Killer-Viren, Naturkatastrophen, Internet

Forscher: So könnte die Welt untergehen

Berlin. Eine Gruppe führender Wissenschaftler hat Weltuntergangsszenarien entworfen. Aus ihrer Sicht scheint klar, dass die Menschheit für ihr Ende selbst verantwortlich sein wird. Die größte Gefahr droht durch intelligente Technik. Man kann sich jedoch schützen.

Sie sind eine Gruppe von Superwissenschaftlern. Einige der größten Geister heutiger Forschung sind zusammengekommen, um über die Rettung der Menschheit nachzudenken. Angeführt wird das 27-köpfige Team von dem königlichen Astronomen Lord Martin Rees, weitere Beteiligte sind der berühmte Denker und Physiker Stephen Hawking und der ehemalige Präsident der britischen Gelehrtengesellschaft Royal Society, Robert May, Baron von Oxford. Diese Gruppe von Forschern, die das Cambridge Center for the Study of Existential Risk (CSER) gegründet haben, sind zusammengekommen, um über die Gefahren für die Menschheit und Lösungen nachzudenken.

Killer-Viren bedrohen die Menschheit

Die Gelehrten stellten eine Liste von neun Weltuntergangsrisiken zusammen. Gefahren für unseren Planeten und die menschliche Gesellschaft, die vom Menschen selbst ausgehen. Weniger riskant sehen die Forscher Gefahren durch Naturkatastrophen. Die meiste Gefahr droht der Menschheit nach Ansicht der Forscher von intelligenter Technik. Wenn Supercomputer das Denken lernen, könnten sie auch ihren eigenen Kopf entwickeln. Wollten sie sich dann von ihren Schöpfern zu befreien, könnten sie die Menschheit vernichten.

Gefolgt wird dieser Punkt von dem Risiko durch Angriffe aus dem Internet, so genannten Cyberattacken. Stromnetze, Flugsicherung, Banken, alle diese Systeme setzen auf miteinander verbundene Computer. Brächen diese Netzwerke durch feindliche Angriffe zusammen, könnte dies zur Lähmung der Gesellschaft und zum Chaos führen. Ein weiterer Risikopunkt wäre ein von Menschenhand geschaffenes Super-Virus, der ohne die Entwicklung eines Gegenmittels aus einem Labor entweicht oder von Terroristen freigesetzt würde und das Leben auf der Erde zerstört.

Nur Asteroid kommt von außen

Auch eine so genannte Verpflegungssabotage halten die Denker für möglich. Oft haben effiziente Vertriebsnetze in den westlichen Nationen nur einen Lebensmittelvorrat für 48 Stunden gelagert. Jede Störung würde zu Panikkäufen und Unruhen führen. Ein weiterer Punkt, der den Wissenschaftlern Sorge bereitet, sind von Menschenhand geschaffene extreme Wetterlagen. Wenn sich die Erde weiter erwärmt, wird irgendwann ein Wendepunkt erreicht sein, der menschliches Leben auf der Erde unmöglich machen könnte.

Eine reale Gefahr sehen die Gelehrten auch in den zunehmenden internationalen Reisen. Von Tieren auf den Menschen übertragene Viren oder Bakterien könnten sich rund um den Globus ausbreiten und eine Pandemie auslösen, bevor ein geeigneter Impfstoff entwickelt wird. Gleichfalls wäre ein Krieg um Wasser und Nahrungsmittelressourcen, ausgelöst durch eine immer weiter zunehmende Bevölkerung ein ernst zu nehmendes Risiko. Ferner denken die Forscher obendrein an eine mögliche nukleare Apokalypse, die zu weltweitem Verlust allen Lebens führen würde.

Und schließlich die einzige nicht durch den Menschen ausgelösten Katastrophe: der Einschlag eines Asteroiden, wie er vor 65,5 Millionen Jahren stattgefunden hat und zum Aussterben der Dinosaurier führte.

Schutz ist möglich

„Die größten Gefahren für eine nachhaltige menschliche Existenz kommen vom Menschen selbst, nicht von der Natur“, so Sir Rees am vergangenen Freitag auf dem British Science Festival an der Universität in Newcastle. Er und seine Kollegen wollen, dass die Menschen auch weiterhin gut schlafen können. „Nachdem wir die Bedrohungen identifiziert haben, wollen wir Möglichkeiten aufzeigen, unserer eigenen Spezies eine langfristige Zukunft zu ermöglichen“, sagt der Forscher und wissenschaftliche Leiter weiterhin.

Ein nicht zu unterschätzendes Risiko sehen die Gelehrten in der rasanten technologischen Entwicklung, von der die Menschen zunehmend abhängig werden und mit deren Risiken man sich bisher viel zu wenig beschäftigt hat. Ein Ausfall dieser Technologie würde zu bisher ungekannten Katastrophen führen. Daher haben sie einen einfachen Ratschlag: Einige Vorräte an nichtverderblichen Lebensmitteln machen bereits unabhängig von gestörten Lebensmittellieferungen. Ein Ofen oder Kamin macht zudem autark von der Energieversorgung. (yce)

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ obs

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