"Nichts, was ich noch erreichen kann"

Darum springt Baumgartner vom Extremsport ab

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Nach diesem Sprung gibt es für Felix Baumgartner offenbar keine Herausforderung mehr.

Roswell/Wien - Millionen Menschen zitterten weltweit beim waghalsigen Überschallsprung von Felix Baumgartner mit. Nun springt der Österreicher vom Extremsport ab.

Der Sprung aus der Stratosphäre war für Felix Baumgartner die letzte lebensgefährliche Aktion als Extremsportler. Nach dem geglückten Überschallsprung sagte der Österreicher der „Kronen Zeitung“ (Dienstag): „Es gibt nichts, was ich noch erreichen kann.“ Der 43-Jährige will künftig je sechs Monate pro Jahr in Kalifornien (USA) und in Österreich verbringen und als Hubschrauberpilot arbeiten, bestätigte ein Sprecher am Dienstag der dpa.

Baumgartners Sprung und andere irrwitzige Weltrekorde

Mit seinem Sprung aus 39 Kilometern Höhe hat Felix Baumgartner als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrochen. Doch nicht nur er hat Geschichte geschrieben. Auch andere irrwitzige Rekorde haben die Welt in Staunen versetzt. © dpa
Weltrekorde
Der schnellste Mensch zu Fuß: 44,72 km/h, Usain Bolt, 16. August 2009. © dpa
Weltrekorde
Der schnellste Mensch auf einem Fahrrad: 268,831 km/h (im Windschatten eines Dragster-Spezialfahrzeugs), Fred Rompelberg, 3. Oktober 1995 © dpa
Weltrekorde
Der schnellste Mensch in einem Auto:1227,985 km/h, Andy Green mit Raketenauto Thrust SSC, 15. Oktober 1997. © dpa
Weltrekorde
Das schnellste Flugzeug: etwa 11 000 km/h, Flugkörper X-43 (unbemannt), 16. November 2004; 7274 km/h, William John Knight mit einer North American X-15, 3. Oktober 1967. © dpa
Weltrekorde
Der längste Ballonflug: 19 Tage, 21 Stunden und 47 Minuten für 45 755 Kilometer (Weltumrundung), Bertrand Piccard mit Co-Pilot Brian Jones im Breitling Orbiter 3, März 1999. © dpa
Weltrekorde
Der tiefste Tauchgang mit einem Atemzug: minus 101 Meter, William Trubridge, 16. Dezember 2010 im Marianengraben. © dpa
Weltrekorde
Der tiefste Tauchgang mit einem Schiff: 11 034 Meter, UdSSR-Forschungsschiff Witjastief 1, 1957. © dpa

Seine Karriere als Extremsportler an den Nagel zu hängen war trotzdem kein leichter Schritt: „Aber es ist jetzt auch gar keine Energie mehr übrig. Darum bin ich froh, dass das erledigt ist. Kein frühes Aufstehen und ich kann endlich wieder essen, was ich will“, sagte Baumgartner.

Außerdem will er neben geplanten Talkshow-Auftritten in den USA ein Buch zu schreiben. „Himmelsstürmer - Mein Leben im freien Fall“ soll am 12. März 2013 in Deutschland erscheinen.

Felix Baumgartner gelingt Rekordversuch - Bilder vom Sprung aus dem All

Felix Baumgartner kurz vorm Start bei den letzten Vorbereitungen. © dpa
Nach mehr als fünf Jahren Vorbereitung machte sich der Österreicher am Sonntag auf dem Weg zu seiner Kapsel. © dpa
Der Moment der Wahrheit: Felix Baumgartner stieg um 15.28 Uhr in Roswell im US-Bundesstaat New Mexiko in die Kapsel. © dpa
Ein Heliumballon zog den Salzburger und seine Kapsel an einem 50 Meter langen Seil auf 39 Kilometer Höhe. © dpa
Bei dem lebensgefährlichen Sprung hat Baumgartner nur einen Druckanzug mit Spezialhelm getragen. © dpa
Ein Heliumballon zog den Salzburger und seine Kapsel an einem 50 Meter langen Seil auf 39 Kilometer Höhe. © dpa
Wichtig beim Start, die Kapsel im richtigen Moment vom Kran zu lösen. © dpa
Wichtig beim Start, die Kapsel im richtigen Moment vom Kran zu lösen. © dpa
Ein Helikopter kreiste bei den Vorbereitungen über dem Ballon. © dapd
Zehnmal dünner als eine Plastiktüte ist die Außenhaut des Ballons. © dapd
Die Ballon und die Kapsel hatten den kritischen Start gut überstanden. © dapd
Seine Familie und sein Team beim Start des Ballons. © dapd
Seine Familie und sein Team beim Start des Ballons. © dapd
Letzte Aufnahmen des Ballons von der Erde aus. © dapd
Der Aufstieg dauerte rund zweieinhalb Stunden. © dapd
Neben seinem Druckanzug dient eine Kapsel als einziger Schutz zwischen Sportler und Außenwelt. © dapd
Anfangs sah der Ballon noch aus wie ein Tropfen, umso höher er aufgestiegen war, desto mehr ging der Ballon in die Breite. © dpa
Anfangs sah der Ballon noch aus wie ein Tropfen, umso höher er aufgestiegen war, desto mehr ging der Ballon in die Breite. © AP
Durch den Helm wurde Baumgartner mit 100 Prozent Sauerstoff versorgt und konnte mit seiner Bodenmannschaft kommunizieren. © dpa
Höchste Anspannung herrschte in der Mission Control, wo Joe Kittinger ständig mit seinem Schützling in Kontakt stand. © AP
Bilder aus der Mission Control. © dapd
„Jetzt wird's ernst, Felix“, sagte Baumgarnters Mentor, Joe Kittinger, über Funk, als er mit ihm die Checkliste zur Vorbereitung des Sprungs durchging. © AP
"Jetzt brauchen wir einen Schutzengel für dich", sagte Kittinger. © AP
In einer Höhe von 39 Kilometern öffnete der 43-Jährige die Kapsel und betrat die Plattform. © dpa
Die letzten Worte vor seinem Absprung: "Ich komme jetzt nach Hause". © AP
Dann hob Baumgartner die Hand zum Gruß kurz an den Kopf und stieß sich von der Kapsel ab. © dpa
Er musste in einem perfekten Winkel aus der Kapsel abspringen. © AP
Mit rund 1300 Stundenkilometern raste Baumgartner der Erde entgegen. Damit war Baumgartner rund 265 Stundenkilometer schneller als der Schall. Die Mach-Zahl soll bei 1,24 gelegen haben. © AP
Rückblick: Am 16. August 1960 war Baumgartners Mentor Joe Kittinger bereits aus 31 Kilometern Höhe in die Tiefe gesprungen. © AP
Rückblick: Am 16. August 1960 war Baumgartners Mentor Joe Kittinger bereits aus 31 Kilometern Höhe in die Tiefe gesprungen. © AP
Rückblick: Am 16. August 1960 war Baumgartners Mentor Joe Kittinger bereits aus 31 Kilometern Höhe in die Tiefe gesprungen. © AP
Nach 4 Minuten und 18 Sekunden zog Baumgartner seinen Fallschirm - früher als geplant. © dpa
Die Mutter von Felix Baumgartner wartet auf die Landung ihres Sohnes. © AP
Nicht einmal zehn Minuten später ist der 43-Jährige wieder auf der Erde... © dpa
...und geht jubelnd auf die Knie. © dpa
Bei der Landung riss Baumgartner die Arme in Siegerpose in die Höhe. © dpa
Baumgartner stellte neben dem Durchbrechen der Schallmauer zwei weitere Rekorde auf: Er schaffte den höchsten bemannten Ballonflug und den höchsten Fallschirmsprung. © AP
Kurz nach seinem Absprung war Baumgartner in das gefährliche Trudeln gekommen, konnte sich dann aber selbst wieder abfangen. © dpa
„Es war um einiges schwieriger als wir angenommen haben“, sagte der Extremsportler später. "Zeitweise habe er befürchtet, das Bewusstsein zu verlieren." © AP
Riesige Erleichterung bei Baumgartners Famiilie und dem gesamten Team. © AP
„Mir sind gerade 20 Tonnen Last von den Schultern gefallen„, sagte Baumgartner in einer ersten Reaktion. © AP
„Wenn man da oben steht, wird man demütig. Du denkst nicht mehr daran, Rekorde zu brechen, du denkst nicht mehr daran, wissenschaftliche Daten zu sammeln“, sagte Baumgartner später. „Du willst nur noch lebend zurückkommen.“ © AP
Baumgartners Team jubelt, als er bei der Mission Control ankommt. © AP
Felix Baumgartner, Joe Kittinger und Mike Todd (l.) jubeln bei der Pressekonferenz nach dem Sprung. © AP
Sponsor Red Bull hat mit dem von weltweit Millionen Menschen verfolgten Spektakel einen Werbewert erzielt, der die vermuteten Kosten von rund 50 Millionen Euro um ein zigfaches übersteigt. © AP
Felix Baumgartner geht mit diesem Sprung zweifellos in die Geschichte ein. © dpa

Zur Zeit befindet sich Baumgartner noch in Roswell im US-Staat New Mexico. Einem Tag nach seinem Rekordsprung kehrte er wieder an den Startplatz zurück, um sich den Sonnenaufgang anzusehen. „Ich danke euch noch einmal, dass ihr meinen Traum mit mir geteilt habt! Hier endet meine Reise!!“, schrieb er auf seiner Facebook-Seite.

In der kommenden Woche wird Baumgartner nach New York reisen, bevor es für ihn wieder nach Europa geht. Am 24. Oktober soll er in der Schweiz ankommen, danach geht es weiter nach Österreich, sagte eine Sprecherin.

dpa

Mehr zu Felix Baumgartners Rekordsprung:

Video: Baumgartners Sprung aus 39 Kilometern Höhe

Bilder aus Baumgartners Helmkamera

Nach dem Sprung: Felix dankt seinen Fans

Zehn Fragen zu Baumgartners Sprung

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