Vermisstes fünffjähriges Mädchen

Hunde wittern Spur von Inga bis nach Dresden

+
Im Fall der vermissten Inga aus Schönebeck durchsuchen Polizisten ein Waldstück bei Stendal. 

Stendal/Potsdam - Sie wittern kleinste Partikel in der Luft: Spezielle Suchhunde der Polizei haben über Hunderte Kilometer eine Spur der vermissten fünfjährigen Inga verfolgt. Jetzt sucht die Polizei in Ostdeutschland noch nach einem zweiten vermissten Kind.

Auf der Suche nach der seit mehr als zwei Monaten vermissten Inga haben Polizeihunde eine Fährte von Sachsen-Anhalt bis nach Dresden gewittert.

Die sogenannten Mantrailer mit besonders sensiblem Geruchssinn können kleinste Partikel in der Luft erschnuppern und so auch älteren Fährten folgen. Die fünfjährige Inga verschwand am 2. Mai. Die Suche mit den Spezialhunden endete vorläufig bei Dresden, soll aber wahrscheinlich wieder aufgenommen werden, wie die Polizei ankündigte. Derweil suchen Ermittler in Brandenburg nach einem weiteren Kind: In Potsdam verschwand am Mittwoch der sechsjährige Elias.

Im Fall von Inga wurden die Personenspürhunde nach Mitte Juni jetzt zum zweiten Mal auf eine Fährte angesetzt. Die Tiere führten 30 Polizisten von Haldensleben in Sachsen-Anhalt über den Berliner Ring sowie über Halle an der Saale bis kurz vor Dresden. Der Ort von Ingas Verschwinden und Dresden liegen auf kürzestem Weg etwa 300 Kilometer auseinander. Die Suche, für die immer wieder Autobahnabschnitte gesperrt wurden, endete vorerst am Mittwochabend. Die Aktion werde wohl fortgesetzt, aber eher nicht mehr in dieser Woche, kündigte die Polizei an. Der Einsatz der sieben Hunde sei mit großem logistischen Aufwand verbunden und brauche einen Planungsvorlauf.

Die Polizisten ließen die Spezialhunde an Auf- und Abfahrten von Autobahnen schnüffeln. Liefen die Tiere die Abfahrt herunter, verließen die Ermittler die Autobahn. Gingen die Tiere geradeaus, wurden sie mit dem Auto zur nächsten Abfahrt gebracht. "Wir nutzen die Hunde, um wirklich nichts unversucht zu lassen", sagte Polizeisprecher Frank Küssner in Magdeburg.

Inga verschwand in Stendal in Sachsen-Anhalt. Die Polizei vermutet, dass sie mit anderen Kindern Holz für ein Lagerfeuer suchen wollte und nicht zurückkehrte. Trotz Hunderter Hinweise aus ganz Deutschland und großer Suchaktionen haben die Ermittler bisher keine heiße Spur.

Die Suche nach dem kleinen Elias aus Potsdam wurde - dem Tag nach seinem Verschwinden - erheblich ausgeweitet. Mehr als 150 Polizisten und viele Anwohner durchkämmten den Stadtteil Schlaatz. Auch auf der Nuthe hielten Polizisten von Booten aus Ausschau - der Stadtteil liegt an dem Fluss.

Der Sechsjährige hatte am Mittwochnachmittag seine Wohnung verlassen, um draußen zu spielen. Er kam nicht mehr zurück. Hinweise auf ein Verbrechen gebe es bislang nicht, sagte eine Polizeisprecherin. Aber es könne eben auch nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um einen Unglücksfall handele. "Wir hoffen, dass wir den Jungen finden." Die Polizei, die auch mit einem Foto nach dem blonden Jungen suchte, erhielt mehrere Hinweise.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.