Forscher: Arktis-Eis schmilzt immer schneller

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Wegen der Erderwärmung schmilzt das Eis in der Arktis immer rascher.

Hamburg - Ein Klimamodell zeigt: Das Arktis-Eis schmilzt rascher als gedacht. Es wird völlig verschwinden, wenn Treibhausgase weiter zunehmen. Eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad ist aber noch möglich.

Das Eis in der Arktis schmilzt wegen der globalen Erwärmung schneller als bisher vermutet. Das haben neue Klimasimulationen ergeben, die das Max-Planck-Institut für Meteorologie und das Deutsche Klimarechenzentrum am Donnerstag in Hamburg vorstellten. Die Wissenschaftler errechneten verschiedene Szenarien für die weitere Entwicklung - abhängig davon, wie viel des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) künftig ausgestoßen wird.

Wenn die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius bleibt, geht das Meereis zwar noch weiter zurück, aber nicht völlig weg. “Nicht mal im Sommer über das gesamte 21. Jahrhundert“, sagte Ozean-Experte Johann Jungclaus. Bei einem starken Anstieg der Treibhausgase werde es aber eine extreme Abnahme des Sommermeereises geben. In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts sei es dann völlig weg. “Rechnet man noch weiter in die Erwärmung hinein, dann verschwindet sogar das Wintermeereis.“

Trend: 2019 reisen wir in die Arktis

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Eine Studie zeigt: Abenteuerlust ist weiblich. Nach ihren Reisezielen für das Jahr 2019 gefragt, antworteten 7,2 Prozent der deutschen Frauen, sie wollten Ziele außerhalb der Erde besuchen. Das wollen nur 5,9 Prozent der Männer. Das Bild zeigt den Nordpol des Planeten Mars. © dpa
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Noch deutlicher ist der Unterschied zwischen den 1001 befragten Männern und Frauen bei außergewöhnlichen Zielen auf der Erde. Insgesamt will jeder sechste Deutsche in die Arktis oder auf unentdeckte Inseln reisen. 18 Prozent der Frauen, aber nur 11 Prozent der Männer wollen das. © dpa
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Nordeuropa zieht ebenfalls jeden sechsten Befragten an. Hier: Helsinki in Finnland. © dpa
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Nach Westeuropa, hier sehen wir Lissabon in Portugal, wünschen sich 15,7 Prozent zu reisen. Hier gibt es keine nennenswerten Meinungsverschiedenheiten zwischen den Geschlechtern. © dpa
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Kaum wird es etwas exotischer, überwiegen wieder die Frauen: Nach Afrika will fast jede fünfte Frau (19,5 Prozent), aber nur 15,8 Prozent der Männer haben Lust auf Safari und roten Sand. Hier ein Bild aus dem Norden Äthiopiens. © dpa
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Das Kräfteverhältnis kehrt sich um, wenn es um Osteuropa geht. 22,1 Prozent der Männer, aber nur 15,3 Prozent der Frauen sind interessiert an unseren östlichen Nachbarländern. Hier ist die Landschaft rund um das tschechische Prag zu sehen. Besonderes Highlight sind hier die Burgen. © dpa
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Nord- und Südamerika ziehen jede dritte Befragte, aber nur jeden vierten Befragten an. 27,7 Prozent wollen insgesamt den amerikanischen Kontinent bereisen. Hier eine Landschaft in New Mexico, USA. © dpa
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Asien ist schwer im Kommen: 37,4 Prozent der Befragten wollen 2019 Fernreisen nach Asien und Australien machen. Hier dürften allerdings einmal mehr die Damen die treibende Kraft in Sachen Urlaubsplanung sein: 41,8 Prozent wollen nach Fernost, aber nur 32,8 Prozent der Männer. Hier das "Hawaii Asiens", die chinesische Insel Hainan. © dpa
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Wer kennt sie nicht, die romantischen Gondolliere in Venedig? 40,8 Prozent der Reisenden wollen auch 2019 noch nach Venedig und auf dem Markusplatz Tauben füttern. © dpa
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Platz 1 der Studie belegt aber Deutschland selbst. Auch 2019, so die Experten des Reiseportals Expedia, will immer noch jeder zweite Deutsche im eigenen Land Urlaub machen. Da sind sich Frauen und Männer einig. © dpa

Durch das Schmelzen der Eisflächen strahlt weniger Sonnenenergie in das Weltall zurück und erwärmt stattdessen zusätzlich den Ozean. Heftig diskutiert wird in der Wissenschaft die Frage, ob das abgeschmolzene Eis für immer weg ist. Die Hamburger Wissenschaftler sind überzeugt: Sollte der Ausstoß des CO2 massiv reduziert werden und es wieder deutlich kälter werden, könnte das Meereis sogar nach einem totalen Abschmelzen der Arktis zurückkommen.

Die internationale Staatengemeinschaft hatte sich die Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad als Ziel gesetzt, doch erst 2020 soll ein weitreichender Vertrag zu den Treibhausgasemissionen folgen. Nur mit größten Anstrengungen sei diese moderate Erwärmung noch zu erreichen, sagte der Direktor des Max-Planck-Instituts, Professor Jochem Marotzke.

Die Voraussetzungen: “Wir müssen die Kohlendioxid-Emissionen ab 2020 mindern und sie bis Ende des Jahrhunderts auf zehn Prozent des Stands von 2000 herunterfahren“, erläuterte Marotzke. “Die ökonomischen Modelle sagen, dass ein solcher Pfad für die Menschheit möglich ist.“ Er persönlich sei jedoch sehr skeptisch, dass dieses Ziel noch erreicht wird. “Falls die CO2-Emissionen ungebremst weiter ansteigen, erwarten wir in unserem Modell eine weitere Erwärmung bis zum Jahr 2100 um vier Grad im globalen Mittel“, sagte Marotzke. Die Folgen wären vielfältig: “Wir würden weltweit mehr länger anhaltende und auch drastischere Hitzewellen haben.“

Die Simulationen der Forscher bei einer weiter ansteigenden CO2-Konzentration präsentieren nicht nur einen deutlichen Temperaturanstieg, sondern auch eine erheblich schnellere Versauerung der Ozeane. “Die aktuellen Berechnungen zeigen, dass der Ozean durch die CO2-Belastung bereits um etwa 30 Prozent saurer gegenüber der Situation vor der Industrialisierung geworden ist“, sagte Jungclaus. “Wissenschaftler bezweifeln, dass viele Organismen sich an diese Änderung schnell genug anpassen können. Das betrifft besonders Kalk bildende Organismen wie Muscheln und Korallen.“

Ergebnis der Untersuchungen war zudem, dass sich die C02-Konzentration in der Atmosphäre bereits von 1750 an verändert hat. “Wir führen das darauf zurück, dass der Mensch seit tausenden Jahren Landwirtschaft betreibt“, sagte der Wissenschaftler Christian Reick. Dabei seien weltweit Wälder gerodet worden, der gebundene Kohlenstoff wurde in die Atmosphäre abgegeben. “Das setzte also schon vor der industriellen Revolution ein, bevor der Mensch fossile Energieträger wie Öl und Kohle für seinen Energiebedarf verwendete.“

Die Hamburger Wissenschaftler erstellten ihre Klimasimulationen im Rahmen des Weltklima-Forschungsprogramms. Die Ergebnisse sollen auch in den fünften Bericht des Weltklimarates IPCC einfließen.

dpa

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