Angriff in Frankreich

Lyon: Orthodoxer Priester angeschossen - Polizei lässt mutmaßlichen Täter wieder frei

Im französischen Lyon wurde ein orthodoxer Priester mit einer Schusswaffe verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde noch am Abend verhaftet, tags darauf aber wieder freigelassen.

  • In Lyon wird ein orthodoxer Priester angeschossen.
  • Der Täter ist Angaben der Polizei zufolge am Abend verhaftet worden.
  • Am Sonntag (01.11.2020) ließ die Polizei den mutmaßlichen Täter wieder frei.

Update vom Sonntag, 01.11.2020, 17.06 Uhr: Der nach den lebensgefährlichen Schüssen auf einen orthodoxen Priester in Lyon festgenommene Mann ist wieder frei. Es gebe keine Gründe, ihn weiter in die Ermittlungen einzubeziehen, teilte die französische Nachrichtenagentur AFP am Sonntag unter Bezug auf Justizkreise mit. Außerdem sei der Gesundheitszustand des Mannes nicht mit einem Polizeigewahrsam vereinbar.

Am Samstag hatte ein Unbekannter in der Stadt im Südosten Frankreichs auf einen 52 Jahre alten Geistlichen zwei Schüsse abgegeben, als dieser dabei war, die Kirche zu schließen. Der Staatsanwalt hat eine Untersuchung wegen versuchten Mordes eingeleitet. Bislang wurden die Ermittlungen nicht von den Anti-Terror-Fahndern der französischen Staatsanwaltschaft übernommen. Möglich ist, dass der Angreifer ein persönliches Motiv hatte.

Lyon: Unbekannter schießt auf orthodoxen Priester - Täter festgenommen

Update vom Samstag, 31.10.2020, 20.48 Uhr: Nach dem Schusswaffenangriff auf einen orthodoxen Priester in der französischen Großstadt Lyon ist ein Verdächtiger festgenommen worden. Die Person, die bei der Festnahme keine Waffe getragen habe, sei in Polizeigewahrsam, teilte der Staatsanwalt von Lyon, Nicolas Jacquet, am Samstag mit. Es könne sich um die Person handeln, die von Zeugen beschrieben worden sei, die Überprüfung dauere noch an.

Lyon: Unbekannter schießt auf orthodoxen Priester - Täter auf der Flucht

Erstmeldung vom Samstag, 31.10.2020, 17.54 Uhr: Lyon - Ein orthodoxer Priester ist in der französischen Stadt Lyon mit einer Schusswaffe angegriffen und verletzt worden. Der mutmaßliche Täter sei auf der Flucht, teilte die Polizei der Nachrichtenagentur AFP am Samstagnachmittag mit. Der aus Griechenland stammende Priester befindet sich demnach in einem ernsten Zustand. Er sei dabei gewesen, „seine Kirche zu schließen“, als die Tat passierte.

Auf den Mann sei mit einer abgesägten Schrotflinte geschossen worden, sagte die Polizei weiter. „Die Sicherheits- und Rettungskräfte sind vor Ort. Meiden Sie das Gebiet und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden“, schrieb das französische Innenministerium auf Twitter.

In Lyon wurde ein orthodoxer Priester angeschossen. Der Täter ist auf der Flucht.

Frankreich: Orthodoxer Priester in Lyon angeschossen - Polizei vor Ort

Erst am Donnerstag waren in Nizza drei Menschen bei einem mutmaßlichen Terroranschlag in einer Kirche getötet worden. Der Messerangriff hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die tödliche Attacke als „islamistischen Terroranschlag“, die Antiterror-Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Regierungschef Jean Castex rief die höchste Terror-Warnstufe für das Land aus. Staatschef Macron kündigte an, die Zahl der zum Schutz von Gotteshäusern und Schulen abgestellten Soldaten von 3000 auf 7000 zu erhöhen.
Wegen der erneuten Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen durch die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ hat sich die Stimmung in muslimisch geprägten Ländern zuletzt gegen Frankreich aufgeheizt. In Staaten wie Pakistan und Bangladesch gingen zuletzt tausende Menschen bei anti-französischen Protesten auf die Straße und verbrannten Macron-Bilder.

Frankreich: Orthodoxer Priester in Lyon angeschossen - Täter auf der Flucht

Macron hatte sich nach der Ermordung eines Geschichtslehrers vor zwei Wochen in Paris für das Zeigen der Karikaturen vor dem Hintergrund der Meinungsfreiheit ausgesprochen. Der Pädagoge Samuel Paty war von einem Attentäter enthauptet worden, weil er Karikaturen des Propheten Mohammed im Unterricht gezeigt hatte. (afp)

Rubriklistenbild: © PHILIPPE DESMAZES/AFP

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