Am Flughafen Leipzig/Halle

Brand in Frachtflugzeug: 49.000 Küken tot

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Die Antonow brannte komplett aus.

Leipzig - In einem Frachtflugzeug mit lebenden Küken an Bord ist in der Nacht zum Freitag auf dem Flughafen Leipzig/Halle ein Feuer ausgebrochen. Tausende Tiere starben.

Eine Frachtmaschine mit lebendigen Küken an Bord ist auf dem Flughafen Leipzig/Halle ausgebrannt, knapp 49.000 Tiere kamen in den Flammen um. Laut Veterinäramt des Kreises Nordsachsen waren die Tiere in Leipzig in die Maschine geladen worden und sollten nach Angaben des Flughafens nach Südrussland geflogen werden. Ihre Kadaver werden nun in einer Anlage für Tierkörperbeseitigung vernichtet. Die sieben Besatzungsmitglieder konnten sich bei dem Unglück in der Nacht zum Freitag rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Das Flugzeug war in der Nacht in Brand geraten.

"Die Maschine ist in der Mitte durchgebrochen, man sieht nur noch ausgebrannte Trümmer", sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Seinen Angaben zufolge war die Maschine am Donnerstagabend in Leipzig/Halle gelandet und mit den für die Ukraine bestimmten Küken beladen worden. Als die Besatzung ihre Maschine dann in der Nacht zurück auf das Rollfeld und in Richtung Start fahren wollte, habe sie das Feuer bemerkt.

Wie der Flughafen mitteilte, rückte die Werksfeuerwehr sofort mit 15 Großlöschfahrzeugen und 60 Rettern aus. Wegen des Einsatzes wurde der Flughafen zwischen etwa 02.00 und 03.00 Uhr gesperrt. Für Passagierflugzeuge gab es keine Einschränkungen, wie Flughafensprecher Uwe Schuhart mitteilte. „Alle Maschinen konnten am Morgen planmäßig starten und landen.“

Die Ermittlungen führten Experten der Polizei und der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung gemeinsam. Mit einem schnellen Ergebnis sei aber nicht zu rechnen.

Tierschützer kritisierten die Beförderung

Tiertransporte per Luftfracht sind keine Seltenheit. Die Lufthansa Cargo etwa transportiere im Jahr mehr als 100 Millionen Tiere, sagte Unternehmenssprecher Michael Göntgens. Die meisten tierischen Passagiere seien Zierfische, die aus Asien und Südamerika nach Europa kämen. Doch auch größere Tiere wie beispielsweise rund 2000 Pferde für Turniere oder die Zucht werden demnach pro Jahr transportiert. Auch Flugtransporte von Tieren für die Lebensmittelproduktion seien üblich - neben Küken beispielsweise bestimmte Rinder aus Amerika.

Tierschützer kritisierten die Beförderung. Es gebe keinen Grund, Küken in die Ukraine zu schicken, um sie dort aufzuziehen, sagte Marion Dudla vom Deutschen Tierschutzbund. „Wir erwarten, dass hier genau aufgeklärt wird und Konsequenzen gezogen werden.“ Der aktuelle Vorfall stehe stellvertretend für Milliarden Tiere, die bei Transporten litten und oft qualvoll verendeten.

dpa/AFP

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