Kosten, Rekorde, Gefahren

Zehn Fragen zu Baumgartners Supersprung

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Der Moment der Wahrheit: Hier stürzte sich Felix Baumgartner aus der Kapsel in die Tiefe.

Roswell - Felix Baumgartner hat mit seinem Rekordsprung die ganze Welt in Atem gehalten. Wir klären die zehn spannendsten Fragen zum Strato-Projekt.

Die Mama brachte nur ein Schluchzen heraus, die Freundin vergrub sich nach der Landung sofort in seine Arme: Felix Baumgartner (43) hat mit seinem Sprung aus 39 405 Metern Höhe die Welt in Atem gehalten. Wir erklären den himmlischen Rekord:

Was waren Baumgartners letzte Worte vor dem Sprung?

„Ich weiß, die ganze Welt sieht zu. Ich hoffe, dass die ganze Welt auch sieht, was ich sehe. Manchmal musst du weit hinauf gehen, um zu sehen, wie klein du eigentlich bist. Jetzt komm ich nach Hause“, sagte Baumgartner ohne zu wissen, ob er das Experiment überlebt.

Baumgartners Sprung und andere irrwitzige Weltrekorde

Mit seinem Sprung aus 39 Kilometern Höhe hat Felix Baumgartner als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrochen. Doch nicht nur er hat Geschichte geschrieben. Auch andere irrwitzige Rekorde haben die Welt in Staunen versetzt. © dpa
Weltrekorde
Der schnellste Mensch zu Fuß: 44,72 km/h, Usain Bolt, 16. August 2009. © dpa
Weltrekorde
Der schnellste Mensch auf einem Fahrrad: 268,831 km/h (im Windschatten eines Dragster-Spezialfahrzeugs), Fred Rompelberg, 3. Oktober 1995 © dpa
Weltrekorde
Der schnellste Mensch in einem Auto:1227,985 km/h, Andy Green mit Raketenauto Thrust SSC, 15. Oktober 1997. © dpa
Weltrekorde
Das schnellste Flugzeug: etwa 11 000 km/h, Flugkörper X-43 (unbemannt), 16. November 2004; 7274 km/h, William John Knight mit einer North American X-15, 3. Oktober 1967. © dpa
Weltrekorde
Der längste Ballonflug: 19 Tage, 21 Stunden und 47 Minuten für 45 755 Kilometer (Weltumrundung), Bertrand Piccard mit Co-Pilot Brian Jones im Breitling Orbiter 3, März 1999. © dpa
Weltrekorde
Der tiefste Tauchgang mit einem Atemzug: minus 101 Meter, William Trubridge, 16. Dezember 2010 im Marianengraben. © dpa
Weltrekorde
Der tiefste Tauchgang mit einem Schiff: 11 034 Meter, UdSSR-Forschungsschiff Witjastief 1, 1957. © dpa

Wie schnell war Baumgartner?

1343 Stundenkilometer, also 265 km/h schneller als der Schall.

Hat es beim Durchbrechen der Schallmauer geknallt?

Ja, aber die Schockwellen ereigneten sich in zu großer Höhe und waren wegen des weichen Anzugs von Baumgartner weitaus leiser als gewöhnlich. Er selbst bekam nichts mit.

Wie gefährlich war es?

Lebensgefährlich. „Ich habe gedacht, ich verliere das Bewusstsein“, sagt Baumgartner. Er war ins Trudeln geraten. Wegen der starken Kräfte drohten Erblindung, Ohnmacht, Genickbruch und der Tod.

Felix Baumgartner gelingt Rekordversuch - Bilder vom Sprung aus dem All

Felix Baumgartner kurz vorm Start bei den letzten Vorbereitungen. © dpa
Nach mehr als fünf Jahren Vorbereitung machte sich der Österreicher am Sonntag auf dem Weg zu seiner Kapsel. © dpa
Der Moment der Wahrheit: Felix Baumgartner stieg um 15.28 Uhr in Roswell im US-Bundesstaat New Mexiko in die Kapsel. © dpa
Ein Heliumballon zog den Salzburger und seine Kapsel an einem 50 Meter langen Seil auf 39 Kilometer Höhe. © dpa
Bei dem lebensgefährlichen Sprung hat Baumgartner nur einen Druckanzug mit Spezialhelm getragen. © dpa
Ein Heliumballon zog den Salzburger und seine Kapsel an einem 50 Meter langen Seil auf 39 Kilometer Höhe. © dpa
Wichtig beim Start, die Kapsel im richtigen Moment vom Kran zu lösen. © dpa
Wichtig beim Start, die Kapsel im richtigen Moment vom Kran zu lösen. © dpa
Ein Helikopter kreiste bei den Vorbereitungen über dem Ballon. © dapd
Zehnmal dünner als eine Plastiktüte ist die Außenhaut des Ballons. © dapd
Die Ballon und die Kapsel hatten den kritischen Start gut überstanden. © dapd
Seine Familie und sein Team beim Start des Ballons. © dapd
Seine Familie und sein Team beim Start des Ballons. © dapd
Letzte Aufnahmen des Ballons von der Erde aus. © dapd
Der Aufstieg dauerte rund zweieinhalb Stunden. © dapd
Neben seinem Druckanzug dient eine Kapsel als einziger Schutz zwischen Sportler und Außenwelt. © dapd
Anfangs sah der Ballon noch aus wie ein Tropfen, umso höher er aufgestiegen war, desto mehr ging der Ballon in die Breite. © dpa
Anfangs sah der Ballon noch aus wie ein Tropfen, umso höher er aufgestiegen war, desto mehr ging der Ballon in die Breite. © AP
Durch den Helm wurde Baumgartner mit 100 Prozent Sauerstoff versorgt und konnte mit seiner Bodenmannschaft kommunizieren. © dpa
Höchste Anspannung herrschte in der Mission Control, wo Joe Kittinger ständig mit seinem Schützling in Kontakt stand. © AP
Bilder aus der Mission Control. © dapd
„Jetzt wird's ernst, Felix“, sagte Baumgarnters Mentor, Joe Kittinger, über Funk, als er mit ihm die Checkliste zur Vorbereitung des Sprungs durchging. © AP
"Jetzt brauchen wir einen Schutzengel für dich", sagte Kittinger. © AP
In einer Höhe von 39 Kilometern öffnete der 43-Jährige die Kapsel und betrat die Plattform. © dpa
Die letzten Worte vor seinem Absprung: "Ich komme jetzt nach Hause". © AP
Dann hob Baumgartner die Hand zum Gruß kurz an den Kopf und stieß sich von der Kapsel ab. © dpa
Er musste in einem perfekten Winkel aus der Kapsel abspringen. © AP
Mit rund 1300 Stundenkilometern raste Baumgartner der Erde entgegen. Damit war Baumgartner rund 265 Stundenkilometer schneller als der Schall. Die Mach-Zahl soll bei 1,24 gelegen haben. © AP
Rückblick: Am 16. August 1960 war Baumgartners Mentor Joe Kittinger bereits aus 31 Kilometern Höhe in die Tiefe gesprungen. © AP
Rückblick: Am 16. August 1960 war Baumgartners Mentor Joe Kittinger bereits aus 31 Kilometern Höhe in die Tiefe gesprungen. © AP
Rückblick: Am 16. August 1960 war Baumgartners Mentor Joe Kittinger bereits aus 31 Kilometern Höhe in die Tiefe gesprungen. © AP
Nach 4 Minuten und 18 Sekunden zog Baumgartner seinen Fallschirm - früher als geplant. © dpa
Die Mutter von Felix Baumgartner wartet auf die Landung ihres Sohnes. © AP
Nicht einmal zehn Minuten später ist der 43-Jährige wieder auf der Erde... © dpa
...und geht jubelnd auf die Knie. © dpa
Bei der Landung riss Baumgartner die Arme in Siegerpose in die Höhe. © dpa
Baumgartner stellte neben dem Durchbrechen der Schallmauer zwei weitere Rekorde auf: Er schaffte den höchsten bemannten Ballonflug und den höchsten Fallschirmsprung. © AP
Kurz nach seinem Absprung war Baumgartner in das gefährliche Trudeln gekommen, konnte sich dann aber selbst wieder abfangen. © dpa
„Es war um einiges schwieriger als wir angenommen haben“, sagte der Extremsportler später. "Zeitweise habe er befürchtet, das Bewusstsein zu verlieren." © AP
Riesige Erleichterung bei Baumgartners Famiilie und dem gesamten Team. © AP
„Mir sind gerade 20 Tonnen Last von den Schultern gefallen„, sagte Baumgartner in einer ersten Reaktion. © AP
„Wenn man da oben steht, wird man demütig. Du denkst nicht mehr daran, Rekorde zu brechen, du denkst nicht mehr daran, wissenschaftliche Daten zu sammeln“, sagte Baumgartner später. „Du willst nur noch lebend zurückkommen.“ © AP
Baumgartners Team jubelt, als er bei der Mission Control ankommt. © AP
Felix Baumgartner, Joe Kittinger und Mike Todd (l.) jubeln bei der Pressekonferenz nach dem Sprung. © AP
Sponsor Red Bull hat mit dem von weltweit Millionen Menschen verfolgten Spektakel einen Werbewert erzielt, der die vermuteten Kosten von rund 50 Millionen Euro um ein zigfaches übersteigt. © AP
Felix Baumgartner geht mit diesem Sprung zweifellos in die Geschichte ein. © dpa

Warum öffnete sich der Fallschirm schon in 1500 Metern Höhe?

Aus Kollegialität, so Baumgartner: „Ich wollte Joe Kittinger diesen Rekord überlassen“, sagt er zu seinem Mentor und Freifallmeister.

Was passierte mit Baumgartners Kapsel?

Sie stieg immer weiter, der Heliumballon platzte. Die Kapsel landete mit einem Fallschirm kurz nach Baumgartner auf der Erde.

Wie viele Rekorde hat Baumgartner aufgestellt?

Drei: Baumgartner stürzte mit Überschallgeschwindigkeit herab, ist der Mensch mit einem Freifallsprung aus größter Höhe und mit dem höchsten bemannten Ballonaufstieg.

Welche Rekorde plant er als nächstes?

Keine mehr. Er beendet sein Karriere als Extremsportler und will als Luftretter in den Alpen und in Kalifornien arbeiten.

Was hat der Sprung gekostet?

Offiziell schweigt der Sponsor und Brausehersteller Red Bull. Experten schätzen das Projekt auf 50 Millionen Euro. Dafür liegt der Marketingwert im mehrstelligen Millionenbereich.

Wie viele Menschen sahen zu?

Auch der Nachrichtensender n-tv verzeichnete mit 7,7 Millionen Zuschauern einen Rekord. Bei YouTube sahen bis zu acht Millionen Internet-Nutzer zu.

Was macht Baumgartner jetzt?

Der Österreicher bleibt jetzt noch für einige Wochen in den USA und tritt dort in Talkshows auf.

Mehr zu Felix Baumgartners Rekordsprung:

Video: Baumgartners Sprung aus 39 Kilometern Höhe

Bilder aus Baumgartners Helmkamera

Nach dem Sprung: Felix dankt seinen Fans

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