Enthauptung auf Raten

Neue fiese Fliegenart köpft Ameisen

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Die Grafik zeigt die Silhouette einer Stubenfliege, Musca domestica (links oben) im Vergleich zur kleinsten bekannten Fliege, Euryplatea nanaknihali (links unten). Rechts ist eine Vergrößerung des Winzlings zu sehen.

Lanham - Die kleinste Fliege der Welt hat es faustdick hinter den Ohren. Der scheinbar harmlose Winzling geht Ameisen an den Kraken - und zwar mit einer grausamen Methode: Sie werden geköpft.

Forscher haben den Fliegenwinzling in Thailand entdeckt. Sie misst gerade einmal 0,4 Millimeter. Damit ist sie etwa 15 Mal kleiner als eine gewöhnliche Stubenfliege und immer noch 5 Mal kleiner als eine Fruchtfliege. Die Forscher berichten in den „Annals of the Entomological Society of America“ von ihrer Entdeckung. Trotz ihrer winzigen Größe stelle die Fliege vermutlich für einige Ameisen ein großes Problem dar: Wahrscheinlich entwickeln sich die Larven der Fliegen im Kopf der Ameisen, was dazu führt, dass dieser abfällt.

Euryplatea nanaknihali, so der Name des neuen Rekordhalters, gehört zur Familie der Phoridae. In dieser Familie finden sich zahlreiche Arten, deren Larven als Parasitoide in Ameisen leben und diese allmählich enthaupten. Im Deutschen werden die Fliegen deshalb auch „Scharfrichter-Fliegen“ genannt. In einigen südlichen Staaten Nordamerikas werden sie eingesetzt, um die dort eingeschleppten aggressiven Feuerameisen zu bekämpfen. In Asien wurde bisher keine Fliege aus der Gattung Euryplatea entdeckt.

Die schrägsten Tiere der Welt

Opossum
Das schielende Opossum (Didelphis) Heidi im Zoo Leipzig. Das Tier hat einen Sehfehler. © dapd
Zu viel Winterspeck? Ein Katta im Hamburger Tierpark macht den Test. © ap
Dieser chinesischen Schopfhund ist 2007 zum hässlichsten Hund der Welt gewählt worden. Er wird nur bis zu 33 Zentimeter groß und ist in dieser Variante haarlos. © AP
Huch? Ist ein Storch nicht eigentlich weiß? In Briesen (Brandenburg) wurde dieser blaue Storch gesichtet. © dpa
Mit seiner großen gurkenförmigen Nase gehört der Nasenaffe nicht zu den gängigen Naturschönheiten. Er lebt nur auf der indonesischen Insel Borneo, immer nah am Wasser und in Mangrovenwäldern. © dpa
Diese Königskrabbe kann bis zu 15 Kilogramm schwer werden und erreicht eine Spannweite von bis zu zwei Metern. Sie ist auch als "Kamtschatka Riesenkrabbe" bekannt. Sie stammt aus dem nördlichen Pazifik vor Japan und Alaska. © AP
Diese japanische Riesenkrabbe spielt mit einem Mini-WM-Ball. Sie ist die größte lebende Krebsart. Ihre Spannweite beträgt knapp vier Meter. © dpa
Zwei Sphinx-Katzen. Sie sind eine kanadische Katzenart. Auf den ersten Blick ist die Sphinx-Katze haarlos, doch bei näherer Betrachtung ist ein zarter Flaum zu erkennen. Sie ist sehr intelligent und ihre Haut bräunt im Sommer ebenso wie die des Menschen. © AP
Die Sphinx-Katzen Hale-Bopp (links) und Beanie Baby ruhen sich bei einer Tiershow aus. © AP
Es gibt den reinrassige chinesische Schopfhund auch in der Variante „Powder Puff“ mit ganz feinem Fell. Auch dieses Exemplar wurde ebenfalls beim World's Ugliest Dog Contest in Petaluma, Kalifornien, 2007 gesehen. © AP
Dieser chinesische Schopfhund besitzt nur ein Auge und drei Pfoten. Der arme Kerl gewann 2008 den Titel des hässlichsten Hundes der Welt. Chinesische Schopfhunde gelten als verspielt, aufgeweckt und gefühlvoll. © AP
Miss Ellie ist 15 Jahre alt und blind. Beste Voraussetzungen für die reinrassige chinesische Schopfhündin, den begehrten Titel des hässlichsten Hundes der Welt abzuräumen. © AP
Der mexikanische Schwanzlurch hat eine besondere Fähigkeit: Er kann verlorene Gliedmaßen nachwachsen lassen. In ihrer Heimat gehören Axolotl zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. © dpa
Bei uns werden Axolotl für die Wissenschaft genutzt. An ihnen wird das Wachsen von Zellen aus dem Embionalstadium beobachtet. Die Tiere wachsen ein Leben lang, im Alter allerdings immer langsamer. © dpa
„Astaroth“ ist ein Aye-Aye-Männchen. Das Fingertier verfügt über bis zu acht Zentimeter lange Finger mit denen es sich sein Essen angelt. Fingertiere leben nur noch auf Madagaskar. © dpa
„Sam“ war drei Jahre in Folge der hässlichste Hund der Welt. Der chinesische Schopfhund wurde inzwischen eingeschläfert, seine Website gibt es aber immer noch. © dpa
Der Nacktmull lebt in Halbwüsten in Äthiopien, Kenia und Somalia und ist ein Sandgräber. Er lebt in von Weibchen geleiteten großen Kolonien. © dpa
Der Nacktmull (hier im Dresdener Zoo) gilt als das sozialste Tier der Welt, hat aber ein echtes Imageproblem wegen seines Aussehens. © dpa
Der Seeteufel (vorne) oder auch Lotte genannt lebt im nordöstlichen Atlantik und ist wegen seines weißen und festen Fleisches beliebt. Im Hintergrund ein Felsenbarsch. © dpa
Der Sternmull ist eine Maulwurfart und hat rund um seine Schnauze 22 fingerförmige Hautanhänge. Er lebt an Land, jagt aber auch im Wasser. Um seine Beute aufzuspüren, bläht er Luftblasen auf, saugt sie sofort wieder ein und nimmt so die Duftstoffe der Beute war. Dann weiß er, wohin er schwimmen muss. © Ken Catania/Nature/dpa
Dieser Kater heißt Frank bzw. Louie. Je nachdem von welcher Seite man ihm ins Gesicht schaut. Er lebt in Worcester im Bundestaat Massachusetts. © 

Die Forscher um Brian Brown vom Natural History Museum des Los Angeles County (Los Angeles/US-Staat Kalifornien) haben einen Befall oder eine Enthauptung von Ameisen durch E. nanaknihali bisher noch nicht direkt beobachtet. Sie halten es aber für sehr wahrscheinlich, dass die Fliege kleinere Ameisenarten befällt. Von dem einzigen bekannten Verwandten der Fliege, der in Äquatorialguinea vorkommenden Art Euryplatea eidmanni, ist das Verhalten jedenfalls bekannt.

„Man hat immer angenommen, dass kleinere Ameisen-Arten von den Attacken verschont bleiben, weil es für ein bis drei Millimeter große Fliegen physikalisch unmöglich ist, sich in den relativ kleinen Ameisenköpfen zu entwickeln“, so Brown. Ihre Entdeckung zeige jedoch, dass selbst die kleinsten Ameisen dem Parasitismus wahrscheinlich nicht entkommen.

dpa

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