Sensationeller Fund

Riesiger Canyon unter Grönlands Eis entdeckt

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Unter Grönlands Packeis haben Forscher eine riesige Schlucht entdeckt.

Nuuk - Unter Grönlands Packeis befindet sich schon seit Millionen von Jahren eine riesige Schlucht. Wissenschaftler haben sie nun durch Radarbeobachtungen entdeckt.

Unter dem grönländischen Packeis haben Wissenschaftler eine Schlucht von gigantischen Ausmaßen entdeckt. Wie die Forscher am Donnerstag in der US-Fachzeitschrift "Science" berichteten, ist die Schlucht mindestens 750 Kilometer lang und 800 Meter tief - sie ist damit deutlich länger als der berühmte Grand Canyon im Südwesten der USA.

Die bislang unbekannte Schlucht ist nach Angaben der Wissenschaftler vermutlich älter als die Eisfläche, die Grönland seit Millionen von Jahren zudeckt. Sie hat die Form eines sich schlängelnden Flußbetts und reicht vom Zentrum bis zur Nordspitze der größten Insel der Welt.

Das Forscherteam unter Leitung von Jonathan Bamber von der School of Geographical Sciences im englischen Bristol vermutet, dass der Canyon eine wichtige Rolle dabei spielt, das Wasser aus dem Schmelzprozess an der Oberfläche des Packeises zum Rande der Eisfläche und damit letztlich in den Arktischen Ozean zu leiten.

Schon vor dem Entstehen der Eisfläche vor mindestens vier Millionen Jahr sei die Schlucht als Bett eines gigantischen Flusssystems ein wichtiger Weg für den Wasserabfluss von der Insel gewesen. Die Präsenz der Schlucht erklärt laut "Science", warum es unter dem grönländischen Packeis im Gegensatz zu anderen arktischen Regionen keine Seen gibt.

Die spektakulärsten Landschaften der Welt

The Wave, Arizona, USA: Sieht fast wie ein großer Vergnügungspark für Skateboarder aus – das Backcountry-Gebiet der „Coyote Buttes Wilderness Area“. Im Grenzgebiet zwischen Utah und Arizona formte Navajo-Sandstein, der sich im Laufe von Jahrmillionen vor allem durch Erosion verfestigt hat, diese einzigartige Landschaft. © TripAdvisor
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Salar de Uyuni, Bolivien, Südamerika: Weiß soweit das Auge reicht. Mit 10.000 Quadratkilometern Ausdehnung ist der Salar de Uyuni der größte Salzsee der Welt und liegt auf 3.653 Metern Höhe. In diesem Teil der Altiplano-Hochebene, der zum Nationalpark „Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Abaroa“ gehört, gibt es kaum Leben – dennoch finden Flamingos in Brutzeiten ihren Weg dorthin. Eines der Highlights ist der Eisenbahnfriedhof mit über hundert Jahre alten, stillgelegten Zügen im Süden des Salars. © TripAdvisor
Eines der Highlights von Salar de Uyuni ist der Eisenbahnfriedhof mit über hundert Jahre alten, stillgelegten Zügen im Süden des Salars. © TripAdvisor
Cano Cristales, Villavicencio, Kolumbien: Der Fluss Cano Cristales gehört zum Nationalpark „Serranía La Macarena“ im Departamento Meta. Über das Jahr verändern sich die Algen im Wasser und sorgen so für ein einmaliges Farbspiel. © TripAdvisor
Badlands-Nationalpark South Dakota, USA: Für die Landwirtschaft ist der Boden des Gebiets im Südwesten South Dakotas mehr als ungeeignet – daher rührt auch der Name „Badlands“, schlechtes Land. Die linienförmig durchzogenen kupferfarbigen Felsformationen sehen dafür aber alles andere als „bad“ aus. © TripAdvisor
Namib-Naukluft Park, Namibia, Afrika:  Die orangefarbenen Namibsand-Dünen des Sossusvlei umgeben die beige Salz-Ton-Pfanne („Vlei”) in der Namib-Wüste. Mit bis zu über 380 Metern Höhenunterschied zur Pfanne gehören sie zu den höchsten Dünen der Welt. Ihre Farbe entsteht durch Eisenoxid. © TripAdvisor
Grand Prismatic Spring, Yellowstone-Nationalpark, USA: Die 75 Meter lange und 91 Meter breite Thermalquelle ist die größte der USA und die drittgrößte der Erde. Das Wasser hat im Schnitt eine Temperatur von rund 70 Grad. Das zwischen grün und rot schimmernde Farbspiel entsteht aufgrund des Biofilms der dort angesiedelten Mikroorganismen – da das Wasser in der Mitte der Quelle am heißesten ist, existieren hier keine Bakterien, das Wasser ist blau. Je nach Jahreszeit variiert das bunte Treiben. © TripAdvisor
Das zwischen grün und rot schimmernde Farbspiel entsteht aufgrund des Biofilms der dort angesiedelten Mikroorganismen – da das Wasser in der Mitte der Quelle am heißesten ist, existieren hier keine Bakterien, das Wasser ist blau. Je nach Jahreszeit variiert das bunte Treiben. © TripAdvisor
Giant's Causeway, Nordirland, Großbritannien: Der etwa 80 Kilometer von Belfast entfernte „Damm des Riesen”, so die wörtliche Übersetzung, gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe. Er setzt sich aus etwa 40.000 Basaltsäulen zusammen, die etwa 60 Millionen Jahre alt sind. Die Steine sind in der Mehrzahl sechseckig geformt, auch fünf- oder viereckige Säulen kommen vor. Einige sind bis zu zwölf Meter hoch. Der Giant’s Causeway hat eine Länge von etwa fünf Kilometern und findet sein Ende im Meer. © TripAdvisor
Einige sind bis zu zwölf Meter hoch. Der Giant’s Causeway hat eine Länge von etwa fünf Kilometern und findet sein Ende im Meer. © TripAdvisor
Die Pinnacles, Cervantes, Australien: Die Kalksteinsäulen befinden sich im 170 Quadratkilometer großen Nambung National Park und gehören zu den Highlights der Coral Coast in Western Australia. Die Pinnacles liegen etwa 30 Kilometer südlich des kleinen Fischerdörfchens Cervantes. © TripAdvisor
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Entdeckt wurde der Canyon mit Hilfe von Radarbeobachtungen. Bamber und sein Team werteten Riesenmengen an Radardaten aus, die über Jahrzehnte hinweg von der US-Raumfahrtbehörde NASA sowie Forschern in Großbritannien und Deutschland gesammelt worden waren. In bestimmten Frequenzen können die elektromagnetischen Wellen des Radars das Packeis durchdringen; dann prallen sie von dem darunter liegenden Fels ab. Indem sie alle Radardaten systematisch auswerteten, entdeckten die Wissenschaftler den Canyon und konnten seine Form rekonstruieren.

Die Entdeckung der Schlucht widerlege die Annahme, dass die Landschaft der Erde bereits vollkommen erforscht und kartographisch erfasst sei, konstatierte Bamber. "Unsere Forschungen zeigen, dass es noch immer will zu entdecken gibt."

dpa

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