Feuerwerk an Silvester: Trends, Risiken und Expertenrat

Kassel. Das Silvesterfeuerwerk ist fester Bestandteil des stimmungsvollen Jahreswechsels. Dafür bringen die Hersteller von Feuerwerkskörpern alljährlich immer wieder neue Produkte in die Ladenregale. Doch beim Feuerwerk ist Vorsicht geboten. Ein Überblick:

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Mieter in Mehrfamilienhäusern sollten ihre Silvesterraketen nicht auf dem Balkon zünden. Die Gefahr, Nachbarwohnungen oder brennbare Außenwände zu treffen, sei zu groß, warnt der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen. Da ein Fehlstart der Rakete nie ganz ausgeschlossen werden kann, sollte ein Platz gewählt werden, von dem aus Feuerwerkskörper möglichst keinen Schaden anrichten können.

Brennbares wegräumen

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Mieter sollten außerdem vor der Silvesternacht brennbare Gegenstände wie Möbel oder Hausrat vom eigenen Balkon entfernen, damit verirrte Raketen dort keine Brände entfachen können. Auch Dachluken und -fenster sollten aus diesem Grund geschlossen werden.

Gefahr durch Tischfeuerwerk

Beim Abfeuern gilt

Feuerwerkskörper nie auf Menschen richten, Raketen und Böller immer im Freien und niemals aus der Hand abbrennen. Außerdem dürfen Raketen grundsätzlich nur senkrecht und aus sicheren Behältern abfeuert werden, wie zum Beispiel aus leeren Flaschen im Getränkekasten.

Nicht nur beim Feuerwerk um Mitternacht, sondern auch bei der Silvesterparty in den eigenen vier Wänden kann schnell ein Brand entstehen. Besonders beliebt bei der Party daheim ist das Funken sprühende Tischfeuerwerk. Beim Abbrennen muss jedoch darauf geachtet werden, dass das „Highlight“ des Abends auf einer feuerfesten Unterlage steht.

Achtung Blindgänger

Falls Feuerwerkskörper einmal versagen, sollte man niemals versuchen, sie erneut zu zünden. Blindgänger lieber liegen lassen und zur Sicherheit mit einem Wassereimer löschen.

Außerdem: „Unbedingt auf die richtige Sicherheitsklassifizierung achten und das Feuerwerk vor leicht entzündlichen Materialien wie beispielsweise Girlanden und Luftschlangen fern halten“, warnen Experten der Feuerwehr. Alkoholisierte Personen sollten den Umgang mit Böllern, Kanonenschlägen und Raketen unbedingt vermeiden und das Anzünden der Feuerwerkskörper anderen überlassen. Vor dem Zünden der Silvester-Knaller ist es zudem ratsam, die Gebrauchsanweisung sorgfältig zu lesen.

Himmelslaternen seit 2009 verboten

Seit dem 1. Mai 2009 ist die Nutzung von sogenannten Himmelslaternen, hiermit sind unbemannte Heißluftballone aus Reispapier gemeint, untersagt ist. „Grund für dieses Verbot ist die große Gefahr, die von dem brennbaren Material und der offenen Flamme ausgeht, denn hierdurch kann am Landepunkt ein Feuer ausgelöst werden“, so die Warnung der Behörden. Wer gegen diese Vorschrift verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit hohen Geldbußen geahndet werden kann.

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Sicherheitstipps entspannten Jahreswechsel

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    Nicht nur zum Schutz vor Wind und Wetter sondern auch für die Sicherheit sollte auf die richtige Kleidung geachtet werden. Gerade Fleece und Kunststoffgewebe sind leicht entflammbar und sollten deshalb nicht getragen werden.
  • Schützen Sie Ihre Wohnung in der Silvesternacht vor Brandgefahren. Auf Balkonen und Terrassen sollten leicht entflammbare Gegenstände weggestellt, Fenster und Türen geschlossen werden.
  • Sie sollten ihr und benachbarte Gebäude genau beobachten. Einschlagende Raketen sollten, soweit möglich, unverzüglich entfernt werden. Reetdächer sind von außen und innen zu kontrollieren.
  • Die Gebrauchsanweisung eines Feuerwerkkörpers vor dem Gebrauch genau durchlesen.
  • Knallkörper niemals in geschlossenen Räumen verwenden. Raketen nur im Freien mit Sicherheitsabstand zu anderen Menschen, Autos und Gebäuden zünden. Zudem sollten Raketen aus großen Flaschen, die in Kästen stehen, gestartet werden.
  • Nicht gezündete Feuerwerkskörper (Blindgänger) niemals noch einmal anzünden.
  • Beim Anzünden verwendet man am besten so genannte „Sturmfeuerzeuge“.
  • Feuerwerk darf nur vom 31. Dezember bis 01. Januar abgebrannt werden. Pyrotechnische Munition darf mit Schreckschuss- und Signalwaffen nur vom 31.12., 15.00 Uhr, bis zum 01.01., 05.00 Uhr, verschossen werden.
  • Besonders gefährlich - und daher verboten - sind nicht zugelassene oder selbstgebaute Knallkörper. Wie gefährlich der Umgang mit diesen Knallkörpern ist, zeigt das Beispiel eines 36jährigen Dortmunders. Er verlor am Heiligen Abend seine linke Hand, als er selbst gebastelten Sprengstoff für die Silvesternacht vorbereiten wollte.
  • Keinesfalls sollten pyrotechnische Artikel unter, auf oder gar nach fahrenden Fahrzeugen geworfen werden.
  • Mit Feuerwerkskörpern niemals nach Personen werfen oder auf Personen schießen.
  • Kinder und Jugendliche nur ungefährliche Artikel abbrennen lassen und dabei beaufsichtigen.
  • Raketen senkrecht in eine feststehende Falsche stecken. Dann erst die Schutzkappe abziehen und zünden. Die Flugrichtung muss so gewählt werden, dass die Raketen nicht in Häuser oder auf insbesondere Reetdächer oder auf leicht brennbares Material fliegen kann.
  • An die Haustiere denken, wenn das Feuerwerk beginnt, schreckhafte Tiere nicht allein lassen, für „Schalldämpfung“ (Türen, Fenster und Jalousien schließen) sorgen.
  • Vor allem auf alte, kranke und ruhebedürftige Menschen ist Rücksicht zu nehmen. Daher dürfen Feuerwerks- und Knallkörper nicht in lärmempfindlichen Zonen oder in unmittelbarer Nähe von Krankenanstalten, Alters-, Kinder- und Erholungsheimen abgeschossen werden. (dpa/eul)

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