Keine Geldverschwendung

Tebartz-van Elst: Vorwürfe fallen gelassen?

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Franz-Peter Tebartz-van Elst ist seit Oktober in einer Auszeit.

München - Wie weit ist der Bericht zur Kostenexplosion beim Limburger Bischofssitz? Wird Oberhirte Tebartz-van Elst entlastet? Die Bischofskonferenz bremst jetzt alle Gerüchte.

Der Untersuchungsbericht zur Kostenexplosion am Limburger Bischofssitz verzögert sich. Die Prüfkommission werde ihn erst im Lauf des Februars an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, übergeben, teilte ein Sprecher der Bischofskonferenz am Sonntag in Bonn mit. Zugleich wies er einen Bericht des Magazins „Focus“ zurück, wonach es bereits ein Ergebnis gebe. „Die Prüfungskommission arbeitet weiterhin an ihrem Bericht“, erklärte der Sprecher. „Es liegt - anders als der "Focus" berichtet - noch kein Ergebnis vor.“

Der „Focus“ zitiert nicht näher bezeichnete Informationen aus dem Vatikan. Danach folgere die Prüfkommission der Bischofskonferenz, dass dem derzeit beurlaubten Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst beim Bau seines mindestens 31 Millionen Euro teuren Amtssitzes „weder Geldverschwendung noch das Übergehen von Kontrollgremien“ vorzuhalten sei.

In dem aus drei Geistlichen und zwei Wirtschaftsprüfern bestehenden Gremium werde noch um abschließende Formulierungen gerungen, berichtet das Magazin. Der Sprecher der Bischofskonferenz bestritt, dass die Arbeit so weit sei. Es gehe „um das kontinuierliche Aufarbeiten inhaltlicher Fragen“. Er fügte hinzu: „Inhalte des Berichts sind dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz bisher nicht bekannt.“

Tebartz-van-Elst: Chronik des Skandals

Tebartz-van Elst
19. August 2012: Tebartz-van Elst sei erster Klasse nach Indien geflogen, um dort soziale Projekte zu besuchen, berichtet das Magazin „Der Spiegel“. Das Bistum weist die Vorwürfe zurück. © dpa
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29. Mai 2013: Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Bischof wegen möglicher Falschaussage über seinen Flug nach Indien. © dpa
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28. Juni: Die umstrittene neue Bischofsresidenz hat nach Angaben des Limburger Bistums knapp 10 Millionen Euro gekostet - rund viermal so viel wie ursprünglich geplant. Der Bischof betont, dass der Bau schon 2007 vor seinem Antritt beschlossen worden sei. © dpa
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9. Juli: Das Bistum korrigiert die Gesamtkosten für die neue Residenz nach oben. Sie lägen deutlich über 10 Millionen Euro. © dpa
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25. August: Im Bistum beginnt mit einem Offenen Brief eine Unterschriftensammlung gegen die Amtsführung des Bischofs. Gefordert wird eine umfassende Aufklärung über die Kosten der Residenz. © dpa
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29. August: Das streng konservative „Forum Deutscher Katholiken“ ruft zur Solidarität mit dem Oberhirten auf. © dpa
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1. September: Tebartz-van Elst bittet alle Gläubigen seines Bistums in einem Brief um Vertrauen und räumt Fehler ein. © dpa
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9. September: Der päpstliche Gesandte Giovanni Kardinal Lajolo besucht Limburg. Der Bischof sichert wenige Tage später zu, alle Kosten für die Baumaßnahmen Prüfern zugänglich zu machen. © dpa
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23. September: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, kritisiert Tebartz-van Elst wegen der Finanzaffäre. Eine Kommission werde untersuchen, warum die Kosten für das neue Domizil explodierten. © dpa
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25. September: In Zusammenhang mit dem Flug nach Indien beantragt die Hamburger Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl. © dpa
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7./8. Oktober: Das Bistum beziffert die Kosten für den neuen Bischofssitz jetzt auf 31 Millionen Euro. Kritiker werfen dem Bischof Täuschung vor und fordern seinen Rücktritt. © dpa
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10. Oktober: Tebartz-van Elst verteidigt die Kostenexplosion. „Wer mich kennt, weiß, dass ich keinen pompösen Lebensstil brauche“, sagt er der „Bild“-Zeitung. © dpa
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13. Oktober: Zeitungen berichten über bis zu 40 Millionen Euro Gesamt-Finanzbedarf für die Limburger Residenz und Versuche, die Kostenexplosion zu verschleiern. Tebartz-van Elst reist nach Rom, um mit Papst Franziskus zu sprechen. © dpa
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17. Oktober: Der Papst empfängt Erzbischof Zollitsch. In dem Gespräch geht es auch um den Skandal in Limburg. Details werden nicht bekannt. © dpa
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18. Oktober: Die Kirchenkommission beginnt damit, die Vorgänge um den Bau des Bischofssitzes zu prüfen. © dpa
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21. Oktober: Papst Franziskus empfängt den Limburger Bischof. © dpa
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23. Oktober: Papst Franziskus setzt den bereits designierten Generalvikar Wolfgang Rösch (54) mit sofortiger Wirkung ins Amt ein. Bischof Tebartz-van Elst erhält „eine Zeit außerhalb der Diözese“, weil er „seinen bischöflichen Dienst zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausüben“ könne. © picture alliance / dpa
Tebartz-van Elst
18. November: Das Hamburger Amtsgericht stellt mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen Tebartz-van Elst wegen falscher eidesstattlicher Äußerungen im Zusammenhang mit dessen Erste-Klasse-Flug nach Indien vorläufig ein. Die Einstellung wird rechtskräftig, sobald der Bischof 20.000 Euro zahlt. © picture alliance / dpa

Laut „Focus“ gibt es in Rom auch Überlegungen, das Bistum Limburg aufzulösen und in die Diözesen von Mainz und Trier einzugliedern. Ein Sprecher des Limburger Bistums nannte das „reine Spekulation“. Gleiches gelte für die angeblich alternative Überlegung, am Limburger Bischofssitz einen Administrator einzusetzen.

Die von der Bischofskonferenz eingesetzte Kommission nimmt seit mehreren Monaten die Kosten für den Bischofssitz unter die Lupe. Bislang hieß es, dass der Bericht noch im Januar erwartet werde.

Wegen der heftigen Kritik an seiner Amtsführung und des Streits um die teure Limburger Residenz hatte der Papst Bischof Tebartz-van Elst im Oktober eine Auszeit verordnet.

dpa

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