Frankreichs beliebter Jahrhundertdieb vor Gericht

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Er sitzt im Knast, der Großteil seiner Beute ist futsch, doch er bleibt für manche sogar ein Held: Tony Musulin.

Paris - Er ist Frankreichs gerissenster Gauner und hat sogar eine Fangemeinde. Von Dienstag an muss sich der Jahrhundertdieb Tony Musulin in Lyon vor Gericht verantworten.

Mehr als elf Millionen Euro ließ er mitgehen, elf Tage war er auf der Flucht und nun steht er vor dem Richter: Tony Musulin war am 5. November 2009 mit einem gepanzerten Geldtransporter voller Geldbündel verschwunden. Ihm drohen wegen dieses Diebstahls drei Jahre Haft. Das Urteil wird am Mittwoch erwartet.

Der Fall hat in Frankreich großes Aufsehen erregt, zumal Musulin völlig gewaltfrei vorging. Im Internet bildete sich eine Fangemeinde. In seinem Gefängnis in Lyon sollen mehrere Heiratsanträge eingegangen sein.

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Musulin gilt als ein besonders gerissener Gauner, der sich möglicherweise einen Teil der Beute für die Zeit nach seiner Haft zurückgelegt hat. Von den insgesamt 11,6 Millionen Euro, die sich in dem Geldtransporter befanden, sind 2,5 Millionen nach wie vor unauffindbar.

Nachdem er im November 2009 mit dem gepanzerten Wagen voller Geldbündel verschwunden war, fand die Polizei das Auto zwei Tage später und stellte 9,1 Millionen sicher. Mitte November stellte sich Musulin in Monaco der Polizei, die ihn direkt nach Lyon brachte. Die Tat selbst gestand er ein, aber wo das übrige Geld geblieben sei, wisse er nicht. Seine Anwälte sagen, dass sich möglicherweise jemand bedient habe, als der Geldtransporter unbewacht auf der Straße gestanden habe.

Die Ermittler vermuten hingegen, dass Musulin das Geld ins Ausland gebracht hat. Dafür spricht die Tatsache, dass er auf einem Leihmotorrad mehr als 1200 Kilometer zurückgelegt hat, bevor er sich der Polizei stellte.

Möglicherweise kalkulierte er eine relativ kurze Haftstrafe ein. Für den Diebstahl drohen ihm lediglich drei Jahre. Allerdings muss er sich zugleich wegen eines mutmaßlichen Versicherungsbetrugs verantworten, weil er im vergangenen Jahr einen Ferrari als gestohlen gemeldet hat. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass er ihn stattdessen nach Serbien gebracht hat. In diesem Fall drohen ihm fünf Jahre Haft. Mit einem Urteil wird Mittwoch gerechnet.

dpa

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