzt brauchen wir einen Schutzengel für dich", sagte Kittinger. © AP
In einer Höhe von 39 Kilometern öffnete der 43-Jährige die Kapsel und betrat die Plattform. © dpa
Die letzten Worte vor seinem Absprung: "Ich komme jetzt nach Hause". © AP
Dann hob Baumgartner die Hand zum Gruß kurz an den Kopf und stieß sich von der Kapsel ab. © dpa
Er musste in einem perfekten Winkel aus der Kapsel abspringen. © AP
Mit rund 1300 Stundenkilometern raste Baumgartner der Erde entgegen. Damit war Baumgartner rund 265 Stundenkilometer schneller als der Schall. Die Mach-Zahl soll bei 1,24 gelegen haben. © AP
Rückblick: Am 16. August 1960 war Baumgartners Mentor Joe Kittinger bereits aus 31 Kilometern Höhe in die Tiefe gesprungen. © AP
Rückblick: Am 16. August 1960 war Baumgartners Mentor Joe Kittinger bereits aus 31 Kilometern Höhe in die Tiefe gesprungen. © AP
Rückblick: Am 16. August 1960 war Baumgartners Mentor Joe Kittinger bereits aus 31 Kilometern Höhe in die Tiefe gesprungen. © AP
Nach 4 Minuten und 18 Sekunden zog Baumgartner seinen Fallschirm - früher als geplant. © dpa
Die Mutter von Felix Baumgartner wartet auf die Landung ihres Sohnes. © AP
Nicht einmal zehn Minuten später ist der 43-Jährige wieder auf der Erde... © dpa
...und geht jubelnd auf die Knie. © dpa
Bei der Landung riss Baumgartner die Arme in Siegerpose in die Höhe. © dpa
Baumgartner stellte neben dem Durchbrechen der Schallmauer zwei weitere Rekorde auf: Er schaffte den höchsten bemannten Ballonflug und den höchsten Fallschirmsprung. © AP
Kurz nach seinem Absprung war Baumgartner in das gefährliche Trudeln gekommen, konnte sich dann aber selbst wieder abfangen. © dpa
„Es war um einiges schwieriger als wir angenommen haben“, sagte der Extremsportler später. "Zeitweise habe er befürchtet, das Bewusstsein zu verlieren." © AP
Riesige Erleichterung bei Baumgartners Famiilie und dem gesamten Team. © AP
„Mir sind gerade 20 Tonnen Last von den Schultern gefallen„, sagte Baumgartner in einer ersten Reaktion. © AP
„Wenn man da oben steht, wird man demütig. Du denkst nicht mehr daran, Rekorde zu brechen, du denkst nicht mehr daran, wissenschaftliche Daten zu sammeln“, sagte Baumgartner später. „Du willst nur noch lebend zurückkommen.“ © AP
Baumgartners Team jubelt, als er bei der Mission Control ankommt. © AP
Felix Baumgartner, Joe Kittinger und Mike Todd (l.) jubeln bei der Pressekonferenz nach dem Sprung. © AP
Sponsor Red Bull hat mit dem von weltweit Millionen Menschen verfolgten Spektakel einen Werbewert erzielt, der die vermuteten Kosten von rund 50 Millionen Euro um ein zigfaches übersteigt. © AP
Felix Baumgartner geht mit diesem Sprung zweifellos in die Geschichte ein. © dpa

„Mir sind gerade 20 Tonnen Last von den Schultern gefallen„, sagte Baumgartner in einer ersten Reaktion. Mehr als fünf Jahre hatte er sich auf die rund viereinhalb Minuten freien Falls vorbereitet, der Start des Projekts war zuletzt immer wieder verschoben worden.

Am Sonntagmorgen Ortszeit lief fast alles nach Plan: Mit etwa dreieinhalbstündiger Verspätung hebt die an einem riesigen Heliumballon hängende Kapsel mit Baumgartner ab. Zweieinhalb Stunden später ist sie auf rund 39 Kilometern Höhe angekommen, Baumgartner tritt heraus, salutiert und stürzt sich in die Tiefe. „Ich weiß, die ganze Welt sieht zu. Ich hoffe, dass die ganze Welt auch sieht, was ich sehe. Manchmal musst du weit hinauf gehen, um zu sehen, wie klein du eigentlich bist. Jetzt komm ich nach Hause“, sollen seine letzten Worte vor dem Sprung gewesen sein.

Kurz darauf gerät er in das gefährliche Trudeln, konnte sich dann aber selbst wieder abfangen. „Es war um einiges schwieriger als wir angenommen haben“, sagte der Extremsportler später. Zeitweise habe er befürchtet, das Bewusstsein zu verlieren.

Zusätzlich stellte der Österreicher zwei weitere Rekorde auf: Den höchsten bemannten Ballonflug und den höchsten Fallschirmsprung. Da er seinen Fallschirm zu früh zog, bleibt der Rekord des längsten freien Falls bei seinem Mentor Joe Kittinger (84). Der US-Amerikaner hatte ihn vor mehr als 50 Jahren aufgestellt und nun Baumgartner über Funk bei seiner Mission begleitet.

Im Vorfeld wurde immer wieder betont, dass man mit dem Projekt wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse für die Raumfahrt gewinnen wolle. Der Nutzen ist aber unter Experten umstritten. Sponsor Red Bull hat mit dem von weltweit Millionen Menschen verfolgten Spektakel einen Werbewert erzielt, der die vermuteten Kosten von rund 50 Millionen Euro um ein zigfaches übersteigt. In Sozialen Netzwerken war der Stratosphäre-Sprung stundenlang Topthema.

„Ich gratuliere Felix Baumgartner herzlich zum großartigen Erfolg, der mit Mut und Beharrlichkeit erreicht wurde und weltweite Aufmerksamkeit findet. Österreich ist stolz auf Ihre Leistung!“, lobte Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer auf seiner Facebook-Seite. Die Europäische Weltraumorganisation ESA gratulierte via Twitter: „Sicher gelandet! Glückwunsch auch von uns an Felix Baumgartner, einen sehr, sehr mutigen Fallschirmspringer!“

Rekordverdächtige Quote bei n-tv

Auf den Tag genau vor 65 Jahren hatte der Testpilot Chuck Yeager als erster Mensch in einem Flugzeug die Schallmauer durchbrochen. Zur Erinnerung an das Ereignis flog Yeager am Sonntag auf dem Rücksitz eines Jets mit, der über der kalifornischen Mohave-Wüste Überschallgeschwindigkeit erreichte.

Im Fernsehsender n-tv verfolgten den Rekordsprung 7,1 Millionen Zuschauer. Damit habe der Kanal am Sonntagabend in der Viertelstunde des Absprungs und der Ankunft 19,9 Prozent Marktanteil erreicht, sagte ein Sprecher des Senders am Montag in Köln.

dpa

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