Archäologen bei Ammerbuch

Forscher entdecken nahe Tübingen uralte Grabenanlage

Ein Skelett liegt in einem Grab aus dem 52. Jahrhundert vor Christus, das bei Ammerbuch freigelegt wurde. Foto: L. Brandstetter/Universität Tübingen/dpa
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Ein Skelett liegt in einem Grab aus dem 52. Jahrhundert vor Christus, das bei Ammerbuch freigelegt wurde. Foto: L. Brandstetter/Universität Tübingen/dpa

Der archäologische Fund eines Skeletts aus der frühen Jungsteinzeit wirft Rätsel auf. Schmuckstücke aus Kalksteinperlen - sonst eher im Raum der Karpaten zu finden - sind Grund des Rätsels, aber möglicherweise gleichzeitig auch Lösung dessen.

Tübingen (dpa) - Erstmals haben Archäologen im Neckarraum ein Grabensystem eines jungsteinzeitlichen Dorfes entdeckt.

Die Anlage bei Ammerbuch im Landkreis Tübingen stammt nach Einschätzung der Forscher der Universität Tübingen und des baden-württembergischen Landesamts für Denkmalpflege aus dem 53. Jahrhundert vor Christus.

Wie die Universität und das Regierungspräsidium Stuttgart mitteilten, fanden die Archäologen in dem Gebiet auch das Grab einer Frau, die im 52. Jahrhundert vor Christus bestattet wurde. Die Tote trug eine Kette aus Kalksteinperlen um den Hals. Solche Schmuckstücke aus der frühen Jungsteinzeit waren bislang aus dem Karpatenbecken und Balkanraum belegt, nicht aber in Süddeutschland.

Die Forscher vermuten, dass die Einwanderung einer Bevölkerungsgruppe mit dazu beitrug, dass die Menschen in Mitteleuropa sesshaft wurden. Mit den 2017 bei Ammerbuch begonnenen Grabungen wollen die Wissenschaftler die Besiedlungsgeschichte im Oberen Neckar- und Ammertal modellhaft für ganz Mitteleuropa rekonstruieren, erklärte Raiko Krauß vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, wie die Einheimischen von Jägern und Sammlern zu Ackerbauern und Viehzüchtern wurden.

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