Warum alle Kinder derzeit einen wollen

Spinner: In Deutschland kaum zu kriegen - für viele Hersteller aber Verlustgeschäft

+
Der „Fidget Spinner“ ist gerade der Renner. Wir erklären, was es mit diesem kleinen Spielzeug auf sich hat. 

Ein recht unscheinbares Ding, doch es löst gerade einen unfassbaren Hype aus: der „Fidget Spinner“. Noch nie davon gehört? Um was es dabei geht und warum alle einen Spinner wollen, lesen Sie hier. 

Auf dem Schulhof, im Klassenzimmer oder im Büro – mittlerweile haben viele Kinder und Erwachsene einen „Fidget Spinner“ in den Fingern. Das Ding ist eigentlich ganz unscheinbar, aber das Spielzeug, ein Handkreisel, ist plötzlich wahnsinnig beliebt. Ein Spiele-Hype ist ausgebrochen – und wird so schnell wohl auch kein Ende finden. 

Eine neue Generation der „Fidget Spinner“ kommt auf den Markt

Mittlerweile gibt es schon eine zweite Generation der Kreisel, die den Spielemarkt weltweit weiter anheizen sollen. Mit Musik und bunten Lichtern sollen die neuen Spinner Jung und Alt weiter zum Kaufen animieren. Laut N24 bleiben in China mittlerweile immer mehr Hersteller auf ihren Spinnern sitzen, für 70 Prozent ist die Produktion mittlerweile ein Verlustgeschäft. Der Grund: Die Spinner genügen den hohen Qualitätsstandards in den Abnehmerländern oft nicht, außerdem ist der Markt vielerorts schon gesättigt. Neuheiten wie das Spinner-Feuerzeug oder eine Bluetooth-Anwendung sollen den Abwärtstrend nun stoppen.

Hierzulande ist das gut möglich: Weil der Hype noch immer anhält, müssen sich viele Kinder hierzulande noch etwas gedulden. Die Händler in Deutschland können die enorme Nachfrage nach den kleinen Kreiseln momentan nicht befriedigen. Wie n-tv berichtet, hat Willy Fischel, Geschäftsführer des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels, gute Nachrichten für Spinner-Fans: In Kürze sollen wieder Schiffe mit jeder Menge Spinner an Bord eintreffen. 

In den USA haben zahlreiche Schulen die Spinners mittlerweile im Unterricht und auf dem Pausenhof verboten. Gegen diese Sanktionen wehrt sich nun die „Fidget Spinner Association“ (FSA). „Fidget Spinner sind wichtige Geräte für Personen mit Angst, Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS), überschüssiger Energie und zappeligen Händen", sagt ein Geschäftsführer in einer Pressemitteilung der FAS. Im September plant die Organisation zudem „World Fidget Spinner Championships“ in New York City. 

Was ist eigentlich ein „Fidget Spinner“?

Der Spinner passt in eine Kinderhand, ist ziemlich flach, aus Kunststoff und hat bis zu drei beschwerte flügelartige Seitenteile. In der Mitte befindet sich ein Kugellager. Es gibt verschiedene Bauweisen.

Das englische Wort „Fidget“ bedeutet auf deutsch: Unruhe oder Zappelphilipp. „Spinner“ hat seinen Ursprung im englischen Verb „to spin“ auf deutsch: wirbeln oder kreiseln.

Der Spinner dreht sich wie ein Kreisel auf den Fingerkuppen.

Wie funktioniert ein „Fidget Spinner“?

Der Kreisel lässt sich zwischen Daumen und Zeigefinger drehen und dabei auf kunstvolle Art balancieren. Das Internet ist voll mit Tricks und Tipps. Fast alles scheint mit dem kleinen Ding möglich zu sein. 

Wer hat den originalen Spinner überhaupt erfunden?

In Florida (USA) lebt die Erfinderin, Catherine Hettinger (62). Von ihrer genialen Idee sieht die Mutter einer siebenjährigen Tochter jedoch keinen Cent, wie das Nachrichtenportal theguardian.com berichtet. 

Acht Jahre hatte Hettinger demnach das Patent auf die Kreisel, gab sie jedoch 2005 auf. Die Gebühr zur Verlängerung in Höhe von 400 US Dollar (rund 360 Euro) konnte sie sich damals nicht leisten. Niemand hatte zudem Interesse an ihrer Erfindung.

„Ich hatte einfach nicht das Geld. Es ist ganz einfach“, sagt Catherine Hettinger in einem Interview mit dem Guardian. Es wäre eine Herausforderung ein Erfinder zu sein. Nur drei Prozent der Erfindungen würden Geld machen. 

Verbittert über diese verlorene Chance sei die 62-Jährige, wie in dem Interview zu lesen ist, allerdings nicht. Im Gegenteil: Die plötzliche Popularität mache ihr Mut.

So feiert das Netz den Fidget Spinner

Auf das handliche Spielzeug scheint die Welt gewartet zu haben. Der Handkreisel ist ein absoluter Bestseller. Der Spiele-Hype erinnert an das Jo-Jo-Fieber, das Ende der 90er Jahre in Deutschland grassierte.   

In den sozialen Netzwerken mutiert der Handkreisel zum Kultobjekt. Auf Twitter posten Nutzer unter dem Hashtag #fidgetspinner Fotos und Videos.

„Ich bin jetzt auch cool“

„Ich kann nicht aufhören“

Es gibt unzählige Videos auf YouTube.com. Sehenswert ist ein Clip von Blogger David mit dem Titel „Fidget Spinner Tricks with a professional Fidgeter“. 

Fidget Spinner im Test: Welcher dreht sich länger?

ml

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.